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Die Entwicklung der Handelsidentität im Wikingerzeitalter und im mittelalterlichen Skandinavien

Die Entwicklung der Handelsidentität im Wikingerzeitalter und im mittelalterlichen Skandinavien


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Die Entwicklung der Handelsidentität im Wikingerzeitalter und im mittelalterlichen Skandinavien

Von Lars Christian Benthien

Magisterarbeit, Universität Island, 2017

Einleitung: Das Mittelalter in Skandinavien war keine Zeit, die ausschließlich von Gewalt geprägt war, wie uns die populären Geschichten so oft erinnern. Die damalige Wissenschaft hat lange versucht, die romantische Vorstellung einer heroischen, kriegerischen Wikingerzeit zu problematisieren und die Aufmerksamkeit auf die größeren Nuancen und Komplexitäten der Wechselwirkungen von Macht und Recht, Geschlecht und Sexualität, Technologien und Handel zu lenken, die die frühe skandinavische Gesellschaft charakterisierten. Wo das Feld hundert Jahre zuvor vollständig von der Diskussion über „große Männer“ und unter dem Einfluss der Whiggish-Vorstellung eines Fortschritts zum Ziel der Errichtung der modernen skandinavischen Staaten beherrscht worden war, ist es heute kaum noch möglich, eine Studie zu finden auf die diese sozialhistorische Wende in der Wissenschaft keinen Eindruck hinterlassen hat.

Der Aufstieg des Christentums und seine Absprachen mit den frühen Königen zur Entstehung der späteren mittelalterlichen skandinavischen Staaten und die sozialen Milieus aller Stammcharaktere des mittelalterlichen Skandinaviens - des Kriegsherrn und seiner Gefolgsleute, der Bischöfe und seiner Priester, der Freier Bauer und sein Haushalt - alle wurden eingehend untersucht, mit Ausnahme einer Figur: des Kaufmanns. So oft die Waren des mittelalterlichen skandinavischen Kaufmanns in Museen ausgestellt werden und so oft ihre Aktivitäten in wirtschaftsgeschichtlichen Studien vorkommen, bleiben die Identitäten, Ideologien und kulturellen Vorstellungen der Kaufleute selbst selten untersucht.


Was genau hat ein mittelalterlicher oder vormittelalterlicher skandinavischer Kaufmann getan? Welche Erwartungen wurden an sie gestellt und wie haben sie sich in die breitere Gesellschaft der mittelalterlichen nordischen Welt eingefügt? Sie passen weder gut in das alte trifunktionale Modell prähistorischer europäischer Gesellschaften, wie es ursprünglich von Georges Dumézil vorgeschlagen wurde, noch haben sie einen Platz im traditionellen historiografischen Modell der mittelalterlichen „feudalen Wirtschaft“ (was auch immer wir das meinen mögen).


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