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Karte, Manuskript und Erinnerung: Die Entstehung einer angelsächsischen Identität zwischen Ursprung und Apokalypse

Karte, Manuskript und Erinnerung: Die Entstehung einer angelsächsischen Identität zwischen Ursprung und Apokalypse

Karte, Manuskript und Erinnerung: Die Entstehung einer angelsächsischen Identität zwischen Ursprung und Apokalypse

Von Juliana Marie Chapman

Masterarbeit, Brigham Young University, 2009

Abstract: Als einzige erhaltene detaillierte Weltkarte der angelsächsischen Zeit ist die angelsächsische Karte, c. 1025 bietet eine einzigartige Gelegenheit, ein Gefühl der angelsächsischen sozialen Identität zu erforschen, wie es in dieser grafischen Weltanschauung gezeigt wird. Die angelsächsische Karte wurde am häufigsten als schlecht passende Illustration abgetan, wenn sie nur im Manuskriptkontext betrachtet wird, oder als ebenso schlechtes Navigationswerkzeug, wenn sie im Kontext der modernen Kartographie betrachtet wird. Der Zweck dieser Arbeit ist es, das Argument zu präsentieren, dass die angelsächsische Weltkarte weder einfach eine schlechte Illustration noch eine schlecht gerenderte Karte für Reisen ist, sondern vielmehr eine reich artikulierte grafische und sprachliche Darstellung eines besonders angelsächsischen Sinns für soziale Identität, wie sie inmitten des Glaubens an eine göttliche Schöpfung, weltlichen Ursprung und unvermeidliche soziale Apokalypse erforscht wird. Diese Lektüre der Karte wird durch eine vergleichende Untersuchung dieser drei Grundthemen gestützt, wie sie in der altenglischen elegischen Literatur vorkommen. Das Ziel dieser Studie ist es, die angelsächsische Weltkarte im Kontext des theoretischen Rahmens der sozialen Identität zu lesen, der in der altenglischen elegischen Literatur demonstriert wird. Auf diese Weise wird ein Konzept der angelsächsischen sozialen Identität, eine kulturelle Erwartung der Anziehungskraft von Geschichte und Zukunft, vorgestellt, wie es in allen künstlerischen Genres im angelsächsischen England zum Ausdruck kommt. Im Kontext dieser größeren elegischen künstlerischen Tradition kann die angelsächsische Karte als partizipative Erforschung der angelsächsischen Identität im Kontext der Themen Schöpfung, Herkunft und Apokalypse angesehen werden. Als solches kann die Karte zu Recht als ein Artefakt angesehen werden, das geschaffen wurde und auch heute noch ein Träger der Erinnerung an die angelsächsische Identität für zukünftige Generationen ist.


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