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Anpassung des mittelalterlichen Europas an die Welt: Muster der Integration, Migration und Einzigartigkeit

Anpassung des mittelalterlichen Europas an die Welt: Muster der Integration, Migration und Einzigartigkeit

Anpassung des mittelalterlichen Europas an die Welt: Muster der Integration, Migration und Einzigartigkeit

Von Bernd Schneidmüller

Zeitschrift für transkulturelle Studien, Vol.5: 2 (2014)

Abstract: Dieser Aufsatz erklärt verschiedene Muster, die zeigen, wie sich das mittelalterliche Europa in globalen Weltanschauungen befand. In Bezug auf mittelalterliche Konzepte von Integration, Verstrickungen und Migrationen werden drei verschiedene Perspektiven hervorgehoben: (1) Europa wurde zusammen mit Asien und Afrika als integraler Bestandteil der ganzen Welt betrachtet und bedeckte ein Viertel seiner Oberfläche. (2) Mittelalterliche Quellen trugen dazu bei, dass Europa ein Ziel der Einwanderung von Völkern, Kulturen und Religionen asiatischer Wurzeln wurde. (3) In der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts änderten sich frühere Ursprungserinnerungen. Der Artikel skizziert widersprüchliche Meinungen darüber, ob die europäischen Völker durch Migrationen oder durch Verbleib auf ihrem eigenen Boden geprägt wurden. Gerade als die Europäer begannen, die Welt zu erobern, erkannten sie die geografischen Grenzen ihres Kontinents. Gleichzeitig stilisierten sie Europa jedoch als eine außergewöhnliche Königin, die die Welt regiert.

Einleitung: In Zeiten der Globalisierung wird Geschichte vor allem zur Geschichte der Verstrickungen. Die Komplexität der heutigen Veränderungs- und Austauschprozesse lässt sich nicht mehr durch unveränderliche Einheiten erklären, sondern durch transkulturelle Konnektivitäten. Unsere aktuellen Erfahrungen mit weltweiten Migrationsströmen zeigen die Dynamik, die der Instabilität politischer Systeme und der anhaltenden Kraft kultureller Hybridisierungen zugrunde liegt.

Der vorliegende Artikel soll einen kritischen Beitrag zur Geschichte der Verstrickungen und Migrationen aus der Perspektive der mittelalterlichen Geschichte leisten. Es entstand durch verschiedene Forschungsversuche zu den ständigen Schwankungen zwischen Integration und Desintegration in den Kulturen des mittelalterlichen Europas. Ein vorrangiges Programm, das Michael Borgolte und ich für die Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt haben, bot die Gelegenheit, mit einem Team von Nachwuchswissenschaftlern und erfahrenen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten und die traditionellen Rahmenbedingungen der nationalen Geschichte und der etablierten Disziplinarkulturen zu beseitigen. Am Ende haben wir die Notwendigkeit erkannt, die europäische Geschichte nicht mehr im Hinblick auf die Integration europäischer Faktoren zu erklären, sondern Europa in den Nexus der Welt zu stellen.

Oberes Bild: Diagrammatische T-O-Karte. Die Welt wird als Kreis dargestellt, der durch eine T-Form in drei Kontinente unterteilt ist. Asien, Europa und Afrika. Britische Bibliothek MS Royal 12 F. IV f. 135v


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