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Die baltische Grenze: Warum gab es in der Ostsee keine norwegischen Kreuzzüge?

Die baltische Grenze: Warum gab es in der Ostsee keine norwegischen Kreuzzüge?

Die baltische Grenze: Warum gab es in der Ostsee keine norwegischen Kreuzzüge?

Von Pål Berg Svenugnsen

Papier bei der gegeben Internationaler Mittelalterkongress 2014, Universität von Leeds

Einleitung: Im 12. und 13. Jahrhundert war das Gebiet um die baltische Region eine Grenze, die die Grenzen zwischen Christentum und Heidentum in Europa markierte. Die nördlichen und westlichen Ecken der Ostsee wurden von den christlichen Mächten der aufstrebenden skandinavischen Königreiche und des polnischen Königreichs sowie der deutschen Fürstentümer weiter südlich dominiert. Die östliche Ecke wurde jedoch immer noch von Stämmen dominiert, die noch nicht zum Christentum konvertiert waren. Die Gebiete der sogenannten Wenden und anderer slawischer oder finno-ugrischer Stämme blieben die „letzte Hochburg des einheimischen europäischen Heidentums“. Diese Gruppen wurden das Ziel für christliche Missionare, Kreuzfahrer und weltliche Herren mit territorialen Ambitionen.

In der daraus resultierenden Ausweitung der Kreuzzugsbewegung auf den baltischen Raum scheint das Königreich Norwegen bemerkenswert abwesend zu sein, was zu der in diesem Papier gestellten Frage führt: Warum gab es in der Ostsee keine norwegischen Kreuzzüge? Die Antwort ist vielleicht zu offensichtlich - Es ist die Geographie, dumm! Im Gegensatz zu den benachbarten Königreichen hatte Norwegen keine direkte geografische Grenze zur Ostsee. Diese ordentliche Schlussfolgerung - die dieses Papier ziemlich kurz machen würde - erweist sich bei näherer Betrachtung nicht als völlig zufriedenstellende Antwort.

In diesem Artikel werde ich mich auf einige Gründe konzentrieren, warum sich die norwegischen Interessen im 12. und 13. Jahrhundert von denen der anderen skandinavischen und deutschen Ambitionen im Baltikum unterschieden. Ich habe es auf drei Schlüsselfaktoren eingegrenzt. Diese drei Kategorien sind jedoch keine autonomen Kategorien, sondern überschneiden sich. Zwei davon sollten Historikern des mittelalterlichen Norwegens bekannt sein, während das dritte - zumindest meines Wissens - unerforschtes Gebiet ist. Der erste und zweite Faktor sind die geopolitischen Ambitionen der norwegischen Monarchen in dieser Zeit und die Einschränkungen, die durch die Modi der Kriegsführung und der Militärtechnologie entstehen. Der dritte Faktor ist die Entwicklung einer norwegischen Kreuzzugstradition, die sich von der Schwedens und Dänemarks trennte.


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