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Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Delirs als psychische Störung

Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Delirs als psychische Störung

Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Delirs als psychische Störung

DIMITRIOS ADAMIS (Oxleas NHS Trust, Großbritannien), ADRIAN TRELOAR (Oxleas NHS Trust, Großbritannien), FINBARR C. MARTIN (Guy und St Thomas NHS Foundation Trust, London) und ALASTAIR J. D. MACDONALD (Institut für Psychiatrie, London)

Geschichte der Psychiatrie, 18(4): 459–469 (2007)

Abstrakt

Wir überprüfen die wichtigsten Konzepte zum Thema Delirium von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Wir konzentrieren uns auch auf die Frage, wie diese Konzepte mit den besonderen Problemen umgegangen sind, die sich aus Prognose und Ergebnis ergeben. Obwohl unterschiedliche Begriffe verwendet wurden, gibt es seit der Antike eine solide Beschreibung des Delirs - manchmal als Symptom und manchmal als Syndrom. Es ist klar, dass Delirium im Laufe der Jahrtausende ein hochtödliches Syndrom war und ist; Oft wurde ein schlechtes geistiges Ergebnis für die Überlebenden festgestellt. Erst im 20. Jahrhundert glaubte man, dass das Delirium von einer vollständigen Genesung der Überlebenden geprägt war, und dies war wahrscheinlich auf den Wunsch nach einer klaren Unterscheidung von Demenz zurückzuführen.

Trotz der „drei Jahrtausende Deliriumforschung“ bleibt Delirium schwer zu definieren und schwer zu untersuchen. Delir wird normalerweise als akuter, schwankender, vorübergehender und reversibler Zustand angesehen, der durch körperliche Erkrankungen verursacht wird. Sobald die akute Episode abgeklungen ist, wird das prämorbide Funktionsniveau wieder erreicht, wobei die Persönlichkeit wieder intakt erscheint. Erfahrungen und Untersuchungen zeigen jedoch, dass dies nicht immer der Fall ist. Delir ist häufig irreversibel, insbesondere bei älteren Menschen und Menschen mit vorbestehender Demenz. Während die beiden internationalen Klassifikationen (ICD, DSM) die gleichzeitige Gültigkeit einer Diagnose zwischen den Fachleuten erhöhen und die Kommunikation zwischen ihnen erleichtern können, wurden beide Systeme hinsichtlich der Definition von Delir kritisiert. ICD und DSM definieren Delir als Störung (auch wenn die Ätiologie bekannt ist), charakterisieren dann aber Delir als Syndrom. Da die beiden Systeme das Delir nicht nach dem Ergebnis definieren, wurde argumentiert, dass (zumindest bei Überlebenden) das Delir nach der kognitiven Reversibilität definiert werden sollte.


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