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Frauen und die Produktion religiöser Literatur im Volksmund 1300-1500

Frauen und die Produktion religiöser Literatur im Volksmund 1300-1500

Frauen und die Produktion religiöser Literatur im Volksmund 1300-1500

Von Katherine Gill

Kreative Frauen im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Italien: Eine religiöse und künstlerische Renaissance-Angelegenheit, herausgegeben von E. Ann (Philadelphia, 1994)

Einleitung: Predigt und einheimische religiöse Literatur sind im späten Mittelalter ein zentraler Ort literarischer Innovation. Predigten, Originalkompositionen in Volgare und einheimische Übersetzungen sind auch die Hauptinstrumente für den Austausch religiöser Ideen und den Ausdruck religiöser Einstellungen. Predigen und Übersetzen waren komplementäre Unternehmen. Predigen bestand nicht nur oft aus einer unzeitgemäßen Übersetzung lateinischer Texte für ein nicht lateinischsprachiges Publikum, sondern der Erfolg dieser Vermittlung erzeugte auch Appetit und damit einen Markt für religiöse Literatur. Diese Forderung führte zu oftmals völlig freien Übersetzungen von lateinischen Andachtsklassikern und Heiligenleben, Texten, die dann als Gegenstand für die Predigtkomposition oder für das private Lesen dienen konnten, nachdem die Stimme des Predigers verstummt war.


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