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Lausitzer Eid von 1422

Lausitzer Eid von 1422

Bürger der Lausitz sollen 1422 einen Eid ablegen müssen, beginnend mit den folgenden Worten:

Die Ketzer und in dem Glauben irresame Leute zu tilgen und zu verderben

Wie lautet der vollständige Wortlaut des Eids?


Lausitzer Eid von 1422 - Geschichte

von Dr. Hilza Elina, Haus für sorbische Volkskultur Bautzen

ZUSAMMENFASSENDE GESCHICHTE DER SORBEN

ca. 600 slawische Stämme siedeln im Gebiet zwischen Elbe/Saale und Oder/Queiss
631 Erste historische Erwähnung der Sorben in Fredegars Chronik
990 Die Milzener in der Oberlausitz verlieren als letzter sorbischer Stamm ihre politische Selbständigkeit
1000 - 1100 Ackerbau durch sorbische Bauern
1104 Beginn der fränkischen Besiedlung durch Wiprecht von Groitzsch
1150 - 1300 Zuwanderung fränkischer, flämischer, thüringischer und sächsischer Bauern
1264 Gründung des Klosters Marienstern in der Oberlausitz. Sorben machen Anfang des 13. Jahrhunderts zwischen Saale und Bober/Queis über 90 % der Bevölkerung aus
-Herrscherstand (Markgrafen, Bischöfe, Äbte, Ritter und Vasallen) ausschließlich aus deutschen Eroberern rekrutiert
-Erobertes sorbisches Territorium, aufgeteilt in Markgrafschaften
1293 / 1327 Verbot der sorbischen Sprache in Bernburg/S., Altenburg, Zwickau und Leipzig
Um 1500 Sorbischer Bürgereid von Bautzen/Budysin, älteste bekannte historische sorbische Urkunde
1543 Übersetzung von "Wendish Taufliturgy", ältestes Beispiel sorbischer Kirchenliteratur
1548 Erste Übersetzung des Neuen Testaments in die sorbische Sprache von Miklaws Jakubica
1574 Erstes gedrucktes sorbisches Buch - ein Gesangbuch mit Katechismus von Albin Möller in niedersorbischer Sprache
1618 - 1648 Fast die Hälfte der sorbischen Bevölkerung verlor im Dreißigjährigen Krieg Verkleinerung des sorbischen Sprachraums
1706 / 1709 Übersetzung des Neuen Testaments ins Obersorbische von Michal Frencel und ins Niedersorbische von Bogumil Fabricius Geburt des Sorbischen als Schriftsprache
1716 Gründung der Wendish Preachers Society "Sorabia", die heute die älteste Studentenvereinigung Deutschlands ist.
Nach 1750 Anfänge nationalistischen Bewusstseins bei bürgerlichen Sorben unter dem Einfluss starker Unterstützung durch ihre slawischen Nachbarn Deutsche und sorbische Philosophen der Aufklärung beschäftigen sich wissenschaftlich mit der sorbischen Sprache und Kultur
1767 Die Übersetzung von Kloppstocks "Messias" ins Sorbische durch Jurij Mjen markiert den Beginn der sorbischen Weltliteratur
1790 Veröffentlichung von "Mesacne pismo k rozwucenju a k wokrewjenju", Monatszeitschrift für Unterricht und Erbauung, von zwei sorbischen Studenten (nach der ersten Ausgabe verboten)
1790 - 1794 Bauernaufstände in der Lausitz unter dem Einfluss der Französischen Revolution
1809 - 1812 Herausgabe der Zeitschrift "Serbski powedar a kurer" (sorbischer Reporter und Kurier) in Bautzen durch den Tischler Jan Bohuchwar Dejka
1815 Neuordnung des sorbischen Siedlungsgebietes durch den Wiener Kongress Durch die Verwaltungsspaltung werden die Sorben in fast allen Bezirken zu einer Volksgruppe
1818 Erlass zur weiteren Einschränkung der sorbischen Sprache in Preußen
- Liberalere politische Situation in Sachsen schafft günstigere Bedingungen für die Entwicklung der sorbischen Kultur und eine Renaissance der sorbischen Nation
1841- 184

