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Das internationale System des 13. Jahrhunderts und die Ursprünge der Angevin-Piast-Allianz

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Das internationale System des 13. Jahrhunderts und die Ursprünge der Angevin-Piast-Allianz

Von Wojciech Kozlowski

Doktorarbeit, Central European University, 2014

Abstract: Die zentrale Frage dieser Studie ist, was Charles I und Władysław Łokietek dazu inspirierte, 1320 eine dynastische Ehe zu gründen, und in welchem ​​Kontext dies geschah. Diese Untersuchung ist eng mit einem zusätzlichen Interesse verbunden, ob (und wie) das „internationale“ Umfeld charakterisiert werden kann, in dem sich beide Figuren gebildet haben und danach streben, ihre Ziele zu erreichen. Die Forschungsziele werden erreicht, indem eine theoretische Perspektive entwickelt und angewendet wird, die sich aus Theorien der Internationalen Beziehungen (IR) auf historisches Material bezieht, um eine fundierte Interpretation der Ursachen und des Kontextes der Angevin-Piast-Ehe von 1320 zu erhalten.

Wie kann man die spätmittelalterliche „internationale“ Politik verstehen? Ist das immer noch aufrecht erhaltene Stereotyp im historischen IR gültig, wenn behauptet wird, dass es vor der Mitte des 17. Jahrhunderts kein internationales System gab, das mit IR-Methoden sinnvoll untersucht werden konnte? Ist es insbesondere möglich, politische Phänomene zu theoretisieren, die im 13. und 14. Jahrhundert in Mitteleuropa und darüber hinaus auftraten, und zu vermeiden, wegen Anachronismus angeklagt zu werden? Würde eine solche Theoretisierung den Historiker mit neuen Erklärungskräften ausstatten? Gibt es einen wissenschaftlichen Wert, ein Gespräch zwischen einem Historiker der mittelalterlichen „internationalen“ Politik und einem IR-Theoretiker zu beginnen, der sich im Wesentlichen auf zeitgenössische globale Angelegenheiten konzentriert? Mit anderen Worten, wie würde ein IR-Theoretiker auf die Welt der internationalen Politik reagieren, wie sie in verschiedenen mittelalterlichen Quellen dargestellt wird? Oder ist die mittelalterliche politische Geschichte vielleicht ein bereits konzeptionell erschöpftes und geerntetes Feld, auf dem nach den Schnitter nur noch sehr wenige Probleme offen sind?

Dies sind die zugrunde liegenden Fragen, die meine wissenschaftliche Arbeit während meines gesamten Doktorandenprogramms geleitet und inspiriert haben. Meine Forschung kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden. Inhaltlich handelt es sich um eine vergleichende „internationale“ Politik, die sich im 13. und frühen 14. Jahrhundert mit der Komplexität der dynastischen Beziehungen in den Königreichen Böhmen, Ungarn und Polen auseinandersetzt. In Bezug auf Konzepte und Methoden ist dies jedoch ein wegweisender Versuch, das große Potenzial der theoretischen IR-Reflexion zu nutzen und anzupassen, um ein neues Bild der spätmittelalterlichen „internationalen“ Politik zu vermitteln. Die interdisziplinären Grundlagen meines Projekts sind besonders herausfordernd, da die Verbindung zwischen IR-Wissenschaft (entwickelt und ausgearbeitet in den spezifischen Kontexten des internationalen Systems des 20. und 21. Jahrhunderts) und traditioneller politischer Geschichte des Spätmittelalters (selbst akribisch untersucht und analysiert) besteht von Generationen von Historikern) ist eine Innovation, die nur ihren Platz im wissenschaftlichen Umfeld finden und ihre Gültigkeit beweisen muss.

Ich würde gegen einige Kritikpunkte, auf die ich bereits gestoßen bin, argumentieren, dass dieses Unterfangen bei der Konzeption der mittelalterlichen „internationalen“ Politik sehr vielversprechend ist, solange es nicht durch bloße theoretische Anwendung erfolgt. Im Zentrum dieses Projekts steht insbesondere die Überzeugung, dass eine sinnvolle Untersuchung dieser Politik eine neue Theorie erfordert, dh mehr als die Anpassung bestimmter bestehender Theorien. Das Projekt baut auch auf einer anderen Behauptung auf, dass IR-Theorien „nicht als nicht dynamische, a-historische intellektuelle Konstrukte angesehen werden sollten“, da sie „von jemandem irgendwo und vermutlich für einen bestimmten Zweck geschaffen wurden“. Da das IR-Stipendium Konzepte, Rahmenbedingungen, Terminologien und spezifische Möglichkeiten zur Reflexion über internationale Realitäten liefern kann - mit anderen Worten, es liefert Bausteine ​​für eine effiziente Theoriekonstruktion -, scheint mir das Eintauchen in dieses Feld ein öffnender und wesentlicher Schritt zur Entwicklung der erforderlichen Fähigkeiten zu sein ein neues Feld zu theoretisieren.

Eine solche Theoretisierung bestimmt und erkennt die Elemente der mittelalterlichen politischen Kultur, sucht nach Werten und Prinzipien, Mustern und routinierten Praktiken, die die politischen Interessen mittelalterlicher Akteure begründeten und deren „internationales“ Verhalten prägten.


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