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Der historische Anstieg der Wasserkraft löste den Zusammenbruch der Lachsbestände aus

Der historische Anstieg der Wasserkraft löste den Zusammenbruch der Lachsbestände aus

Der historische Anstieg der Wasserkraft löste den Zusammenbruch der Lachsbestände aus

Von H.J.R. Lenders, T.P.M. Chamuleau, A. Hendriks, R.C.G. Lauwerier, R.S.E.W. Leuven und W. Verberk

Wissenschaftliche Berichte 6, Artikelnummer: 29269 (2016)

Zusammenfassung: Der Zusammenbruch der Bestände an Atlantischem Lachs (Salmo salar) in ganz Nordwesteuropa wird im 19. und 20. Jahrhundert im Allgemeinen auf eine umfassende Regulierung der Flüsse, Wasserverschmutzung und Überfischung zurückgeführt. Andere Ursachen wurden jedoch selten quantifiziert, insbesondere solche, die vor dem 19. Jahrhundert auftraten. Durch die Analyse historischer Fischerei-, Markt- und Steuerstatistiken, die unabhängig von archäozoologischen Aufzeichnungen bestätigt wurden, zeigen wir, dass die Populationen in der Übergangszeit zwischen dem frühen Mittelalter (ca. 1600 n. Chr.) Um bis zu 90% zurückgingen. Diese dramatischen Rückgänge fielen mit Verbesserungen der Wassermühlentechnologie und ihrer geografischen Expansion in ganz Europa zusammen. Unsere Hochrechnungen legen nahe, dass historische Atlantiklachsläufe in der Tat einmal sehr häufig gewesen sein müssen. Die hier vorgestellte historische Perspektive trägt zu einem besseren Verständnis der Hauptfaktoren bei, die zu einem starken Rückgang der Lachspopulationen geführt haben. Dieses Verständnis bietet eine wesentliche Grundlage für die wirksame ökologische Sanierung von Süßwasserökosystemen.

Auszug: Im Einzugsgebiet des Paläo-Rheins waren im Mittelalter viele Wassermühlen mit vertikalen Wasserrädern in Betrieb, im Gegensatz zu den viel kleineren horizontalen Wasserradmühlen, die hauptsächlich in Randregionen in Europa wie Irland, Schottland und Skandinavien betrieben wurden. Vertikale Wasserradmühlen sind mit Wasserkraftdämmen und -reservoirs verbunden, die Bedingungen für einen ausreichenden Fall schaffen, damit Wasser die Wasserräder antreiben kann. Diese Dämme ermöglichten den Bau von Wassermühlen in Bächen mit relativ geringem Wasserdurchfluss. Durch Verbesserungen der Bautechniken konnten Mühlen in immer größeren Flüssen höherer Ordnung gebaut werden.

Der Einsatz von Wassermühlen verbreitete sich ab dem 11. Jahrhundert rasch im Einzugsgebiet des Paläo-Rheins. Im Einzugsgebiet der Maas ist die Mühlenpräsenz im 18. Jahrhundert am höchsten. Im Rheineinzugsgebiet wurde in früheren Jahrhunderten ein größerer Anteil von Mühlen gebaut. In beiden Einzugsgebieten ging die Zahl der neu errichteten Wassermühlen im 20. Jahrhundert stark zurück, als andere Arten der Stromerzeugung auftraten. Während mehrere in historischen Aufzeichnungen vorhandene Wassermühlen nicht mehr existieren, haben sie die Bäche nachhaltig beeinflusst, entweder in Form vorhandener Dämme oder durch geomorphologische Veränderungen des Bachbettes und des Bachtals.


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