Jan Arnost Smoler und Leopold Haupt veröffentlichen das zweibändige Werk „Volkslieder der Wenden in Ober- und“
Niederlausitz"
1842 Handrij Zejler und Jan Arnost Smoler gründen die Zeitung "Tydzenska Nowina", Vorläufer der heute erscheinenden "Serbske Nowiny"
1845 Erstes sorbisches Liederfest in der Lausitz unter der Leitung von Korla August Kocor - Entwicklung der sorbischen Volksmusikkultur
1847 Scienrifìc Gesellschaft "Macicar Serbska "gegründet
1848 „Bramborski serbski Casnik“ erscheint als erste Zeitung in niedersorbischer Sprache, ein Vorläufer des heutigen „Nowy Casnik“
1848/1849 Gründung sorbischer Bauernvereine in der Oberlausitz, die unter anderem soziale und nationale Rechte einfordern
„Sorbische Bauernpetition“ fordert Gleichberechtigung der sorbischen Sprache und Kultur in Schulen, Kirchen und Gerichten („Große Petition der Sorben“ unterzeichnet von 5000 Haushaltsvorständen)
1851 Sächsische Regierung macht Zugeständnisse in der Bildungspolitik
1854 Erste große Welle der sorbischen Auswanderung nach Texas und Australien, wo sorbische Siedlungen entstehen
1862 Erste sorbische Theateraufführung in Bautzen

