Podcasts

Der Sündenbock: Impotenz und Hexerei im Mittelalter

Der Sündenbock: Impotenz und Hexerei im Mittelalter

Der Sündenbock: Impotenz und Hexerei im Mittelalter

Von Jessica Carter

Waterloo Historischer Rückblick, Vol.8 (2016)

Abstract: Dieser Aufsatz untersucht die Frage, wie Frauen während des Hexenwahns als Sündenböcke für männliche Impotenz eingesetzt wurden. Es analysiert die beiden medizinischen Abhandlungen Trotula und das Geheimnisse der Frau Vergleichen und Gegenüberstellen, wie jeder Text Behandlungen für das weibliche Geschlecht vorschreibt. Die Wahrnehmungen und Ideale, die in diesen medizinischen Abhandlungen vermittelt werden, liefern eine Erklärung dafür, warum Frauen in eine gefährdete Position gebracht wurden und gezielt männliche Männlichkeit bedrohen sollten.

Einleitung: Im westlichen Mittelalter gab es ein Phänomen, das als Hexenwahn bekannt war und von 1450 bis 1700 bekannt wurde und von 1550 bis 1660 seinen Höhepunkt erreichte. Diese Zeit war geprägt von der Popularität der Hexenjagd, die von den Gemeinden und vor allem von der Inquisition sanktioniert wurde. Während des späten Mittelalters bis zum 18. Jahrhundert wurden in Europa schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Dies schließt die Millionen aus, die gefoltert, verfolgt wurden und in ständiger Angst vor solch schrecklichen Taten lebten.

Aus dieser Angst heraus entstand eine starke Korrelation zwischen dem weiblichen Geschlecht und den „okkulten“ oder „dunklen Künsten“ der Hexerei. Frauen waren Ziele und ihre weibliche Identität wurde stark in das Stereotyp prekärer Frauen des 15. Jahrhunderts eingepfropft, die auf Gott verzichteten, über Sabbate flogen, um dem Teufel zu begegnen, Orgien abhielten, Babys ermordeten und Nachbarn magischen Schaden zufügten.

Ein besonderes Merkmal einer solchen Zufügung war männliche Impotenz. Das Thema Impotenz und Sterilität bei Männern war im Mittelalter keineswegs ein neues Konzept. Antike griechische Ärzte wie Galen, Aristoteles und Dioscordies diskutieren Impotenz in ihren medizinischen Abhandlungen und versuchten es in solchen Fällen. Im fünfzehnten Jahrhundert trat jedoch die Tendenz auf, männliche Impotenz als Ursache auf Frauen zu projizieren. Wie kommt es, dass Frauen im 15. Jahrhundert für das angeborene biologische Problem der Impotenz bei Männern verantwortlich gemacht wurden? Warum in diesem Zeitraum und warum insbesondere Frauen?


Schau das Video: Hexenjagd in Deutschland (November 2021).