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Die Welt westlich von Island in mittelalterlicher isländischer mündlicher Tradition

Die Welt westlich von Island in mittelalterlicher isländischer mündlicher Tradition

Die Welt westlich von Island in mittelalterlicher isländischer mündlicher Tradition

Von Eleanor Rosamund Barraclough

Die 14. Internationale Saga-Konferenz Uppsala, 9. - 15. August 2009, herausgegeben von Agneta Ney, Henrik Williams und Fredrik Charpentier Ljungqvist (Gävle University Press, 2009)

Einleitung: Die Zusammenfassung dieses Papiers machte auf die ungewöhnliche Art und Weise aufmerksam, in der die Íslendingasögur zeigen die Welt westlich von Island (mit besonderem Schwerpunkt auf Grönland) und die Auswirkungen dieser Darstellung auf die Konstruktion eines „Weltbildes“ der geografischen Sphäre, wie es von der mittelalterlichen nordischen Gesellschaft gesehen worden sein könnte. Das Grönland der Sagen war ein einzigartiger und manchmal seltsamer Ort, der irgendwo an der Grenze zwischen der bekannten, vertrauten nordischen Welt und einer unbekannten, exotischen Sphäre dahinter lag. Eine Analyse einer Saga wird durch die Berücksichtigung ihrer mündlichen Dimensionen verbessert. Das Thema ist jedoch besonders wichtig bei Texten mit grönländischen Episoden, bei denen die Herkunft und die Art dieser zugrunde liegenden mündlichen Elemente besonders schwer festzustellen sind. Der Grad der Kohärenz in den Darstellungen der verschiedenen Sagen der Region lässt jedoch auf eine gewisse Stabilität innerhalb der mit dem Land verbundenen mündlichen Überlieferungen schließen. Dies gilt insbesondere für die Vínland-Sagen (Eiríks Saga und Grænlendinga-Saga), wo ihre Ähnlichkeiten dazu führten, dass die frühe Wissenschaft eine literarische Beziehung zwischen beiden begünstigte, obwohl neuere Forschungen ergeben haben, dass es sich um nicht verwandte literarische Texte mit gemeinsamen mündlichen Elementen handelt. Durch die Untersuchung der Stränge mündlicher Überlieferungen und gemeinsamer literarischer Themen, die in den Sagen immer wieder vorkommen, wird versucht, eine „mentale Karte“ dieser geografischen und sozialen Sphäre zu erstellen, wie sie der mittelalterlichen isländischen Gesellschaft erschienen sein könnte. Es wird den Platz Grönlands in der nordischen Weltanschauung untersuchen und berücksichtigen, warum sich die in der Region angesiedelten Sagen eher auf die negativeren Aspekte der Landschaft und des Lebens im Land konzentrieren.

Siehe auch Feature Vikings in Grönland


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