Um 1875 Nationale Unterdrückung der Sorben im Deutschen Reich führt zu verstärkten Bemühungen um die Durchsetzung der sorbischen Kultur Gründung der "Bewegung junger Sorben" unter der Führung von Arnost Muka und Jakub Bart-Cisinski
1875 Allgemeines Verbot der sorbischen Sprache in den Schulen der preußischen Oberlausitz
1877 Der Höhepunkt der klassischen sorbischen Literatur des 19. Jahrhunderts ist das Nationalepos "Nawozenja" ("Der Bräutigam") von Jakub Bart-Cisinski
1904 Eröffnung des Wendischen Hauses in Bautzen
1912-31 Sorbische Vereine beteiligen sich an der Gründungsversammlung der "Domowina" in Hoyerswerda/Wojerecy, gegründet als Dachverband der sorbischen Vereine
1919-1932 Die Weimarer Verfassung ermöglicht ein aktiveres kulturelles und politisches Leben, während andererseits die sorbische Volksbewegung von der "Wendenabteilung" überwacht wird.
Nach 1933 NS-Diktatur/Versuchte physische und psychische Vernichtung des sorbischen Volkes Verbannung sorbischer Lehrer und Priester aus der Lausitz Ermordete sorbische Antifaschisten, darunter Alojs Andricki (1943) und Marja Grolmusec (1944)
1937 Domowina wird (nach Ablehnung der NS-Synchronisation) verboten, wie alle Formen des öffentlichen sorbischen Lebens
1937 Beschlagnahme des Wendhauses durch die Faschisten, 1944 von der SS bis auf die Grundmauern niedergebrannt
1939 Die letzte Veröffentlichung in sorbischer Sprache wird mit dem Verbot des "Katolski Posol" . liquidiert
1941 Die letzten sorbischen Gottesdienste werden vom Brandenburgischen Konsistorium verboten
1945 (10. Mai) Neugründung der Domowina als erste demokratische Nachkriegsorganisation in Deutschland
1947 Herausgabe der obersorbischen Zeitung "Nowa doba", heute "Serbske nowiny"
1947 Gründung des sorbischen Gymnasiums (später sorbisches erweitertes Gymnasium Kleinwelka, heute sorbisches Gymnasium Bautzen)
1948 Der Sächsische Landtag beschließt "Gesetz zur Wahrung der Rechte der sorbischen Bevölkerung"
1949 Spätaufnahme der Domowina in die Niederlausitz (Brandenburg)
bis 1958 Zahlreiche sorbische staatliche Einrichtungen zur Förderung des kulturellen Lebens des Landes werden gegründet:
Sorbisches Institut für Lehrerbildung, 1946
Forschungsinstitut für das sorbische Volk
(Akademie der Wissenschaften der DDR), 1951
Institut für Sorbistik der Universität Leipzig, 1952
Sorbisches Nationales Kunstensemble, 1952
Sorbische Abteilung der DDR
Rundfunkbehörde, 1953
Institut für sorbische Nationalkunst, 1956
Sorbisches Museum, 1957 (Fortsetzung des "Wendish
Museum", das 1904 gegründet und 1941 von den Faschisten beschlagnahmt wurde)
Domowina Verlag, 1958
1956 Einweihung des 1947 umgebauten Sorbischen Hauses
1956 Sorbische Intellektuelle und Bauern protestieren gegen die zunehmende Industrialisierung der Lausitz und rufen zum Erhalt der einzigartigen Landschaft und Kultur des sorbischen Siedlungsgebietes auf im Landkreis Weißwasser und im Landkreis Cottbuser Land)
1964 Neuordnung des sorbischen Schulunterrichts führt zu einer drastischen Reduzierung der Schülerzahl im sorbischen Sprachunterricht
1966-1989 Sieben Feste sorbischer Kultur trugen einerseits zur Entwicklung der sorbischen Berufs- und Volkskultur bei, andererseits demonstrierte die regierende SED-Partei damit ihre "erfolgreiche Nationalitätenpolitik" und die Verbundenheit der Sorben mit der DDR damit versuchte sie die drastische Reduzierung der Nationalsubstanz der Sorben zu verschleiern
1989 (11. November) "Sorbische Nationalversammlung", die in Opposition zur "sozialistischen" Domowina steht, ruft zum nationalen Dialog auf und fordert einen grundlegenden Wandel in der Domowina-Organisation
-Sorbian Round Table formuliert die Standpunkte der Sorbenvertreter und bereitet den Transformationsprozess für die Domowina-Organisation vor
1990 (17. März) Außerordentlicher Landeskongress der Domowina, Delegierte wählen eine neue Führung für die Organisation und bekennen sich in einer Resolution zur deutschen Vereinigung
1991 Neugründung der Domowina als Dachverband der sorbischen Vereine - Gründung der Stiftung des sorbischen Volkes zur Förderung der nationalen und kulturellen Entwicklung der Sorben
1992 (19.04.) Erste sorbische Fernsehproduktion - eine halbstündliche Zeitschriftensendung - wird vom Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg gesendet

SORBISCHE NATIONALKULTUR HEUTE

Die heutige sorbische Nationalkultur basiert auf der traditionellen sorbischen Nationalkultur der Ober- und Niederlausitz. Sorben und Deutsche engagieren sich in besonderem Maße für den Erhalt der sorbischen Nationalkultur in den Genres Musik, Tanz, Literatur und bildende Kunst, an deren Entwicklung sorbische und deutsche Laienkünstler eng zusammengearbeitet haben.
- Chöre und Chorvereine,
- Trachtenvereine,
- Tanzgruppen,
- Ensembles (Gesangs-, Tanz- und Instrumentalgruppen),
- Amateurtheatervereine,
- eine Vereinigung von Amateurschriftstellern,
- Textil-, Maler- und Keramikvereine, Wettbewerbe und Workshops, ständige Aufträge des Instituts für sorbische Nationalkultur und eine unterstützende Rolle des Sorbischen Nationalensembles erhalten und fördern weiterhin die sorbische Nationalkultur. Das Ergebnis dieser Bemühungen sind herausragende Leistungen wie der alljährlich vom Institut für sorbische Nationalkultur veranstaltete Wettbewerb um das schönste sorbische Osterei oder die vielfältigen Arbeiten einzelner Künstler im Bereich der nationalen Kunst, die dem Vergleich standhalten die Werke professioneller Künstler. Ein wichtiges Vehikel zur Bewahrung der sorbischen Nationalkultur für nachfolgende Generationen sind das Festival des sorbischen Kindertheaters und der jungen Rezitatoren und das Festival sorbischer Kinderlieder und sorbischer Musik, die traditionell vom Institut für sorbische Nationalkultur jährlich im Wechsel veranstaltet werden Basis. Tanzaufführungen, Laientheateraufführungen, Chorkonzerte, Ausstellungen sorbischer Volkskunst und die Präsentation der Bräuche und Traditionen sorbischer Volksgebiete durch Dorfgemeinschaften bieten Gruppen und Einzelpersonen gleichermaßen hervorragende Möglichkeiten, ihre ethnische Arbeit zu präsentieren.


