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Der byzantinische Kommuniongesang zu Ostern in Manuskripten aus dem 14. Jahrhundert

Der byzantinische Kommuniongesang zu Ostern in Manuskripten aus dem 14. Jahrhundert

Der byzantinische Kommuniongesang zu Ostern in Manuskripten aus dem 14. Jahrhundert

Von Horst Bernhard Loeschmann

Masterarbeit, University of British Columbia, 1982

Abstract: Erst kürzlich wurde die Aufmerksamkeit der Musikwissenschaftler auf das Studium der östlichen Kirchenmusik gelenkt, wie es in byzantinischen Manuskripten des 14. und 15. Jahrhunderts übermittelt wurde. Dies stellt eine Umkehrung der Vorurteile dar, die die meisten Pioniere der Disziplin hatten, die glaubten, dass das musikalische Schaffen des spätbyzantinischen Reiches nur ein blasses Spiegelbild eines einst großartigen Stils war und daher einer eingehenden Prüfung unwürdig war.

Zur Unterstützung der gegenwärtigen Neubewertung des spätbyzantinischen Musikstils zeigt diese Studie, dass die Komponisten dieser Zeit trotz des schwindenden Schicksals des Reiches einen entscheidenden und bedeutenden Höhepunkt für ein Jahrtausend liturgischer Komposition geschaffen haben beschränkt auf eine klar erkennbare Einheit innerhalb des Repertoires des 14. Jahrhunderts: das Osterkoinonikon oder der Kommuniongesang [Text weggelassen], eine Hymne, die von mindestens vierzehn Manuskripten übermittelt wird, die die Werke von etwa sieben Komponisten darstellen. Die acht hier betrachteten Einstellungen umfassen die gesamte Sammlung dieses Gesangs aus dem 14. Jahrhundert, die die Wechselfälle der Zeit überstanden hat.

Die Untersuchungsmethode ist sowohl historisch als auch analytisch. Die Ergebnisse zeigen einen bisher ungeahnten Grad an Verwandtschaft zwischen den musikalischen Materialien aller sieben Komponisten, der durch die Bildung von drei unterschiedlichen Untergruppen abgegrenzt wird. Diese wiederum unterstreichen das Vorhandensein eines bekannten Thesaurus musikalischer Elemente. Eine Ähnlichkeit verschiedener Zusammensetzungsverfahren wird ebenfalls offensichtlich. Das bedeutendste davon ist die Verwendung eines Refrains, der dem Alleluia-Refrain analog ist, der in den meisten anderen Kommunionhymnen vorkommt. Natürlich gibt es im Laufe des Jahrhunderts eine Reihe von stilistischen Unterschieden in der schriftlichen Tradition, die eine allmähliche Weiterentwicklung der Komponistensprache widerspiegeln. Von besonderem Interesse für zukünftige Studien ist die Entwicklung einer vorläufigen Chronologie für diese sieben Komponisten, da dies in vielen Fällen ihre derzeit akzeptierte Datierung ersetzt.

Am wichtigsten ist jedoch die Tatsache, dass diese Studie die Aufmerksamkeit auf sich zieht und ein neues Licht auf einen vernachlässigten Bereich der byzantinischen Musikgeschichte wirft und auf die Notwendigkeit hinweist, auf diesem Gebiet weiter zu forschen.


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