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Rituale des Königshauses: Verschreibung, Politik und Praxis der englischen Krönung und königliche Bestattungsrituale c. 1327 bis c. 1485

Rituale des Königshauses: Verschreibung, Politik und Praxis der englischen Krönung und königliche Bestattungsrituale c. 1327 bis c. 1485

Rituale des Königshauses: Rezept, Politik und Praxis der englischen Krönung und königliche Bestattungsrituale c. 1485

Von Joel Francis Burden

Doktorarbeit, Universität York, 1999

Zusammenfassung: Während in den letzten drei Jahrzehnten das Studium der Ritualkultur innerhalb einer Reihe von akademischen Disziplinen explodierte, haben die Früchte dieser Forschung das Studium der englischen königlichen Rituale im späteren Mittelalter bislang kaum geprägt. Diese Arbeit bietet eine theoretisch fundiertere empirische Analyse der englischen Krönung und der königlichen Bestattungsrituale in der Zeit von ca. 1327 bis ca. 1327. 1485. Es wird argumentiert, dass königliche Rituale als lokalisierte kulturelle Anlässe angesehen werden müssen, die in diskreten performativen Räumen und zeitlichen Kontexten produziert und konsumiert wurden. Daraus folgt, dass die Analyse von Funktion und Bedeutung innerhalb von Ritualen enger in den unmittelbaren Kontextumgebungen angesiedelt sein sollte, in denen Rituale entwickelt, vorgeschrieben und durchgeführt wurden.

In Kapitel 1 der Dissertation gebe ich einen Überblick über die Geschichtsschreibung spätmittelalterlicher Krönungs- und königlicher Bestattungsrituale und eine erweiterte Analyse einiger theoretischerer Ansätze zur Erforschung von Ritualen in nichtgeschichtlichen Disziplinen. Teil 1 der Arbeit besteht aus zwei Kapiteln, in denen verschiedene Dimensionen der Beziehung zwischen Textverordnung und performativer Praxis im königlichen Ritual untersucht werden. Kapitel 2 versucht, einige vorherrschende historische Wahrnehmungen in Bezug auf die Textautorität und die präskriptive Reichweite liturgischer ritueller Ordinaten zu problematisieren, und es wird argumentiert, dass diese Texte lokalisiert, parteiisch und in ihrem Umfang nicht vollständig waren. In Kapitel 3 wird argumentiert, dass Historiker der Art und Weise, wie die Bedeutung des Rituals durch visuelle Medien vermittelt wurde, größere Aufmerksamkeit widmen müssen. In diesem Kapitel wird die Bedeutung der Visualität des königlichen Rituals sowohl im Hinblick auf seine Funktionsweise innerhalb der rituellen Aufführung als auch auf seine Wirkung außerhalb der Parameter der Ritualkultur untersucht. Im weiteren Sinne wird auch die Beziehung untersucht, die den visuellen Charakter des Rituals mit der zunehmenden Textualisierung des Verfahrens verbindet. Teil 2 der Arbeit besteht aus vier Kapiteln in Form von Fallstudien, die das Verhältnis von Politik und ritueller Praxis untersuchen. In diesen Kapiteln werden einige Beispiele für die unterschiedlichen politischen Verwendungszwecke untersucht, denen Krönungs- und königliche Bestattungsrituale in ihrem unmittelbaren performativen Kontext dienten. Auf der Grundlage dieser Studien wird argumentiert, dass königliche Rituale als dynamische und generative Aspekte der spätmittelalterlichen politischen Kultur angesehen werden sollten.

Einleitung: Diese Arbeit untersucht die königliche königliche Ritualkultur im 14. und 15. Jahrhundert und konzentriert sich dabei speziell auf die Rituale der Krönung und Beerdigung. Die rituelle Kultur ist ein Aspekt des spätmittelalterlichen Königtums, der eine relativ reiche Naht überlebender präskriptiver, narrativer und administrativer Beweise hervorgebracht hat. Rituale erregten buchstäblich die Aufmerksamkeit zeitgenössischer Beobachter (wie beabsichtigt) und haben weiterhin die Aufmerksamkeit mittelalterlicher Historiker auf sich gezogen, insbesondere weil sie interessantes und farbenfrohes Füllmaterial innerhalb des immer beliebter werdenden Genres der historischen Biographie liefern. Trotz des Aufkommens der Kulturgeschichte in den letzten Jahrzehnten und des beträchtlichen Einflusses, den dies auf das Studium städtischer Rituale ausübte, haben politische Historiker relativ wenig versucht, die Rituale des Königtums neu zu analysieren. Zum Teil erklärt sich diese Situation möglicherweise aus der traditionellen Tendenz innerhalb der historischen Disziplin, Veränderungsmuster im Laufe der Zeit als das endgültige Objekt historischer Untersuchungen zu betrachten. Dementsprechend wurde das Studium des Rituals durch die vorherrschende Wahrnehmung entmutigt, dass der vorgeschriebene Charakter der Ritualpraxis bedeutete, dass es im Wesentlichen ein festes Merkmal in der sich verändernden Welt der Politik war. Es ist eine zentrale Behauptung dieser These, dass das Ritual tatsächlich eine dynamische Qualität aufweist, die es ihm ermöglicht, als generativer Aspekt des politischen Gefüges zu agieren.


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