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Begleitung der Könige: Nähe und Distanz in spätmittelalterlichen „Anbetungen der Könige“ in Mitteleuropa

Begleitung der Könige: Nähe und Distanz in spätmittelalterlichen „Anbetungen der Könige“ in Mitteleuropa

Begleitung der Könige: Nähe und Distanz in spätmittelalterlichen „Anbetungen der Könige“ in Mitteleuropa

Von Melis Taner

Masterarbeit, Central European University, 2007

Abstract: Von furzenden Bauern bis zu Begleitern in extravaganten Turbanen enthält die Magi-Geschichte verschiedene Elemente und Figuren in ihren Darstellungen im spätmittelalterlichen Mitteleuropa. Die Grundlage der Legende, die der Evangeliumsbericht von Matthäus 2: 1-12 ist, bleibt hinsichtlich der Einzelheiten der Könige, ihres Alters, ihrer Namen, ihres Aussehens oder tatsächlich ihrer Anzahl zurückhaltend. Vielleicht hat diese Zurückhaltung der Geschichte zu unterschiedlichen Interpretationen geführt. Insbesondere Mitteleuropa des 15. Jahrhunderts mit einer Vielzahl von Einflüssen aus dem Osmanischen Reich, Deutschland und Italien bietet eine faszinierende Quellengrundlage für die verschiedenen Bedeutungen, die in die Magi-Geschichte geladen werden können. Ein Diskurs über Distanz und Nähe ist der Kern dieser Geschichte, in der die Magier aus fernen Ländern stammen, um den König der Juden zu erkennen und anzubeten. Die Könige sind auch als Könige erkennbar, wenn auch zunehmend im 15. Jahrhundert als orientalische Könige. Dem religiösen Kontext und der Botschaft der Legende wird eine politische hinzugefügt, in der „echte“ Könige als Magier dargestellt werden. Eine weitere didaktische Botschaft finden sich in Darstellungen von Bauern, Jägern und wilden Männern, die sich der Prozession der Könige anschließen. Die Formbarkeit der Legende manifestiert sich somit auf verschiedenen Ebenen der Geschichte in Bezug auf Funktion und Wahrnehmung, gesehen in einem Diskurs über Distanz und Nähe.


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