SORBISCHE VEREINE UND EINRICHTUNGEN HEUTE
(Ausgewählte Liste)

Cyrill-Methodius-Verein e.V.
ist der Verein sorbischer Katholiken Sitz: Bautzen/Budysin

Domowina Bund Lausitzer Sorben e.V.
Die Domowina ist ein politisch unabhängiger und autonomer Dachverband der Sorben und sorbischen Vereine
Sitz: Bautzen/Budysin, Mitglieder sind:
Landesverband Niederlausitz
Kreisverband Weißwasser/Niesky
Kreisverband "Michal Hornik", Kamenz
Kreisverband "Handrij Zejler", Hoyerswerda
"Jan Arnost Smoler" Kreisverband Bautzen
Cyrill und Methodius Association
Verband sorbischer Schulen
Verein Sorbischer Studenten
Verband sorbischer Künstler
Verband sorbischer Chorvereine
Macica Serbska - Wissenschaftliche Vereinigung


Förderkreis für sorbische Volkskultur e.V.
("Verein zur Förderung der sorbischen Nationalkultur")
Öffentliche Einrichtung mit dem alleinigen Ziel, die traditionelle und aktuelle sorbische Nationalkultur zu erhalten und zu pflegen.
Hauptsitz: Bautzen/Budysin

Macica Serbska
Eingetragener wissenschaftlicher Verein - gegründet 1847.
Hauptsitz: Bautzen/Budysin

Sorbisches Institut e.V. Bautzen/Budysin
(ehemals Forschungsinstitut für das sorbische Volk)
Spezialgebiete der Forschung:
*Sorbische Sozial- und Kulturgeschichte
* Entwicklung der Sprache
* Folklore
* Kulturwissenschaftliche und ästhetische Häuser:
* das sorbische Kulturarchiv
* die sorbische Bibliothek

Sorbischer Schulverein e.V.
("Sorbischer Schulverein")

Sorbischer Künstlerbund e.V.
("Verband sorbischer Künstler")
Arbeiten in vier Gruppen zu den bisherigen Arbeitsfeldern sorbischer Künstler (Sorbische Malergruppe, Sorbische Schriftstellergruppe, Sorbische Musikgruppe, Sorbische Filmgruppe)

Stiftung für das sorbische Volk
("Stiftung für das sorbische Volk")
Gemeinnützige gemeinnützige Stiftung des Freistaates Sachsen mit Sitz in Bautzen

Verband sorbischer Gesangsvereine e.V.
("Verband sorbischer Chorvereine")

Institut für Sorbistik der Universität Leipzig

Niedersorbisches Gymnasium, Cottbus/Chosebuz

Sorbisches Gymnasium Bautzen/Budysin
Sorbische Fachschule für Sozialpädagogik, Bautzen/Budysin
("Sorbische Hochschule für Sozialpädagogik")
Diese Hochschule ist dem Sorbischen Zentrum für Bildung und Entwicklung angegliedert.

