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Das Zeichen Christi, das Zeichen der Erlösung: ein erhöhtes Kreuz in einem spätmittelalterlichen armenischen Evangelium

Das Zeichen Christi, das Zeichen der Erlösung: ein erhöhtes Kreuz in einem spätmittelalterlichen armenischen Evangelium

Das Zeichen Christi, das Zeichen der Erlösung: ein erhöhtes Kreuz in einem spätmittelalterlichen armenischen Evangelium

Von Orsolya Mednyánszky

Vortrag auf der Vagantes: Medieval Graduate Student Conference an der University of Pittsburgh (2011)

Im späteren Mittelalter wurden erleuchtete Evangelien bei Armeniern sehr beliebt, und sogar Familien der unteren Klasse besaßen ein eigenes Exemplar. Viele dieser Bücher sind bis heute erhalten, und Mednyansky untersucht ein Manuskript, das in der armenischen Bibliothek und im armenischen Museum in Watertown, Massachusetts, aufbewahrt wird. Diese 15th Das Jahrhundertwerk enthält eine ganzseitige Illustration auf einem erhabenen Kreuz, und dieses Papier konzentriert sich darauf, was dieses Bild zu sagen versucht und wie es von anderen armenischen religiösen Bildern beeinflusst worden sein könnte.

Das Bild selbst ist ein buntes Kreuz, das aus einer Reihe von Kisten besteht, die Blumen oder Muster darstellen. Ganz oben am Kreuz ist der bartlose Kopf Jesu abgebildet, und unten sieht man vier Engel. Die Seite enthält auch einige kurze Schriften, wie zum Beispiel die „Engel“ und die Zeile „Das Kreuz scheint im Osten“.

Das Bild des Kreuzes war im armenischen religiösen Glauben sehr wichtig und wurde als Talisman angesehen, der übernatürliche Kraft besitzen konnte. Mednyansky zeigt Beispiele für andere Illustrationen armenischer Kreuze, die Ähnlichkeiten mit denen aufweisen, die sie heute untersucht, wie beispielsweise die Darstellung von Engeln. Das Kreuz war ein Andachtsbild, das ein nützliches Werkzeug für die Meditation sein würde. Der Fokus des Betrachters würde sich vom unteren Rand der Seite nach oben bewegen, was als Symbol für den Übergang vom irdischen zum himmlischen Bereich angesehen werden könnte. Die Kreuze werden auch oft als Baum des Lebens oder Wald des Lebens bezeichnet, und die Bilder verleihen ihm eine Art organisches Aussehen, das dem eines Baumes ähnelt.

Schließlich weist Medyansky darauf hin, dass das Bild die monophysitische Identität der Armenier von Christus und Christentum stärken würde - im Gegensatz zu römisch-katholischen Darstellungen, die den Körper Jesu ans Kreuz brachten, um sowohl seine menschliche als auch seine göttliche Person hervorzuheben, zeigt das armenische Manuskript nur seinen Kopf als Teil des Kreuzes selbst - um ihn als Gottheit zu betonen.


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