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Mosaike in der Synagoge aus byzantinischer Zeit in Israel entdeckt

Mosaike in der Synagoge aus byzantinischer Zeit in Israel entdeckt

Von Stefan Münger

Bei Ausgrabungen einer mittelalterlichen Synagoge in Israel aus der byzantinischen Zeit (4.-7. Jh. N. Chr.) Wurde ein teilweise erhaltener bunter Mosaikboden freigelegt.

Das Mosaik besteht aus einer Tafel mit dem oberen Teil einer Menora sowie einer Inschrift mit dem Namen El'azar sowie den Namen seines Vaters und Großvaters.

Die Inschrift auf dem Mosaik nennt El'azar, seinen Vater Yudan und seinen Großvater Susu oder (möglicherweise) Qoso. Diese Männer waren möglicherweise während der byzantinischen Zeit einflussreiche Mitglieder der örtlichen jüdischen Gemeinde in Horvat Kur. El'azar und seine Vorfahren halfen vielleicht dabei, den Bau der Synagoge und ihres Mosaikbodens zu finanzieren.

Die Menora, ein siebenarmiger Lampenständer, war eines der wichtigsten religiösen Symbole im spätantiken Judentum. Inschriften, in denen Personen erwähnt wurden, die für öffentliche Gebäude gespendet haben, waren auch in alten öffentlichen Gebäuden, einschließlich jüdischer Synagogen, christlicher Kirchen und heidnischer Tempel, ein herausragendes Merkmal. Die spezifische Kombination von Namen in der Horvat Kur-Inschrift wurde jedoch noch nie zuvor gesehen.

Die Menora, eine Art Leuchter, war im alten jüdischen Tempel in Jerusalem, der 70 n. Chr. Von den Römern zerstört wurde, prominent gewesen. Später, während der byzantinischen Zeit, wurde es ein beliebtes Symbol in jüdischen Synagogen, vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Synagoge eine wichtigere Rolle im jüdischen Gemeindeleben spielte. Das Mosaik in Horvat Kur bestätigt dieses allgemeine Bild, fügt aber auch einige neue Details hinzu. Es zeigt zum Beispiel eine Öllampe an jedem der sieben Zweige der Menora. Die Lampen sind für die byzantinische Zeit genau und symmetrisch um die zentrale Lampe angeordnet. Die Lampen sind zur Mitte gerichtet, wobei die Flamme auf der Seite näher an der Mitte liegt. Die zentrale Lampe hat ihren Docht und ihre Flamme in der Mitte der Lampe, was in den archäologischen Aufzeichnungen unbekannt ist. Zukünftige Studien werden die eigentümliche Form dieser Lampe genauer untersuchen.

Leider ist die Menora nicht vollständig erhalten, da ein Säulenfuß später direkt durch das Mosaik geschnitten wurde, als die Synagoge renoviert wurde.

Nach Abschluss der Ausgrabungen in diesem Sommer wurde das Mosaik von der Baustelle entfernt und zur Konservierung und Restaurierung in die Laboratorien des Israel-Museums gebracht.

Das drei Hektar große Gelände von Horvat Kur befindet sich auf einem Hügel wenige Kilometer vor dem nordwestlichen Ufer des Sees von Galiläa in der Nähe alter jüdischer Städte wie Magdala und Kapernaum. Es liegt auch in der Nähe wichtiger antiker christlicher Pilgerzentren wie Tabgha. Zusammen mit einem Steinsitz und einem dekorierten Steintisch, der zuvor in Horvat Kur entdeckt wurde, fügt das Mosaik wertvolle neue Daten zu einer bereits lebendigen Untersuchung einer Region hinzu, die für die alte jüdische und christliche Geschichte und Kultur von entscheidender Bedeutung ist.

Eine vorläufige Analyse der Funde in Horvat Kur zeigt, dass christliche Klöster und die umliegenden jüdischen Dörfer enge wirtschaftliche Verbindungen hatten. Die Funde zeigen auch, dass das ländliche Ostgaliläa Importe aus Regionen bis nach Nordafrika, dem Schwarzen Meer sowie der Süd- und Westtürkei erhielt.

Die Ausgrabungen auf Horvat Kur werden seit 2007 vom Kinneret Regional Project durchgeführt, einem internationalen Forschungskonsortium, das von der Universität Bern, der Universität Helsinki, der Universität Leiden und dem Wofford College gesponsert wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.kinneret-excavations.org.


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