"Dr. J. Cyz" Sorbische Sprachschule, Milkel/Minakal

Sorbisches Nationalensemble, Bautzen/Budysin

Sorabia Filmstudio, Bautzen/Budysin

Haus für sorbische Volkskultur, Bautzen/Budysin
("Institut für sorbische Nationalkultur")
Tätig in den Bereichen Musik, Tanz, Literatur, Bildende Kunst und im sorbischen Folklorezentrum.

Mitteldeutscher Rundfunk/
Sorbisches Atelier Bautzen/Budysin

Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg
Rundfunkanstalt Brandenburg

Niedersorbische Redaktion Cottbus/Chosebuz

Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Bautzen/Budysin
("Deutsch-Sorbisches Nationaltheater"),

Domowina-Verlag GmbH, Bautzen/Budysin
(Verlag)

SERVIsound - Sorbischer Musikverlag, Fredersdorf
ENA - Musikverlag, Litschen


DIE REGION DER KATHOLISCHEN SORBEN

Das Gebiet der katholischen Sorben umfasst 85 Gemeinden und Kreise in den Gebieten Bautzen/Budysin, Kamenz/Kamjenc und Hoyerswerda/Wojerecy.
Die Herrschaften des Klosters Marienstern bei Kamenz und des Domkapitels St. Petri in Bautzen sind über die Reformationszeit bis heute die tragenden Säulen für das Überleben des Katholizismus in der Region. Die Sorben machen heute weit über die Hälfte der Bevölkerung der Region aus. Ursprünglich lebten sie hauptsächlich von der Landwirtschaft und in geringerem Maße von der Teichfischzucht. In der Kleinstadt Wittichenau/Kulow, die von kleinbäuerlichen Bürgern bewohnt war, begann sich neben dem Handwerk auch das verarbeitende Gewerbe zu intensivieren. Heute lebt die Bevölkerung von der Landwirtschaft, der umliegenden Industrie und dem Dienstleistungssektor.


Zu den ethnischen Besonderheiten zählen:

- Obersorbisches Sprachgebiet mit sorbischen Schulen,
- eigenständige Tracht (variiert für unterschiedliche Zwecke), noch heute von einigen Kindern und Jugendlichen neben der Brauchtumspflege getragen, werden die Trachten vor allem auch zu kirchlichen Festen und Veranstaltungen wie Erstkommunion, Firmung, Fronleichnam und Wallfahrten getragen
ist die einzige sorbische Trachtenregion, in der noch in traditioneller Tracht geweiht wird, unter Beachtung der entsprechenden Bräuche typische Merkmale der Tracht der katholischen Sorben sind Perlenstickereien für festliche Trachten und Flachstichstickereien,
- Brauchtum das ganze Jahr über (heute noch praktiziert):
Hochzeit der Vögel / Vogelhochzeit (25. Januar),
[Kinderbrauch als Dankeschön der Vögel für die Winterfütterung]
Osterfeier am Ostersonntag,
Hexenverbrennung (30. April),
Maibaum tanzen und schleudern,
Singen am Martins- und Nikolaustag,
Jahrmärkte oder Prozession rund um die "Borborka" (Sollschwitz/SulSecy bei Wittichenau/Kulow) und die "Miklaws" zur Weihnachtszeit.


DIE SORBEN IN DER REGION SCHLEIFE/SLEPO

Die Region Schleife/Slepo besteht aus 7 Städten und Dörfern, wobei rund ein Drittel der Bevölkerung Sorben sind. Das nordwestlich von Weißwasser/Bela Woda gelegene Gebiet Schleife/Slepo, ehemals Teil des mediatisierten Fürstentums Muskau/Muzakow, ähnelt in Sprache, Brauchtum und auch im Gesamtcharakter der Niederlausitz Nationalkultur. Die Menschen dieser Region lebten traditionell von Forst- und Landarbeit, heute ist der Hauptarbeitgeber jedoch der Steinkohlenbergbau, der in die Folkloreregion Schleife/Slepo stark vorgedrungen ist, und Reste der Glasindustrie.

