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Kognitive Aspekte der Grammatikalisierung mittelalterlicher walisischer Präpositionen

Kognitive Aspekte der Grammatikalisierung mittelalterlicher walisischer Präpositionen

Kognitive Aspekte der Grammatikalisierung mittelalterlicher walisischer Präpositionen

Von Heather Rose Jones

Doktorarbeit, Universität von Kalifornien, Berkeley, 2003

Zusammenfassung: Präpositionen sind eines der Werkzeuge, mit denen Sprachen Rollen markieren und unterscheiden können, die bestimmten semantischen Rahmen oder grammatikalischen Funktionen zugeordnet sind. Diese Arbeit untersucht dieses Phänomen in mittelalterlichen walisischen Texten aus zwei Blickwinkeln: einem Katalog der Funktionen von Präpositionen, insbesondere ihrer abstrakteren Verwendungen, und der kognitiven Mechanismen, durch die sie auf diese Verwendungen erweitert werden; und eine Analyse der Vielfalt der Motivationen für die Wahl der Präposition, insbesondere wenn wichtige Rollen markiert sind, die mit bestimmten Verben oder bestimmten semantischen Rahmen verbunden sind, und wie sie konkurrieren, wenn mehrere Motivationen vorhanden sind.

Was wir finden, ist eine systematische Hierarchie von Motivationen:

  • Die Auswahl wird durch die abstrakte Struktur des Szenarios vorgegeben, z. B. die Identifizierung eines Teilnehmers als Teil eines Dual- oder Multiplex-Bestandteils.
  • Die Auswahl wird durch eine relativ grammatikalisierte Verwendung der Präposition diktiert, die typischerweise eher auf syntaktischen als auf semantischen Funktionen basiert, beispielsweise auf der Identifizierung eines syntaktischen Agenten.
  • Die Wahl wird durch die Morphologie des Verbs vorgegeben, die sich typischerweise historisch aus einer semantischen Motivation ergibt, wie bei der Verwendung eines Co-Location-Markers mit morphologisch wechselseitigen Verben.
  • Auswahl, die einen metaphorischen Ad-hoc-Ausdruck des Szenarios ausdrückt.
  • Eine konventionelle lexikalische Assoziation einer Präposition mit einem bestimmten Verb, die typischerweise aus einer der anderen Motivationen stammt, aber über ihren ursprünglichen Umfang hinaus verallgemeinert wird.
  • Die Auswahl basiert auf einer prototypischen Semantik des Rahmens, die sich über eine Metapher ergibt, aber durch die Art der metaphorischen Zieldomäne bestimmt wird.
  • Die Auswahl wird durch eine verallgemeinernde konventionelle Metapher (z. B. Ereignisstruktur) bestimmt und durch die Art der metaphorischen Quelldomäne bestimmt.

Neben der Nützlichkeit einer solchen Studie für das Verständnis der Strukturen einer bestimmten Sprache kann ein Vergleich solcher Studien zu einem sprachübergreifenden Verständnis kognitiver Universalien beitragen. Die Adpositionssprache ist in der Regel sehr unterschiedlich darin, wie sie Gruppen räumlicher Bedeutung selbst unter eng verwandten Sprachen bündelt, wodurch es möglich wird, signifikante Muster auf einer feinkörnigeren Ebene zwischen Sprachen zu unterscheiden als innerhalb einer einzelnen Sprache. Das Finden der Gemeinsamkeiten in den metaphorischen und grammatikalisierten Erweiterungen der räumlichen Sprache kann helfen, universelle Elemente unter komplexeren Metaphern zu identifizieren.


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