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Fragment mittelalterlicher erotischer Poesie entdeckt

Fragment mittelalterlicher erotischer Poesie entdeckt

Mittelalterliche Historiker, die die Bibliothek einer österreichischen Abtei durchsuchten, stießen auf ein Fragment eines Manuskripts. Nach eingehender Recherche entdeckten sie, dass es Teil eines erotischen Gedichts ist, das als The Rose Thorn bekannt ist.

Die Forscher aus Österreich und Deutschland machten den spektakulären Fund in der Bibliothek der Abtei Melk. Sie stießen auf einen dünnen Pergamentstreifen, mit dem ein anderes Manuskript gebunden worden war. Es sind nur wenige Buchstaben pro Zeile erkennbar, die mit größter Geduld identifiziert wurden.

Der Rosendorn (Der Rosendorn) ist ein mittelalterliches deutsches Gedicht, das die Geschichte eines Mannes (des Erzählers im Gedicht) erzählt, der die junge Jungfrau belauscht, die in einem Garten badet. Mit Hilfe einer magischen Wurzel kann ihre Vulva sprechen und sagt der Dame, dass sie von Männern mehr geschätzt wird:

Ich denke, es ist zu viel, dass Sie gedeihen, und dennoch darf ich keinen Anteil daran haben, besonders wenn man bedenkt, dass Männer Sie überall nur wegen mir verehren, und wenn Sie mich verlieren würden, würde jeder einzelne von ihnen und Sie völlig wertlos sein. ~ Übersetzung von Ann Marie Rasmussen

Die Frau und ihre Vulva streiten sich über diesen Punkt, dann trennen sich beide, um den Männern zu beweisen, was wünschenswerter ist. Keiner von beiden ist in diesem Bestreben erfolgreich, und am Ende sind sie wieder vereint.

Es gab zwei weitere Versionen dieses Gedichts, aber das aus dem 15. Jahrhundert stammende Manuskriptfragment stammt aus der Zeit um 1300. Dies würde darauf hindeuten, dass dieses erotische Gedicht mindestens 200 Jahre früher geschrieben wurde als bisher angenommen.

Christine Glaßner vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stieß bei ihren Forschungen auf das Fragment. Sie findet, dass der Text „im Kern eine unglaublich clevere Geschichte ist, weil er zeigt, dass man eine Person nicht von ihrem Geschlecht trennen kann“.

Das Fragment wird nun im Rahmen der „Manuskriptzählung“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz an der Philippsischen Universität Marburg weiter untersucht und beschrieben.

Mehr über das Gedicht erfahren Sie in Ann Marie Rasmussens Artikel „Wandernde Genitalien: Sexualität und Körper in der deutschen Kultur zwischen dem Spätmittelalter und der frühen Moderne

Bild oben: Österreichische Nationalbibliothek Cod. Vindobonensis 2762 fol. 86


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