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Pessach im Mittelalter

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Pessach im Mittelalter

Von Israel Jacob Yuval

Pessach und Ostern: Ursprung und Geschichte der Neuzeit, herausgegeben von Paul F. Bradshaw und Lawrence A. Hoffman (Universität Notre Dame Press, 1999)

Einleitung: Mein früherer Artikel befasste sich mit der Ähnlichkeit der Erzählungen anlässlich des jüdischen Passahfestes und des christlichen Osterfestes. Hier möchte ich ihr mittelalterliches Ritual und ihre Symbolik vergleichen. In dieser frühen Ära gab es ein relativ gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen den beiden, aber im elften oder zwölften Jahrhundert waren die Beziehungen völlig einseitig geworden. Im zweiten und dritten Jahrhundert waren Christen verfolgt worden, während Juden den Status von genossen hatten religio licitiaWährend im zwölften Jahrhundert die Dinge umgekehrt wurden, triumphierte die Kirche nun, und Juden waren „Leibeigene der kaiserlichen Kammer“ oder auf den apostolischen Thron gesetzt. Wo daher Passah- und Osterbräuche mittelalterliche Ähnlichkeiten aufweisen, die nicht auf die Antike zurückgehen, spiegeln sie den christlichen Einfluss auf das Judentum wider, nicht umgekehrt.

Darüber hinaus waren im Mittelalter die beiden Feiertage Pessach und Ostern zum Mittelpunkt der Hassdemonstrationen und zum Anlass für Verleumdungen gegen Juden geworden. Bis zum dreizehnten Jahrhundert war es nicht ungewöhnlich, Juden zu finden, die beschuldigt wurden, Christen getötet zu haben, um ihr Blut für das Passah zu erhalten. Aber die wahre Neuheit dieses Jahrhunderts war eine neue Anklage: Die Juden entweihten das Heer. Ich möchte den rituellen Hintergrund für diese Verleumdung klarstellen, ohne jedoch die beiläufige Bedeutung der Transsubstantiationslehre zu leugnen. Hinter der Anklage gegen Juden stand die Notwendigkeit, die Zustimmung der Christen herauszuholen, die die wundersame Veränderung des Wesens leugneten, an die sie nur schwer glauben konnten. Gleichzeitig ist die Anklage der Entweihung des Wirts eine Erweiterung der Blutverleumdung, da sich aus der Doktrin der Transsubstantiation ergibt, dass Juden keine echten Christen aus Fleisch und Blut mehr brauchten; Sie könnten einfach den Wirt erstechen.

Ich gehe davon aus, dass Christen die Juden beschuldigt haben, das Heer teilweise ermordet zu haben, weil sie eine teilweise Bestätigung dieser Anschuldigung in der jüdischen Ritualpraxis selbst gesehen haben. Wir haben hier keine bloße theologische Schande, sondern einen Dialog in der Sprache des Rituals.

Bild oben: Ganzseitige Miniatur aus Haggada, Spanien, 14. Jahrhundert


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