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10-Millionen-Euro-Projekt zum Verständnis von Migrationen im frühmittelalterlichen Europa

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Mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 10 Mio. EUR soll eine multidisziplinäre Studie über mehr als 100 mittelalterliche Friedhöfe in Mittel- und Osteuropa finanziert werden. Ziel des Projekts ist es, die Migrationswellen im frühen Mittelalter besser zu verstehen.

Das Projekt,HistoGenes - Integration genetischer, archäologischer und historischer Perspektiven auf Ostmitteleuropawird versuchen, die Auswirkungen von Migrationen und Mobilität auf die Bevölkerung des Karpatenbeckens von 400 bis 900 n. Chr. zu verstehen, basierend auf einer umfassenden Analyse von Proben von 6.000 menschlichen Überresten. HistoGenes wird zum ersten Mal Historiker, Archäologen, Genetiker, Anthropologen und Spezialisten für Bioinformatik, Isotopenanalyse und andere wissenschaftliche Methoden zusammenbringen, um diese Schlüsselperiode der europäischen Geschichte zu verstehen.

Das Projekt umfasst viele wichtige Wissenschaftler auf dem Gebiet der Mittelalterforschung, wie Patrick Geary (Institut für fortgeschrittene Studien, Princeton), Johannes Krause (Max-Planck-Institut für Wissenschaft der Menschheitsgeschichte), Walter Pohl (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Tivadar Vida (ELTE) und Krishna R. Veeramah (Stony Brook University). Die Hauptziele des Projekts sind die Untersuchung der Auswirkungen der Mobilität auf frühmittelalterliche Bevölkerungsgruppen, die Verfeinerung der Methoden der archäogenetischen Forschung und die Erstellung eines multidisziplinären Modells für die künftige Forschung.

"Diese Finanzierung wird dazu beitragen, unsere jahrzehntelange internationale Zusammenarbeit voranzutreiben, die darauf abzielt, Migration und Siedlungen in ganz Europa zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Geschichte besser zu definieren", sagt Professor Veeramah, ein Populationsgenetiker. "Das Projekt ist in seiner Größe beispiellos und wird ein hochauflösendes Verständnis dafür liefern, wie das moderne Europa nach dem Untergang des Römischen Reiches entstanden ist."

„Wir erwarten Einblicke in die Siedlungsgeschichte und das genetische Erbe mobiler Gruppen in Pannonien, einer Region, in der sich in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends unserer Zeit viele kulturelle Veränderungen vollzogen haben“, sagt Professor Krause. „Dieses beispiellose Großprojekt zielt darauf ab, die soziale Struktur, den Gesundheitszustand und die biologischen Zusammenhänge der Menschen des frühen Mittelalters in unserer Untersuchungsregion und darüber hinaus zu verstehen.“

Die Mittel in Höhe von 10 Mio. EUR stammen vom Europäischen Forschungsrat (ERC). Bei der Vergabe des Zuschusses erklärte der ERC: „Dieses Projekt kombiniert modernste Techniken in Gentests mit vertrauten archäologischen und textuellen Analysen, um ein halbes Jahrtausend Migration und Besiedlung in einer Kreuzungsregion Eurasiens zu untersuchen. Es ist groß, originell, methodisch ausgefeilt und wird das Studium der Menschheitsgeschichte in neue Richtungen lenken. “

Herzlichen Glückwunsch an Johannes Krause vom @MPI_SHH und Kollegen des HistoGenes-Projekts für die Vergabe eines 10 Millionen Euro @ERC_Research Synergy Grant zur Untersuchung mittelalterlicher Bevölkerungsgruppen. Weitere Informationen zum Stipendium und zum HistoGenes-Projekt finden Sie hier: https://t.co/wJfPiWsTR7 pic.twitter.com/f7i5sLcaPj

- MPI-SHH Jena (@MPI_SHH), 16. Oktober 2019

Bild oben: Griechische Ptolemäus-Karte von Europa c. 1300 in der Vatikanischen Bibliothek.


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