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Die Picten und die Märtyrer oder haben Wikinger die einheimische Bevölkerung von Orkney und Shetland getötet?

Die Picten und die Märtyrer oder haben Wikinger die einheimische Bevölkerung von Orkney und Shetland getötet?

Die Picten und die Märtyrer oder haben Wikinger die einheimische Bevölkerung von Orkney und Shetland getötet?

Von Brian Smith

Northern Studies, Vol.36 (2001)

Einleitung: Vor fast einem Vierteljahrhundert gab Iain Crawford dem achten Wikinger-Kongress ein Papier. Sein Titel war "Krieg oder Frieden". Crawfords Aufsatz über die nordische Einwanderung auf den Nord- und Westinseln und die Beziehung der Einwanderer zu den einheimischen Picten war eine beeindruckende Arbeit. Er war wütend und verächtlich darüber, was Archäologen 19705 zu diesem Thema sagten. Für Crawford war die Angelegenheit 1962 ein für alle Mal geklärt worden, als Frederick Wainwrights posthum veröffentlichtes Werk The Northern Isles herauskam. In zwei brillanten Aufsätzen in diesem Buch argumentierte Wainwright, dass die piktischen Einwohner von Shetland und Orkney "von dem bloßen Gewicht der skandinavischen Siedlung überwältigt und untergetaucht" worden seien. Die Picten seien politisch, sprachlich, kulturell und sozial überfordert.

Crawford gelang es nicht, sein Publikum oder später seine Leser zu überzeugen. Seit den 1970er Jahren ist die Friedensschule immer volatiler und erfolgreicher geworden. Ich bedauere das, weil ich weiter gehe als Crawford und Wainwright. Ich vermute, dass die nordischen Invasoren von Orkney und Shetland die einheimische Bevölkerung nicht nur überwältigt oder untergetaucht haben: Ich denke, sie haben sie getötet.

Ich beginne meine Kritik mit Crawford selbst. Er teilte seine Vorgänger in zwei Gruppen ein: eine traditionelle Kriegsschule, die in der Arbeit von Wainwright gipfelte, und eine relativ moderne, effektive Friedensschule. Crawfords Einschätzung war jedoch in dreierlei Hinsicht simpel.

Erstens gibt es seit langer Zeit eine Friedensschule. Nach meiner Einschätzung waren die "Krieger" nie sehr erfolgreich. Die Idee, dass sich die Eingeborenen mit den Invasoren liebenswürdig oder nicht ganz so liebenswürdig niederließen oder dass es überhaupt keine Eingeborenen gab, war von Anfang an beliebt. Der norwegische Historiker Peter Andreas Munch war wohl der erste vernünftige Kommentator zur Geschichte der Nordinseln. 1860 schrieb er, dass die Insel-Picten eher "absorbiert" als ausgerottet wurden - "wenn tatsächlich", sagte er, "Shetland hatte Einwohner vor den Norwegern". Auf die gleiche Weise dachte der Saga-Gelehrte Sir George Dasent, dass "die Nordmänner diese Inseln wirklich leer und verlassen fanden und dass die alten Rassen nicht vor ihren Schwertern verschwanden". "Wie sind sie verschwunden", fragte er, "ohne Spuren ihrer Nationalität zu hinterlassen?" Der große norwegische Archäologe A.W. Br0gger argumentierte noch in den 1930er Jahren mit einer subtilen Version dieses Falls. Es gab Befürworter der Kriegstheorie im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert, aber sie waren eine Minderheit.


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