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Die Sprache der Vögel in altnordischer Tradition

Die Sprache der Vögel in altnordischer Tradition

Die Sprache der Vögel in altnordischer Tradition

Bourns, Timothy

Masterarbeit, Universität Island (2012)

Abstract: Ausgewählte Charaktere der mittelalterlichen isländischen Literatur können die Sprache der Vögel verstehen. Angefangen von Sigurðrs Verkostung des Bluts des Drachen Fáfnir bis hin zu Óðinns täglichem Dialog mit den Raben Huginn und Muninn werden zahlreiche Quellen aus einer vergleichenden Perspektive untersucht. Vögel bieten Personen, die mit Königtum und Weisheit in Verbindung stehen, stets wichtige Informationen. Das breite chronologische und geografische Spektrum dieses Motivs wird ebenso untersucht wie die faszinierenden theoretischen Fragen, warum Vögel die Weisheitslieferanten der Natur sind. Mit ihrer Fähigkeit zu fliegen und zu singen nehmen Vögel allgemein einen besonderen Platz in der menschlichen Erfahrung als Symbole der Transzendenz und des numinösen Wissens ein. Die altnordische Tradition spiegelt diese Realität wider.

Einleitung: Während der frühen Reisen von Oddr und Ásmundr in der Örvar-Odds-Saga kommen diese vereidigten Brüder in eine große und gut beleuchtete Halle in Bjarmaland. Sie sehen viele Menschen, die sich im Inneren amüsieren. Oddr fragt: "Skilr þú hér nokkut mál manna?" Als Antwort darauf „Eigi heldr en fuglaklið“, sagði Ásmundr. "Eða þykkist þú nokkut af skilja?" Oddr antwortet: "Eigi er þat síðr". Für Oddr und Ásmundr gilt die Sprache der Vögel als unverständlich; aber für andere Charaktere in der altnordischen Tradition ist die Vogelsprache nicht so fremd.

Besondere Personen, die die Sprache der Vögel verstehen können, sind im gesamten mittelalterlichen isländischen Literaturkorpus verbreitet. Ihre effektive Kommunikation mit Menschen in der altnordischen Überlieferung bietet ein weiteres Beispiel für ihre einzigartige Rolle in der sozio-kosmischen Realität der Menschheit.

Zunächst wird auf den Völsung-Zyklus eddischer Poesie und legendärer Literatur eingegangen. Nachdem Sigurðr den Drachen Fáfnir getötet und sein Blut gekostet hat, versteht er die Sprache der Vögel. Sie warnen ihn vor Reginns beabsichtigtem Verrat, raten ihm, den Schatz der Schlange für sich zu nehmen und ihn auf die Valkyrja Brynhildr zu lenken. Das Drachentöten symbolisiert eine heldenhafte Einweihung, bei der eine numinöse Fähigkeit erworben wird. In Guðrúnarkviða I schmeckt Guðrún Fáfnirs Blut und erlangt auch diese Fähigkeit. und in Ragnars Saga loðbrókar lernt Sigurðrs Tochter Áslaug von drei Vögeln von Ragnars betrügerischem Plan, eine andere Frau zu heiraten.


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