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Göttliche Rache und menschliche Gerechtigkeit im Wendish Crusade von 1147

Göttliche Rache und menschliche Gerechtigkeit im Wendish Crusade von 1147

Göttliche Rache und menschliche Gerechtigkeit im Wendish Crusade von 1147

Von Mihai Dragnea

Collegium Medievale29 (2006)

Abstract: „Kreuzzug als Racheakt“ ist ein neues Paradigma, das von Susanna A. Throop vorgeschlagen wurde. In dieser Studie werde ich mich auf die Frage konzentrieren, ob der Wendish Crusade ein Paradigma der „Rache“ unterstützt. Die Studie zeigt uns ein neues Verständnis dafür, wie Kreuzzüge im Kontext des 12. Jahrhunderts als Racheakt konzipiert wurden. Durch eine Textanalyse mittelalterlicher Quellen konnte der Verlauf des Konzepts der göttlichen Rache, bei dessen Ausführung häufig menschliche Agenten eingesetzt wurden, sowie die Idee des Kreuzzugs als Racheakt geklärt werden.

In Primärquellen, die die Notwendigkeit eines Heiligen Krieges gegen die Wenden betonen, war das Konzept der Rache eng mit den Ideen der menschlichen Gerechtigkeit und der göttlichen Bestrafung verbunden. Die meisten dieser Quellen sind geistliche Schriften, die biblische Anspielungen enthalten, um ihre Ziele zu rechtfertigen. Dieses Papier zeigt, wie das Konzept der göttlichen Rache als Ausdruck sowohl weltlicher als auch religiöser Autorität wahrgenommen wurde, eingebettet in eine Reihe allgemein verständlicher emotionaler Reaktionen in der mittelalterlichen Gesellschaft, und auch als ein mit dem Christentum kompatibles Wertesystem.

Einleitung: Die meisten Quellen für den ersten und zweiten Kreuzzug enthalten Hinweise auf göttliche Rache. Nach der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 verbreitete sich die Idee des Kreuzzugs als Rache unter den Geistlichen und Laien. In direktem Sinne erlebten die Muslime während des ersten Kreuzzugs die gerechte Bestrafung Gottes, auch bekannt als „göttliche Rache“ (ultio Dei, ulturi, vindicata). Daher förderte die Unmenschlichkeit der Muslime eher Rache und Krieg als Bekehrung.

Deshalb war in der kraftvollen Rhetorik des ersten Kreuzzugs die Eroberung Jerusalems durch die Muslime gerächt worden. Die Befreiung Jerusalems als Teil einer göttlichen Vergeltung wird in einem Brief von Papst Paschal II. (1099–1118) an die pisanischen Konsuln im Jahr 1100 zum Ausdruck gebracht, in dem er die Frömmigkeit und Hingabe des pisanischen Volkes und seine Errungenschaften im Heiligen lobte Land: „Das christliche Volk… hat [Jerusalem] am stärksten für die Tyrannei und das Joch der Barbaren gerächt und mit Gottes Hilfe diese Gebiete, die durch das Blut und die Gegenwart Jesu Christi geheiligt wurden, mit Schmuck und ihrer früheren Verfeinerung und Majestät wiederhergestellt Verehrung".


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