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Beschädigte Ware: Ein Fotoessay

Beschädigte Ware: Ein Fotoessay

Beschädigte Ware: Ein Fotoessay

Von Erik Kwakkel

TXT, Vol.1 (2016)

Einleitung: Zu sagen, dass das geschriebene Wort im Mittelalter viel Gewicht hatte, wäre eine Übertreibung. Schließlich war jedes Wort vor dem Eintreffen der Druckmaschine handgeschrieben. Im Mittelalter hatten jedoch einige geschriebene Wörter mehr Gewicht als andere. Die Leser des Heiligen Augustinus oder des Aristoteles könnten belauscht werden, wenn sie sagen: "Ich habe es auf gute Autorität, dass ...", einfach weil diese Autoren genau das waren.

Seltsamerweise vermitteln die Seiten maßgeblicher mittelalterlicher Texte, die mit den Binsenweisheiten eines Kirchenvaters oder der Weisheit eines Philosophen gefüllt sind, für unsere modernen Augen nicht unbedingt Autorität im materiellen Sinne. Mittelalterliche Buchproduzenten waren pragmatisch und teilten nicht unser modernes Gefühl, dass ein wichtiger Text auch wichtig aussehen sollte: Sie hatten keine Probleme, die Bibel auf stark beschädigten Blättern zu schreiben oder wichtige Texte in schimmeligen Ecken der Bibliothek aufzubewahren.

Es ist das Nebeneinander von Status - und folglich Autorität - und schlechtem Aussehen, das in diesem Fotoessay hervorgehoben wird. Die Bilder auf den folgenden Seiten zeigen, wie aussagekräftig Schaden sein kann: Sie geben Aufschluss über die Haltung von Schriftgelehrten, die Löcher auf der Seite einfach ignorierten. und von Lesern, die Augustinus und Aristoteles als maßgeblich empfanden, selbst wenn ihre Worte auf vernarbten und zerrissenen Materialien geschrieben waren. Dieser Aufsatz zeigt letztendlich, dass das Kennenlernen von unvollkommenem Pergament für den Historiker des mittelalterlichen Buches am Ende interessanter und lohnender ist, obwohl die samtige Weichheit perfekter Haut ansprechend ist.

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