Zu den ethnischen Besonderheiten zählen:

- besondere ethnische Architektur (Blockbau, Klinkerbau)
- unabhängiger Schleifer Dialekt
- eigenständige Trachtenregion (vielfältige Variationen für verschiedene Zwecke und von Dorf zu Dorf, noch von einigen älteren Frauen getragen) die
Stickereien auf den Schleifer Trachten bewahren weitgehend den Charakter traditioneller Volksarbeit und finden sich vor allem in Form von Hohlsaum, weißen Ösenstickereien und schwarzen Kreuzsticharbeiten an Tuckern, Kopftüchern und Kinnriemen,
- traditionelle Volksmusik mit dem sorbischen Dudelsack, der kleinen und großen sorbischen Geige (z.B. im Schleifer sorbischen Folkloreensemble)
- Bräuche das ganze Jahr über (einige werden noch praktiziert): Zampern [ein traditioneller Karnevalsbrauch, der das Ausfahren aus dem Winter darstellt]
Osterfeuer, Ostergesang, Ostereierdekoration nach Familientradition,
Maibaum tanzen,
Schwanz schlagen, Schwanz zupfen,
Spinte (die "Spinte" oder Spinnstube war ein wichtiger Ort des Singens für das sorbische Volk) oder Prozession um die "dzecetko" in der Adventszeit (Geschenkfahne von Dorf zu Dorf).


DIE SORBEN IN DER REGION HOYERSWERDA/WOJERECY

Die Region Hoyerswerda/Wojerecy umfasst heute 25 Städte und Dörfer, von denen rund ein Viertel der Bevölkerung Sorben sind. Im Jahr 1880 wurde die
Die Region wurde noch fast ausschließlich von sorbischen Dorfbewohnern bevölkert. Das Königreich Sachsen verlor die Region auf dem Wiener Kongress an Preußen, und heute
es gehört zum nordöstlichen Teil des Freistaates Sachsen. Die Besonderheiten dieser Region prägen die sorbische Mittellausitz. Früher lebte die Bevölkerung von der Landwirtschaft und dem dörflichen Handwerk. Heute ist das Leben in der Region um Hoyerswerda/Wojerecy vom Kohlebergbau geprägt.

Zu den ethnischen Besonderheiten zählen:

- Mitteldialekt zwischen Ober- und Niederlausitz,
- eigenständige Trachtenregion (variiert für verschiedene Zwecke und von Dorf zu Dorf, noch heute von einigen alten Frauen getragen)
Stickereien an der Hoyerswerder Tracht der sorbischen bäuerlichen Bevölkerung erfolgen hauptsächlich in Form von Kreuzsticharbeiten, Ösenstickereien, Tüllstickereien und Flachstichstickereien,
- dörfliche Traditionen sind erhalten (seit Jahrzehnten, von den unterschiedlichsten Generationen, z.B. in Bröthen/Michalken-Bretnjo/Michalki),
- Bräuche während des ganzen Jahres (einige werden noch praktiziert) umfassen:
Fastennacht (um den Winter zu vertreiben),
Karfreitag und Ostergesang, Dekoration von Ostereiern,
Maibaum tanzen und schleudern,
Bräuche zur Erntezeit, wie Stollenreiten Stoppelreiten oder Kartoffelball,
"Spinte"/"Spinteball",
Prozession um die Dzecatko (Geschenk) zur Weihnachtszeit oder Weihnachtsgesang.


DIE SORBEN IN UNTERLAUSITZ / DOLNA LUZYCA

Die niedersorbische Region besteht aus über 60 Städten und Dörfern, und nur eine Minderheit der in diesem Gebiet lebenden Sorben/Wenden kann die sorbische Sprache sprechen. Die niedersorbische Bevölkerung lebte ursprünglich hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Fischzucht. Im Spreewald, einem Teil der Niederlausitz, ist der Tourismus bis heute eine wichtige Einnahmequelle. Der konzentrierte Kohlebergbau zerstört heute die Dorfgemeinschaften der Niedersorben.


