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Die umgekehrte Perspektive in der byzantinischen Malerei

Die umgekehrte Perspektive in der byzantinischen Malerei

Die umgekehrte Perspektive in der byzantinischen Malerei

Von Maria Urmă

ANASTASIS. Forschung in mittelalterlicher Kultur und Kunst, Band 1, Nummer 1, 2014

Abstract: Die inverse Perspektive ist eine Methode zur Darstellung der räumlichen Tiefe, die nur in der byzantinischen Malerei verwendet wird. Es unterscheidet sich von der Renaissance-Perspektive (eine Methode der realistischen, konventionellen, subjektiven, unter einem einzigen Gesichtspunkt). Die inverse Perspektive mit zweidimensionalen axonometrischen Darstellungen ist komplexer und bietet mehrere Möglichkeiten der Symbolisierung.

Verschiedene Theorien haben entweder den optisch-geometrischen Aspekt oder den künstlerisch-kulturellen Aspekt als die Hauptfaktoren angesehen, die ihn hervorgebracht haben. Sie haben jedoch nicht zu einer einheitlichen Schlussfolgerung geführt. Diese Studie beleuchtet die gemeinsamen Elemente dieser Theorien, bringt die beiden Themen zusammen und liefert eine philosophisch-religiöse Interpretation.

Einleitung: Die Darstellungen des byzantinischen Gemäldes unterscheiden sich von den üblichen: Die räumliche Tiefe und die Dreidimensionalität der Objekte werden im Vergleich zur direkten Perspektive unterschiedlich erhalten. Darstellungen, die mit denen des byzantinischen Gemäldes vergleichbar sind, erschienen auch in anderen Epochen (Altes Ägypten, 20. Jahrhundert v. Chr.), Indem auf Zweidimensionalität zurückgegriffen wurde. Die inverse perspektivische Methode trat jedoch erst in der byzantinischen Zeit auf.


Woraus besteht diese Methode? Bei einem einfachen Blick auf das byzantinische Gemälde kann man feststellen, dass die Dreidimensionalität von Objekten durch ein Verfahren wiedergegeben wird, das der direkten Perspektive entgegengesetzt ist. Während der Fluchtpunkt in der direkten Perspektive im Raum des Gemäldes liegt und somit der dargestellte Raum uns in die Tiefe einlädt, liegt der Fluchtpunkt im byzantinischen Gemälde im Raum des Betrachters, nicht des Gemäldes und der Konvergenz von Linien liegen außerhalb des Bereichs des Gemäldes.


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