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Die Verkündigung als Modell der Meditation: Stille, Sprache und Transformation im mittelenglischen Drama und in der Lyrik

Die Verkündigung als Modell der Meditation: Stille, Sprache und Transformation im mittelenglischen Drama und in der Lyrik

Die Verkündigung als Modell der Meditation: Stille, Sprache und Transformation im mittelenglischen Drama und in der Lyrik

Marginalia, Vol. 2, Cambridge Yearbook (2004-2005)

Saetveit Miles, Laura

Abstrakt

Die Verkündigung an die Jungfrau Maria, dargestellt im Lukasevangelium 1: 26-38, ist der Moment, in dem die Gottheit im menschlichen Fleisch inkarniert wird und die christliche Heilserzählung beginnt (Anhang I). Es ist die Einführung von Maria, der Mutter Gottes, der bescheidenen jungen Frau, die aufgrund ihrer Reinheit und Demut ausgewählt wurde, um Christus in ihrem ständig unantastbaren Leib zu tragen. In der mittelalterlichen Liturgie, Kunst, Prosa und Poesie ist Maria ein Modell für Tugend und Heiligkeit, und die Verkündigungsszene bietet einige der wichtigsten Merkmale ihrer Rolle innerhalb der Spiritualität des Mittelalters. Lukes Verkündigungsepisode, die einzige biblische Darstellung des Ereignisses, gibt den Ton für alle nachfolgenden Verkündigungsdarstellungen an: Seine Sprache und die Worte seiner Charaktere sind einfach und sparsam, aber komplex und eindrucksvoll. Lukes bloße, aber explizite Darstellung des Ereignisses veranlasste mittelalterliche literarische Interpretationen, zwei entscheidende Merkmale hervorzuheben: die Kraft der ausgetauschten Wörter und die reiche, mehrdeutige Stille, die sie umgibt.


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