Zu den ethnischen Besonderheiten zählen:

- Niedersorbisches Sprachgebiet (jetzt fast ausschließlich von der älteren Generation gesprochen), ein niedersorbisches Gymnasium und eine niedersorbische Sprachschule dienen der Erhaltung der traditionellen Sprache
- eigenständiger Trachtenbereich (je nach Verwendungszweck und von Dorf zu Dorf unterschiedlich, noch getragen von einigen älteren Leuten und von der jungen Generation zur Bewahrung alter Bräuche, Trachten werden mit Flachstichstickerei verziert, die vor allem auf Röcken zu finden ist Bänder, Schürzen, Halstücher und Teile der großen Kopftücher weiße Stickerei findet sich auch in bezaubernden Motiven ein charakteristisches Merkmal der Tracht der Niedersorben ist die "lapa"
(Kapuze oder eingestecktes Kopftuch), das von Dorf zu Dorf in Größe und Form variiert,
- Bräuche das ganze Jahr über (einige werden noch praktiziert) umfassen:
Zapust [traditionelle Fastennacht mit traditioneller Tracht]
Osterfeuer,
Bräuche zur Erntezeit, wie Hahnenschlag, Hahnentritt, Stoppelreiten
und Froschkarren oder zur Weihnachtszeit besucht das "Jansojski Moor" die Kinder in Jänschwalde/Jansojce bei Cottbus/Chosebuz.

AUSZUG AUS DER VERFASSUNG DES FREISTAATS SACHSEN
ÜBER DAS SORBISCHE VOLK

Artikel 2 (Landeshauptstadt und Staatssymbole)
(1) Die Hauptstadt des Freistaates ist Dresden.
(2) Die Landesfarben sind Weiß und Grün.
(3) Das Staatswappen zeigt ein neunfach in Schwarz auf Gold geteiltes Feld mit einer grünen Diagonalraute rechts. Das Nähere regelt ein Gesetz.
(4) Auf dem Gebiet der sorbischen Siedlung genießen die sorbischen Staatsfarben und -wappen im schlesischen Landesteil die gleiche Stellung wie die Staatsflagge und das Staatswappen, die Farben und das Wappen von Niederschlesien genießen Gleichstellung mit der Staatsflagge und dem Staatswappen.

Artikel 5
Die Bevölkerung des Freistaates Sachsen setzt sich aus Staatsangehörigen deutscher, sorbischer und anderer Nationalitäten zusammen. Der Staat erkennt das Recht an, in seinem Heimatland zu leben.
(2) Der Staat gewährleistet und schützt die Rechte nationaler und ethnischer Minderheiten deutscher Staatsangehörigkeit auf Wahrung ihrer Identität, Sprache, Religion, Kultur und Gebräuche.
(3) Der Staat respektiert die Interessen ausländischer Minderheiten, die sich rechtmäßig im Staat aufhalten.

Artikel 6
(1) Die im Staat lebenden Staatsbürger sorbischer Staatsangehörigkeit sind ein fester Bestandteil des Staatsvolkes und mit dem übrigen Staatsvolk gleichberechtigt. Der Staat garantiert und schützt ihr Recht, ihre Identität zu bewahren und ihre traditionelle Sprache, Kultur und Bräuche zu bewahren und weiterzuentwickeln, insbesondere durch Schulen, Vorschulen und kulturelle Einrichtungen.
(2) Bei der Raum- und Kommunalplanung sind die Bedürfnisse der sorbischen Bevölkerung zu berücksichtigen. Der deutsch-sorbische Charakter des Siedlungsgebietes der sorbischen Volksgruppe soll erhalten bleiben.
(3) Die Zusammenarbeit der Sorben über die Landesgrenzen hinaus, insbesondere in der Ober- und Niederlausitz, liegt im Interesse des Landes.

