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Hieronymus Bosch (1450-1516): Paläopathologie der mittelalterlichen Behinderten und ihre Beziehung zum Knochen- und Gelenkdekade 2000-2010

Hieronymus Bosch (1450-1516): Paläopathologie der mittelalterlichen Behinderten und ihre Beziehung zum Knochen- und Gelenkdekade 2000-2010

Hieronymus Bosch (1450-1516): Paläopathologie der mittelalterlichen Behinderten und ihre Beziehung zum Knochen- und Gelenkdekade 2000-2010

Von Jan Dequeker, Guy Fabry und Ludo Vanopdenbosch

Das Journal der Israeli Medical AssociationVol.3 (2001)

Hintergrund: Zu Beginn der Knochen- und Gelenkdekade 2000-2010 kann eine paläopathologische Studie über körperbehinderte Menschen Informationen und Erkenntnisse über die Prävalenz verkrüppelter Störungen und Einstellungen gegenüber Betroffenen in der Vergangenheit im Vergleich zu heute liefern.

Ziel: Analysieren Die Prozession des Krüppelss, eine repräsentative Zeichnung von 31 behinderten Menschen von Hieronymus Bosch im Jahr 1500.

Methoden: Drei Spezialisten - ein Rheumatologe, ein Orthopäde und ein Neurologe - analysierten jeden Fall mit Hilfe von Mitteln zur Problemlösung und klinischem Denken, um einen Konsens über die wahrscheinlichste Diagnose zu erzielen.

Ergebnisse: Diese ikonografische Untersuchung von Krüppeln im 16. Jahrhundert zeigt, dass die häufigste Krüppelstörung keine neuronale Form der Lepra war, sondern dass auch andere Störungen wie angeborene Fehlbildungen, trockene Gangrän aufgrund von Ergotismus und posttraumatische Amputationen vorherrschten , Infektionskrankheiten (Pott, Syphilis) und sogar Simulatoren. Die Zeichnungen zeigen charakteristische Bewältigungsmuster und verschiedene Arten von Krücken und Hilfsmitteln.

Schlussfolgerung: Eine korrekte klinische Diagnose kann durch die Zusammenarbeit eines Rheumatologen, eines Orthopäden und eines Neurologen erreicht werden. Das Bone and Joint Decade Project, das Aufmerksamkeit und Aufklärung in Bezug auf Erkrankungen des Bewegungsapparates fordert, sollte die Auswirkungen und die Belastung von lähmenden Krankheiten weltweit durch frühzeitige klinische Diagnose und angemessene Behandlung verringern.

Die bildende Kunst kann insbesondere in Kombination mit historischen Daten ein wichtiges Instrument für die paläopathologische Forschung sein. Kunstwerke verschiedener Art können als Beweisquelle für Krankheiten dienen und zu einem besseren Verständnis der Naturgeschichte der Krankheit beitragen.

Bei der Suche nach der Paläopathologie muskuloskelettaler Störungen in Bildern stößt man auf viele Gemälde und Miniaturen des Mittelalters, die körperlich behinderte, insbesondere Amputierte der unteren Extremitäten darstellen. Sie gelten normalerweise als Opfer von Lepra. Helmut Vogt in seinem BuchDas Bild des Kranken, gibt an, dass die neuronale Form der Lepra die häufigste Ursache war, schlägt jedoch vor, eine Differentialdiagnose von Gelenk-Tuberkulose, Polyarthritis, Osteomyelitis, Lues (Syphilis) und Kriegswunden zu stellen. Es müssen jedoch andere diagnostische Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, insbesondere angeborene Fehlbildungen und trockene Gangrän aufgrund von Ergotismus. Ergotismus war im Mittelalter in den Niederlanden eine Epidemie.


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