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Acht Jahrhunderte des risikofreien Zinssatzes: Umkehrungen des Anleihemarktes von den Venezianern zum „VaR-Schock“

Acht Jahrhunderte des risikofreien Zinssatzes: Umkehrungen des Anleihemarktes von den Venezianern zum „VaR-Schock“

Acht Jahrhunderte des risikofreien Zinssatzes: Umkehrungen des Anleihemarktes von den Venezianern zum „VaR-Schock“

Von Paul Schmelzing

Bank of England: Mitarbeiterarbeitspapier Nr. 686, Oktober 2017

Abstract: In diesem Artikel wird ein neuer Datensatz für den jährlichen risikofreien Zinssatz sowohl nominal als auch real vorgestellt, der bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Auf dieser Grundlage erstellen wir erstmals eine langfristige vergleichende Untersuchung der „Bullenmärkte für Anleihen“. Es wird gezeigt, dass der globale risikofreie Zinssatz im Juli 2016 seinen niedrigsten nominalen Stand erreicht hat, der jemals verzeichnet wurde. Der derzeitige Bullenmarkt für Anleihen in US-Staatsanleihen, der 1981 seinen Ursprung hat, ist derzeit der drittlängste und der zweitintensivste.

Der zweite Teil dieses Papiers enthält drei Fallstudien für das 20. Jahrhundert, um moderne Formen der Umkehrung des Anleihemarkts zu charakterisieren. Es zeigt sich, dass fundamentale, inflationsbedingte Umkehrungen des Anleihemarkts den Anlegern die längsten und intensivsten Verluste zugefügt haben, wie der Markt für US-Staatsanleihen in den 1960er Jahren zeigt. Die (falsche) Kommunikation der Zentralbank hat jedoch eine Schlüsselrolle beim „Bond-Massaker“ von 1994 gespielt. Der japanische „VaR-Schock“ von 2003 zeigt, wie die Dynamik der Kurvensteilung in Zeiten geldpolitischer und finanzieller Unsicherheit positive externe Effekte für das Bankensystem hervorrufen kann.


Das Papier argumentiert schließlich, dass die Inflationsdynamik, die dem Ausverkauf des US-Staatsanleihenmarktes von 1965 bis 1970 zugrunde liegt, für das aktuelle Marktumfeld von besonderer Bedeutung sein könnte.


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