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Wikinger, die barbarischen Helden: Erkundung des Wikingerbildes in Museen in Island und England und seiner Auswirkungen auf die Identität

Wikinger, die barbarischen Helden: Erkundung des Wikingerbildes in Museen in Island und England und seiner Auswirkungen auf die Identität

Wikinger, die barbarischen Helden: Erkundung des Wikingerbildes in Museen in Island und England und seiner Auswirkungen auf die Identität

Gudrun D. Whitehead

Universität von Leicester: Doktor der Philosophie, School of Museum Studies, März (2013)

Abstrakt

Wikinger: Ein Begriff, der so bekannt ist, dass er sofort ein Bild von blutrünstigen Kriegern, Waffen, Horten, brennenden Klöstern und heldenhaften Schlachten hervorruft. Trotz des wachsenden akademischen Wissens über die Grenzen dieses Stereotyps der Wikinger ist es dennoch stark in der Populärkultur verwurzelt. Wie können uns Museumsbesucher helfen, die Rolle der Wikinger bei der Konstruktion, Aufrechterhaltung und Veränderung kollektiver, nationaler und persönlicher Identitäten zu verstehen? Diese Forschung untersucht das Bild der Wikinger in der englischen und isländischen Gesellschaft und in zwei Museen, Víkingaheimar in Reykjanesbær, Island und Yorkshire Museum in Yorkshire, England. Ziel dieser Arbeit ist es, die Reaktionen der Besucher auf Museumsdarstellungen der Wikinger zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen die Rolle des kollektiven Gedächtnisses im Bedeutungsschöpfungsprozess in Museen und die Verwendung des Wikinger-Stereotyps als Trope, um kollektive, nationale und individuelle Identitäten zu konstruieren. Durch die Untersuchung individueller Reaktionen auf die Geschichte fördert die Forschung außerdem das Verständnis der Auswirkungen des Wikingerbildes und seiner Repräsentation in Museen in der modernen Gesellschaft. Es zeigt auch, wie die Geschichte, insbesondere die Geschichte jenseits des lebendigen Gedächtnisses, genutzt wird, um die gegenwärtigen sozialen Probleme zu verstehen.

Die im Víkingaheimar und Yorkshire Museum durchgeführten Feldforschungen werden anhand von Theorien zu historischer Distanzierung, kollektivem sozialem Gedächtnis, Nationalismus, Andersartigkeit und Repräsentation in Museen analysiert. Diese Theorien werden in Bezug auf Identitätsbildung und kollektives Gedächtnis diskutiert, um die Rolle und die Einflüsse der Wikinger und ihr Alter auf die moderne isländische und englische Gesellschaft zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studienteilnehmer die kollektive soziale Vergangenheit nutzten, um aktuelle soziale Probleme und Ereignisse zu rationalisieren. Dies ermöglichte eine positive Interpretation und fließende Bildung ihrer verschiedenen Identitäten innerhalb der Museumsausstellung. Darüber hinaus haben die Teilnehmer die Vergangenheit persönlicher gestaltet, indem sie über ihre eigene Identität in der Geschichte nachgedacht haben. Den Teilnehmern dieser Studie wird gezeigt, dass sie die Vergangenheit auf der Grundlage des kollektiven Gedächtnisses interpretieren und dabei die historische Ausstellungserzählung des Museums zugunsten ihrer bereits vorhandenen Ideen zur Geschichte ignorieren.


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