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Ein Kaufmann aus dem 15. Jahrhundert in London und Kent: Thomas Walsingham (gest. 1457)

Ein Kaufmann aus dem 15. Jahrhundert in London und Kent: Thomas Walsingham (gest. 1457)

Ein Kaufmann aus dem 15. Jahrhundert in London und Kent: Thomas Walsingham (gest. 1457)

Von Janet Clayton

Masterarbeit, University of London, 2014

Einleitung: 1424 erwarb der Londoner Bürger und Winzer Thomas Walsingham das Herrenhaus von Scadbury, damals in der Gemeinde Chislehurst im Nordwesten von Kent. Das Herrenhaus und ein Großteil des dazugehörigen Anwesens sind noch im Scadbury Park erhalten, der heute dem Londoner Stadtteil Bromley gehört. Die Übernahme von Scadbury durch Thomas war für die Nachbarschaft wichtig. Die Walsinghams wurden zur führenden einheimischen Familie und lebten in Scadbury, bis das Anwesen 1660 verkauft wurde. Ihnen wurde zugeschrieben, Chislehurst in einen begehrenswerten Londoner Vorort verwandelt zu haben.

Die Orpington and District Archaeological Society (ODAS) hat seit 1986 in Scadbury ausgegraben. 2013 wurde die Wasserfläche als geplantes altes Denkmal ausgewiesen. Es ist daher ein guter Zeitpunkt, um den ersten Walsingham-Eigentümer des Anwesens zu beurteilen. Warum erwarb er eine Immobilie in Kent - und welche Art von Karriere verfolgte er in London?

Der kaufmännische Kontext, in dem Thomas Walsingham tätig war, ist relativ gut verstanden. Sylvia Thrupps Analyse der Londoner Kaufleute hat gezeigt, wie sie lebten und arbeiteten und was sie für ihre Familien anstrebten. Die Art und Weise, wie Londoner Händler in ganz Europa gehandelt haben, wurde untersucht, und die Handelsaktivitäten führender Unternehmen wie Grocers und Mercers wurden eingehend untersucht. Wo dokumentarische Beweise erhalten sind, hat es sich als möglich erwiesen, die Karrieren einzelner Kaufleute wie Gilbert Maghfield und Richard Whittington zu untersuchen und den Handel mit bestimmten Waren wie Wolle und Wein eingehend zu untersuchen.

Die Londoner Kaufleute gingen traditionell nach der Ausbildung zum Handwerker und der Aufnahme in die Firma oder das „Geheimnis“ dieses Handwerks in das Geschäft. Bis zum 15. Jahrhundert waren viele Kaufleute über ihren ursprünglichen Firmenfokus hinausgegangen; Sie befassten sich mit einer breiten Produktpalette und waren international tätig. Sie könnten ins Ausland reisen oder Faktoren nutzen, um in ihrem Namen zu verhandeln. Sie könnten ihre Waren direkt an ihre Kunden oder an Händler verkaufen, die den Weiterverkauf in London oder darüber hinaus übernehmen würden. Einige waren Unternehmer, arbeiteten mit ausländischen Händlern zusammen und verwalteten den Import von Rohstoffen wie Eisen, Leder oder Farbstoffen. Ihr Außenhandel war häufig der Export von englischer Wolle nach Europa, die für ihre Qualität hoch geschätzt wurde, und - bis zum 15. Jahrhundert - von in England hergestelltem feinem Wolltuch.


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