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Namensdetails: Eine Debatte im 13. Jahrhundert darüber, ob Personen die richtigen Namen haben

Namensdetails: Eine Debatte im 13. Jahrhundert darüber, ob Personen die richtigen Namen haben

Namensdetails: Eine Debatte im 13. Jahrhundert darüber, ob Personen die richtigen Namen haben

Von Rachel Anna Bauder

Doktorarbeit, Universität von Toronto, 2016

Abstract: In dieser Dissertation geht es um eine Debatte, die in der Philosophie des 13. Jahrhunderts über eine scheinbar bizarre Frage stattfand: Können Individuen wirklich Eigennamen haben? Während im 14. Jahrhundert bereits wissenschaftliche Studien über Philosophen erschienen sind, die diese Frage diskutierten (insbesondere John Buridan), zeige ich, dass die Frage im 13. Jahrhundert weit verbreitet war und viele Teilnehmer einbezog. Historisch gesehen biete ich den ersten umfassenden Bericht darüber, wie die Debatte über die Möglichkeit von Eigennamen im 13. Jahrhundert entstanden ist. Ich behaupte, dass es durch Michael Scot's Übersetzung der Metaphysik angestiftet und durch Spannungen innerhalb der neuen aristotelischen metaphysischen und kognitiven Theorien der 1230er bis 1260er Jahre verewigt wurde. Philosophisch biete ich eine detaillierte Analyse der Argumente auf beiden Seiten der Frage an und präsentiere und erläutere über 15 Argumente für und gegen Eigennamen in Texten von acht verschiedenen Philosophen: Richard Rufus aus Cornwall, Adam Buckfield, Geoffrey aus Aspall, Robert Kilwardby , Pseudo-Kilwardby, Roger Bacon, Siger von Brabant und Richard von Clive.

Die Fragen, die ich stelle, sind die folgenden. Erstens, wie war es theoretisch möglich, die Benennbarkeit von Personen anzuzweifeln? Um diese Frage zu beantworten, schaue ich auf die mittelalterlichen Traditionen in der Sprachkunst. Insbesondere argumentiere ich, dass Boethius 'Kommentare zu Aristoteles' Perihermeneias Kriterien für das liefern, was im philosophischen Sinne als Nomen oder „Name“ gilt, aber diese Kriterien schließen ausdrücklich Wörter aus, die andernfalls im grammatikalischen Sinne als Nomina oder „Nomen“ angesehen werden könnten.

Unter Berücksichtigung dieser Unterscheidung stelle ich dann die zweite Frage der These: Aus welchen vernünftigen Gründen könnte ein Philosoph denken, dass ein Name eines Individuums lediglich ein grammatikalisches „Substantiv“ und kein echter philosophischer „Name“ ist? Hier scheint die Antwort zu sein, dass Individuen nicht als solche benannt werden können, weil sie nicht als solche verstanden werden können. Ich untersuche zwei allgemeine Motivationen in den Argumenten: (a) menschliche kognitive Fähigkeiten sind nicht in der Lage, das Individuum als solches zu erfassen, und (b) Individuen sind an sich nicht erkennbar, weil sie aus Materie (die nicht erkennbar ist) und Form (die möglicherweise ist) zusammengesetzt sind erkennbar sein, was aber auch vielen Menschen gemeinsam sein kann).


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