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Ringgeber und Römer: die kulturellen Wurzeln der angelsächsischen Kirchenarchitektur

Ringgeber und Römer: die kulturellen Wurzeln der angelsächsischen Kirchenarchitektur

Ringgeber und Römer: die kulturellen Wurzeln der angelsächsischen Kirchenarchitektur

Hundley, Catherine Edith

Master of Arts Thesis, Georgetown University (2010)

Seit mindestens zweihundert Jahren diskutieren Wissenschaftler über die architektonischen Einflüsse angelsächsischer Kirchen. Indem Kritiker das Vorhandensein kontinentaler Bauelemente erkannten, wiesen sie Kirchen vor der Eroberung häufig als minderwertige Nachahmungen des römischen oder karolingischen Designs zurück. Architekturhistoriker erkannten selten mögliche Inseleinflüsse auf die Münsterarchitektur an, während die integrierte Kultur der germanischen britischen Christen nie angemessen an die Architektur der angelsächsischen Kirche gebunden war. Es ist jedoch diese synkretistische Kultur, die die unverwechselbare Gestaltung von Kirchen vor der Eroberung ermöglichte. Diese Arbeit wird die angelsächsische Kirchenarchitektur in ihren breiteren kulturellen Kontext stellen.

Beweise für diese Synthese wurden durch Besuche vor Ort in ausgewählten angelsächsischen Kirchen in Südengland zusammen mit der Analyse überlebender dekorativer Künste, Literatur und Primärquellentexte gewonnen. Gegebenenfalls sind auch ausgewählte Sekundärquellen enthalten. Die neun in dieser Arbeit vorgestellten Kirchen zeigen eine Vielzahl von Grundrissen, Baumaterialien und dekorativen Künsten, teilen jedoch die kulturelle Ästhetik einer lokalisierten Neuinterpretation. Obwohl primäre Quelltexte konsultiert wurden, sind nur wenige erhaltene Dokumente mit stehenden Kirchen verbunden. Dieser Mangel an schriftlichem Material erhöht die Bedeutung der Gebäude selbst als Hauptquelle für „Dokumente“, und ein umfassenderes Verständnis dieser Kirchen wird das Studium der angelsächsischen Religions- und Kulturgeschichte erheblich vorantreiben. Diese Gebäude sind Ausdruck einer Kultur, die germanische, kontinentale und Inseleinflüsse kombiniert, um ein unverwechselbares religiöses Leben und Architektur zu schaffen.

Noch wichtiger ist, dass keine zwei genau gleich sind. Obwohl überlebende Kirchen der angelsächsischen Ära ein gemeinsames architektonisches Vokabular verwenden, verwendete jede Kirche etablierte Elemente, um einen lokalen architektonischen Ausdruck zu schaffen. Diese Unabhängigkeit steht im Einklang mit dem dezentralen Charakter der angelsächsischen politischen und kirchlichen Landschaft. Durch das Verständnis der endlosen Variationen der Form innerhalb eines gemeinsamen architektonischen Vokabulars ist es möglich, die angelsächsische Kirche als Institution im Dialog mit der größeren christlichen Welt zu verstehen, die sich jedoch auf ihre lokale Mission konzentriert. Das Lesen jedes Gebäudes in Übereinstimmung mit der Literatur, der politischen Geschichte und dem klösterlichen Diskurs der Epoche trägt viel dazu bei, das breitere Verständnis der angelsächsischen Ära zu beleuchten.


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