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Von Feuer und Wasser: Die altnordische mythische Weltanschauung in einer öko-mythologischen Perspektive

Von Feuer und Wasser: Die altnordische mythische Weltanschauung in einer öko-mythologischen Perspektive

Von Feuer und Wasser: Die altnordische mythische Weltanschauung in einer öko-mythologischen Perspektive

Von Mathias Nordvig

Doktorarbeit, Universität Aarhus, 2014

Abstract: Der Hauptzweck dieser Dissertation ist es, das Thema Weltanschauung im Kontext der altnordischen Mythologie anzusprechen. Zu diesem Zweck stelle ich die Frage:

(1) Wie ist die Konstitution der altnordischen Weltanschauung nach den literarischen mythologischen Quellen in Bezug auf das Verhältnis des Menschen zur Natur? Welche Beziehung besteht zwischen den konzeptuellen Kategorien Kultur und Natur oder zivilisiert und wild (byggð undóbyggðinnangarðs undútangarðs) wie es im Umgang des æsir mit der umgebenden Welt im Mythos von Þórrs Fangexpedition, dem Schöpfungsmythos und dem Mythos der Mead of Poetry in der Edda-Version zum Ausdruck kommt? Wie drücken die Handlungen der Götter in diesen Erzählungen die mythischen Vorstellungen des Menschen von seiner Beziehung zu Land und Meer in den skandinavischen und nordatlantischen Ökosystemen aus?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst feststellen, was unter dem Begriff „Weltanschauung“ zu verstehen ist, da dies in der altnordischen Wissenschaft überhaupt nicht klar oder konsistent ist. Der Begriff wird häufig von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen verwendet, von Literatur und Religion bis zur Archäologie. Das Thema hat in den letzten vierzig Jahrzehnten an Popularität gewonnen, und der Begriff „Weltanschauung“ ist in der Wissenschaft alltäglich geworden. Es ersetzt häufig den Begriff „Kosmologie“ im Kontext der altnordischen Mythologie in der interdisziplinären Diskussion oder in der Gegenüberstellung von Heidentum und Christentum. Es kann auch verwendet werden, um ein populäres Verständnis der altnordischen Religion und Mythologie zu beschreiben, das einem dogmatischen oder maßgeblichen widerspricht. In anderen Fällen wird der Begriff von einigen Wissenschaftlern als Bezeichnung für eine soziale Ideologie verwendet, die im Wesentlichen unbewusst in der Gesellschaft und im individuellen Leben umgesetzt wird.

Der Begriff „Weltanschauung“ ist diffus und stammt aus dem deutschen philosophischen BegriffWeltanschauung wie es unter anderem von Dilthey, Jaspers und Scheler verwendet wird, um ein Gesamtverständnis der Welt durch ein Individuum oder ein Volk zu bezeichnen. Dieses allumfassende Verständnis der Welt synthetisiert, verallgemeinert und transzendiert die wissenschaftliche sowie die nichtwissenschaftliche Wahrnehmung der Realität und schreibt soziales Verhalten, Werte und Erklärungen für die umgebende Welt vor. Dies ist eine sehr weit gefasste Definition, und es ist daher kein Wunder, dass der Begriff in der altnordischen Wissenschaft viele Verwendungszwecke findet. Aufgrund der Unklarheit hinsichtlich des Begriffs „Weltanschauung“ und seiner Anwendung bringt die obige Frage in Verbindung mit der Tatsache, dass es keine nachweislich konkreten Quellen aus erster Hand für die vorchristliche Weltanschauung Skandinaviens gibt, zwei weitere wichtige Aspekte mit sich Fragen, nämlich:

1) Wenn die Literatur der altnordischen Mythologie eine bestimmte Weltanschauung enthält, wie ist die interne Beziehung zwischen diesen Texten? Und;

2) Wie ist das äußere Verhältnis der Mythologie zur umgebenden Welt?

Siehe auchHatten die Wikinger Angst vor Vulkanen?


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