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Anbetung der Toten: Wikingerfriedhöfe als Kultstätten?

Anbetung der Toten: Wikingerfriedhöfe als Kultstätten?

Anbetung der Toten: Wikingerfriedhöfe als Kultstätten?

Von Leszek Gardeła

Germanische Kultorte: Vergleichende, historische und rezeptitonsgeschichtliche, ed. M. Egeler (München, 2016)

Einleitung: Aspekte des rituellen Verhaltens und des Kultes in nordischen Gesellschaften sind seit vielen Jahren Gegenstand akademischer Untersuchungen. In der Vergangenheit wurde besonderes Augenmerk auf verschiedene zahlreiche Orte und Merkmale in der Landschaft gelegt, wie Hügel, Berge, Wiesen, Wasserfälle, Flüsse, Seen, Inseln, Brunnen, Bäume / Hainen, Straßen, aber auch auf besondere Arten von Architektur (Gebäude, Altäre usw.), die als Schauplatz für vorchristliche Rituale eine bedeutende Rolle gespielt haben könnten. Viele der frühen Studien, insbesondere von Religionshistorikern oder Philologen, haben heidnische Weltanschauungen vorwiegend auf der Grundlage der verfügbaren Textberichte analysiert, die in verschiedenen Sprachen wie Altnordisch, Latein, Griechisch und Arabisch verfasst wurden. Wenn diese Textberichte jedoch mit Vorsicht angegangen werden, können sie auch effektiv dazu verwendet werden, greifbare archäologische Beweise im Zusammenhang mit vorchristlichen Ritualpraktiken zu finden und zu interpretieren.

Obwohl diese interdisziplinäre Methodik auf verschiedene Weise voreingenommen ist, wird sie heute von vielen Wissenschaftlern angewendet.

In den letzten Jahren haben Versuche, Kultstätten in den archäologischen Aufzeichnungen zu identifizieren, insbesondere in Dänemark, Island und Schweden bemerkenswerte Ergebnisse erbracht, aber auch in England und anderswo in der Wikinger-Diaspora wurden unterschiedliche „Glaubenssignale“ der nordischen Bevölkerung entdeckt. Beispielsweise haben die jüngsten Ausgrabungen an Orten der Späteisenzeit in ganz Island und Skandinavien die Existenz aufwändiger Holzkonstruktionen gezeigt, die (zu besonderen Anlässen) möglicherweise die Rolle von Kulthäusern oder „Tempeln“ übernommen haben, aber es gibt auch Spuren anderer angeblicher Rituale Architektur in Form von eigenartigen Steinaltären und Opferbrunnen. Die Entdeckungen von Werkzeugen oder Waffen in Wasserläufen und Feuchtgebieten in verschiedenen Teilen der Wikingerwelt wurden auch als Spuren rituellen Verhaltens (d. H. Opfer) und nicht einfach als zufällige Verluste interpretiert.


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