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Lachen im Mittelalter

Lachen im Mittelalter

Lachen im Mittelalter: Die Ethik des historistischen Humors

Vortrag von Louise D’Arcens

Vortrag gehalten auf dem Ethics of Empathy Symposium in Sydney, Australien, am 22. Oktober 2014

In diesem Artikel wird gefragt: Wie und warum hat die Moderne im Mittelalter gelacht, und was ist der ethische Grund für dieses Lachen?

Es ist eine Binsenweisheit, dass das, worüber eine Gesellschaft gemeinsam lacht, ihre ethischen Bestrebungen, Normen und Grenzen offenbart. In jüngster Zeit lag ein starker Fokus auf der Ethik des Humors als Instrument sozialer Toleranz oder Ausgrenzung, wobei Humorwissenschaftler versuchten, die soziale Dynamik zwischen dem Thema des Comic-Textes, seinem Objekt und seinem Publikum zu kalibrieren, um zu identifizieren die Grenze zwischen Humor und Beleidigung. Es besteht ein breiter Konsens darüber, dass Humor unterschiedlich funktioniert: Er kann soziale Normen ausdrücken oder umgekehrt als reflexive Meditation über diese Normen fungieren. Was auch immer die Absicht, der Humor und die Reaktion darauf durch Lachen sein mögen, beide sind reflektierende Praktiken, die die komplexe intersubjektive Natur sozialer Erfahrung offenlegen. Humor und Lachen sind von Natur aus ethische Praktiken, die direkte und sogar dringende Auswirkungen auf das kohärente Funktionieren des sozialen Körpers haben können.

Ein Aspekt dieser sozialen Operation, der jedoch übersehen wird, ist die Art und Weise, wie Gesellschaften mit Lachen über die historische Dimension dessen nachdenken, was Helmuth Plessner ihre „exzentrische Positionalität“ nennt, und wie dies durch Humor ausgedrückt wird, der die historische Vergangenheit zum Gegenstand hat . Dieses Papier befasst sich mit diesem Versehen, indem es eine Reihe von mittelalterlichen Comic-Texten untersucht, ihre komplizierte Dynamik historischer Lächerlichkeit und Empathie untersucht und darüber nachdenkt, wie das Lachen im Mittelalter das Selbstverständnis und die kulturellen Werte späterer Gesellschaften offenbart.

Louise D’Arcens ist außerordentliche Professorin für Englische Literatur an der Universität von Wollongong. Sie können mehr über Forschung erfahren, einschließlich:

Ihr Interview über Medievally Speaking

Ihr Artikel Sie mussten da sein: Anachronismus und die Grenzen des Lachens im Mittelalter

Dieses Interview mit dem ARC Center of Excellence für die Geschichte der Emotionen


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