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Belagerungskrieg während der Kreuzzüge

Belagerungskrieg während der Kreuzzüge

Belagerungskrieg während der Kreuzzüge

Von Betsy Trevor Munson Brown

Masterarbeit, Texas Tech University, 1974

Abstract: Über jede Facette der Kreuzzüge wurde viel Material geschrieben. In der Militärgeschichte wurden alle wichtigen Kampagnen der Kreuzzugszeit eingehend untersucht und diskutiert. In der Zeit, als die Christen in der Levante anwesend waren, gab es jedoch keine endgültige Studie über Belagerungskriege. Belagerungskunst, Rüstung und die Belagerungen selbst wurden in der gesamten Militärgeschichte des Mittelalters als nur geringfügige Bruchteile behandelt. Diese Aspekte der Belagerungskriegsführung wurden jedoch von den Chronisten, die die verschiedenen Kreuzzugsarmeen begleiteten, ausführlich erörtert. Aus den Berichten der Teilnehmer und Beobachter geht hervor, dass man die Rolle der Belagerungskriegsführung in den Kreuzzügen zu schätzen weiß. Der Belagerungskrieg wurde von den Christen und Sarazenen nicht erfunden, als sie sich in der Levante gegenüberstanden. Im Gegenteil, die Römer (200 v. Chr. - 400 v. Chr.) Waren mit der Belagerungsstrategie und -taktik sehr vertraut. Ein Großteil ihrer Belagerungskunst war der der Kreuzfahrer im Mittelalter sehr ähnlich.

Das römische Wissen über Belagerungskriege wurde jedoch an die Männer des frühen Mittelalters (400-1100 n. Chr.) Weitergegeben, bevor es jemals zum Wissen der Kreuzfahrer wurde. Während des frühen und späten Mittelalters wurde das Belagerungsschiff aus Holz anstelle von Eisen gebaut, das die Römer verwendet hatten. Die Holzkonstruktion war die wahrscheinliche Ursache für die Minderwertigkeit der Belagerungsfahrzeuge der Kreuzfahrer. Die Maschinen der Kreuzfahrer waren nicht nur in der Konstruktion minderwertig, dh weniger langlebig, sondern die Waffen waren auch in Kraft und Reichweite unterlegen.

Trotz der Minderwertigkeit in der Belagerungskunst zeigten die Kreuzfahrer eine bemerkenswerte Leistung. Als die christliche Armee 1096 zum ersten Mal in die Levante reiste, waren die Kreuzfahrer mit Belagerungskriegen relativ unbekannt. In Westeuropa wurden tagsüber auf freiem Feld Schlachten ausgetragen. Infolgedessen waren die Christen nicht auf monatelange Angriffe auf einen Feind vorbereitet, der sich in den Mauern einer Burg befand. Besonders am Anfang war die Taktik oft willkürlich und ineffektiv. Zuweilen waren die Moral und die Nahrungsmittelversorgung so niedrig, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Verteidigern und den Belagerern gab. Es gab mehrere Fälle, in denen die Kreuzfahrer völlig gescheitert wären, wenn nicht die italienischen Stadtstaaten geholfen hätten. Der gesamte vierte Kreuzzug wäre ohne die Hilfe der Venezianer unmöglich gewesen. Doch mit der Praxis und der Erfahrung, die die Belagerungen lieferten, beherrschten die Kreuzfahrer ihre Belagerungskunst und ihre Taktik der Belagerungskriegsführung.

Der Zweck dieses Papiers ist es, den Belagerungskrieg während der ersten fünf Kreuzzüge zu untersuchen. Die Belagerungskunst und die verwendeten Rüstungen werden diskutiert und die Zusammensetzung der Armeen untersucht. Als nächstes wird die Rolle der italienischen Stadtstaaten in der Belagerungskriegsführung berücksichtigt. Abschließend werden fünf Belagerungen und die Art und Weise, wie die Kreuzfahrer sie durchgeführt haben, ausführlich erörtert.


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