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Darstellung des „Aufstiegs des Westens“: Manuskripte und gedruckte Bücher in Europa, eine langfristige Perspektive vom 6. bis zum 18. Jahrhundert

Darstellung des „Aufstiegs des Westens“: Manuskripte und gedruckte Bücher in Europa, eine langfristige Perspektive vom 6. bis zum 18. Jahrhundert

Darstellung des „Aufstiegs des Westens“: Manuskripte und gedruckte Bücher in Europa, eine langfristige Perspektive vom 6. bis zum 18. Jahrhundert

ELTJO BURINGH UND JAN LUITEN VAN ZANDEN

Das Journal of Economic HistoryVol. 69 (2009)

Abstrakt

Dieser Artikel schätzt die Entwicklung von Manuskripten und gedruckten Büchern in Westeuropa im Laufe von dreizehn Jahrhunderten. Wie diese Schätzungen zeigen, war die Buchproduktion im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein dynamischer Wirtschaftszweig mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund einem Prozent. Die steigende Produktion nach der Mitte des 15. Jahrhunderts war wahrscheinlich auf niedrigere Buchpreise und höhere Alphabetisierung zurückzuführen. Um die Dynamik der mittelalterlichen Buchproduktion zu erklären, liefern wir Schätzungen für die Urbanisierungsraten und für die Anzahl der Universitäten und Klöster. Klöster scheinen in der Frühzeit am wichtigsten gewesen zu sein, während Universitäten und Laien die spätere mittelalterliche Nachfrage nach Büchern dominierten.

Die quantitative Rekonstruktion der Buchproduktion kann dazu beitragen, die langfristige Entwicklung der europäischen Wirtschaft in den Jahrhunderten vor der industriellen Revolution neu zu beleuchten. Man kann argumentieren, dass Bücher strategische Waren waren. Sie waren ein entscheidender Bestandteil der Informationsinfrastruktur und in gewisser Weise der „Hardware“, in der alle Ideen gespeichert waren. Die Produktion und Akkumulation von Büchern kann daher als Proxy für die Produktion und Akkumulation von Ideen verwendet werden - eine wichtige Variable in der Theorie des endogenen Wachstums.


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