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Der rechtliche Rahmen für die Scheidung „a mensa et thoro“ und die Rechtspflege in den Niederlanden

Der rechtliche Rahmen für die Scheidung „a mensa et thoro“ und die Rechtspflege in den Niederlanden

XIV: 14. Internationaler Kongress für mittelalterliches Kirchenrecht

5. - 11. August 2012 (Toronto, Kanada)

Der rechtliche Rahmen für die Scheidung „a mensa et thoro“ und die Rechtspflege in den Niederlanden

Emmanuël Falzone

In einem Gerichtsverfahren von 1471 wurde eine Frau aus ihrem Eheheim vertrieben und ein Scheidungsverfahren gegen ihren Ehemann Pierre eingeleitet. Dieses Papier konzentriert sich auf den Wendepunkt des 15. und 16. Jahrhunderts und demonstriert die Rechtspflege, die Laiengerichtsbarkeit und die weltliche Gerichtsbarkeit. Scheidungsfälle und die Aufteilung des ehelichen Eigentums wurden von vier Dekretalen im kanonischen Recht entschieden. Das eheliche Eigentum wurde zwischen den Ehepartnern aufgeteilt und die Frau behielt ihre Mitgift, es sei denn, sie wurde wegen Ehebruchs geschieden, wo sie ihre Mitgift verlieren würde. Es gab einige Unterschiede zwischen den Gerichten von einer Diözese zur nächsten.

Die Aufteilung des Eigentums erfolgte häufig vor und während des Scheidungsverfahrens. Eine Vereinbarung wurde vor der örtlichen Bank des Alderman aufgezeichnet. 1456 verwies ein Beamter auf ein öffentliches Dokument, das von zwei Notaren aufgezeichnet wurde und an dessen Inhalt interessiert war. Er bescheinigte die Aufteilung des Eigentums, anstatt sie zu bestätigen oder zu genehmigen. Der Geistliche kümmerte sich nur um den Inhalt der Abteilung. Die meisten Fälle wurden eher zertifiziert als genehmigt, wobei die Genehmigung eher den Wünschen des Paares entsprach.

Als ein Ehemann wegen Ehebruchs verurteilt wurde, verlor er das Recht auf Verwaltung der Mitgift seiner Frau und ihres Eigentums. Umgekehrt - die Frau verlor ihre Mitgift, wenn sie des Ehebruchs schuldig war.

Scheidungsfälle vor der Gerichtsbarkeit: Ehegüter in Antwerpen. Sie schauten, ob es am Ehebruch des Mannes, am Ehebruch der Frau lag, und in solchen Fällen war es in Ordnung, vor das Büro des Alderman zu gehen und die Scheidung zu beantragen. Wenn beide Ehegatten Ehebruch begangen haben, haben beide Ehegatten ihr eigenes Eigentum behalten. Im 15. Jahrhundert tendieren nach Angaben in Antwerpen sowohl Paare als auch der Stadtrat dazu, ein ausgehandeltes Abkommen zu befürworten. Selbst wenn das Paar nicht einverstanden war, ermutigte der Alderman das Paar, zu einem Mediator zu gehen.

Wie gingen Paare mit ihren Trennungen um? In den Niederlanden war die Scheidung gemischt. Die Aufteilung des Eigentums war eher das erste Interesse des Paares als die formelle Trennung, wobei das Hauptinteresse darin bestand, das Familienvermögen zu schützen.


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