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Repräsentative Funktion des Tageslichts im Katholikon von Hosios Loukas

Repräsentative Funktion des Tageslichts im Katholikon von Hosios Loukas

Repräsentative Funktion des Tageslichts im Katholikon von Hosios Loukas

Von Andrzej Piotrowski

Papier bei der gegeben21. Internationaler Kongress für Byzantinistik (2006)

Einleitung: In diesem Artikel wird behauptet, dass lichtbezogene Phänomene für das symbolische Funktionieren mittelbyzantinischer Kirchen wie des Katholikons im Kloster Hosios Loukas wesentlich waren. Aufgrund der Einschränkungen der derzeit vorherrschenden Modelle des „Wissens“ über Architektur und Kunst bleibt die symbolische Verwendung von Licht in solchen Gebäuden jedoch praktisch unerkannt. Diese Studie zeigt mit Unterstützung neuer Technologien, dass durch Änderung bestimmter erkenntnistheoretischer Annahmen diese bisher unbekannten Aspekte byzantinischer Kirchen aufgedeckt werden können. Ich gehe davon aus, dass Gebäude materiell funktionieren, indem sie Erzählungen kommunizieren, die wiederum zu bedeutungsvollen und schlüssigen Aussagen innerhalb eines bestimmten Diskurses werden, und gehe davon aus, dass die materiellen Phänomene der Architektur immer über die Grenzen der verbalen Kommunikation hinausgegangen sind. Eine gebaute Umgebung funktioniert symbolisch, wenn sie Gedanken auslöst, ohne sie abzuschließen. Ich schlage hier vor, dass das Katholikon ein krönendes Beispiel für einen solchen Prozess war und dass durch die Verwendung von Lichtphänomenen zur Darstellung der göttlichen Gegenwart sein Inneres auf eine Weise mit der Vorstellungskraft in Resonanz geriet, die für die byzantinische Konstitution religiöser Ideen spezifisch ist. Auf diese Weise manifestierten oder folgten diese Erfahrungen nonverbal einer Denkweise, die das Denken der frühen byzantinischen Theologen charakterisierte und sich durch den Bildersturm fortsetzte. Die mittelbyzantinische Architektur vermittelte nicht nur ein Dogma oder erzwang eine „korrekte“ Darstellung göttlicher Wesen. Gebäude wie das Katholikon wurden vielmehr gebaut, um den Betrachter geistig in die Schwierigkeit einzubeziehen, Gott wahrzunehmen und zu verstehen.


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