AUSZUG AUS DER VERFASSUNG
DES LANDES BRANDENBURG

4. Abschnitt: Rechte der Sorben (Wenden)
Artikel 25 (Rechte der Sorben/Wenden)
(1) Das Recht des sorbischen Volkes, seine nationale Identität und seinen angestammten Siedlungsraum zu schützen, zu bewahren und zu erhalten, wird gewährleistet. Der Staat, die Gebietskörperschaften und die kommunalen Körperschaften fördern die Umsetzung dieser Nacht, insbesondere unterstützen sie die kulturelle Eigenständigkeit und tragen zu einer wirksamen politischen Organisation des sorbischen Volkes bei.
(2) Der Staat setzt sich für die Sicherung der kulturellen Autonomie der Sorben über die Landesgrenzen hinaus ein.
(3) Die Sorben haben das Recht, die sorbische Sprache und Kultur im öffentlichen Leben zu erhalten und zu fördern und die Sprache an Schulen und Kindergärten zu unterrichten.
(4) Im sorbischen Siedlungsgebiet ist die sorbische Sprache in amtliche Überschriften aufzunehmen. Die sorbische Flagge hat die Farben Blau, Rot und Weiß.
(5) Die Gestaltung der Rechte der Sorben wird durch Gesetz geregelt. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass die sorbischen Vertreter in Angelegenheiten, die die Sorben betreffen, insbesondere in der Gesetzgebung, eingebunden werden.


Inhalt

Aufstieg der Karolinger (ca. 732-768) Bearbeiten

Obwohl Charles Martel sich dafür entschied, nicht den Titel König (wie sein Sohn Pepin III.) oder Kaiser (wie sein Enkel Karl der Große) anzunehmen, war er der absolute Herrscher praktisch des gesamten heutigen kontinentalen Westeuropas nördlich der Pyrenäen. Lediglich die verbliebenen sächsischen Reiche, die er teilweise eroberte, die Lombardei und die Marca Hispanica südlich der Pyrenäen waren nach seinem Tod bedeutende Ergänzungen zu den fränkischen Reichen.

Martel festigte seinen Platz in der Geschichte mit seiner Verteidigung des christlichen Europas gegen eine muslimische Armee in der Schlacht von Tours im Jahr 732. Die iberischen Sarazenen hatten die leichte Reiterkavallerie der Berber mit der schweren arabischen Kavallerie vereint, um eine beeindruckende Armee zu schaffen, die fast nie besiegt worden war. Den christlichen europäischen Kräften fehlte das mächtige Werkzeug des Steigbügels. Bei diesem Sieg verdiente sich Charles den Nachnamen Martel ("der Hammer"). [5] Edward Gibbon, der Historiker Roms und seiner Nachwirkungen, nannte Charles Martel "den höchsten Prinzen seiner Zeit".

Pepin III. nahm etwa 741 die Ernennung zum König durch Papst Zacharias an. Die Herrschaft Karls des Großen begann 768 nach Pepins Tod. Nach dem Tod seines Bruders Carloman übernahm er die Kontrolle über das Königreich, da die beiden Brüder das Königreich ihres Vaters miterbten. Karl der Große wurde im Jahr 800 zum römischen Kaiser gekrönt. [6]

Während der Regierungszeit Karls des Großen (768–814) Edit

Das karolingische Reich während der Herrschaft Karls des Großen bedeckte den größten Teil Westeuropas, wie einst das Römische Reich. Im Gegensatz zu den Römern, deren kaiserliche Unternehmungen zwischen Rhein und Elbe weniger als zwanzig Jahre dauerten, bevor sie durch die Katastrophe im Teutoburger Wald (9 n. Chr.) fast bis in die russische Steppe.

Die Herrschaft Karls des Großen war eine von nahezu konstanter Kriegsführung und nahm an jährlichen Feldzügen teil, von denen viele persönlich geführt wurden. 774 besiegte er das Langobardenreich und gliederte es in sein eigenes Reich ein, indem er sich selbst zum „König der Langobarden“ erklärte. Später führte er 778 einen gescheiterten Feldzug nach Spanien, der mit der Schlacht am Roncevaux-Pass endete, die als größte Niederlage Karls des Großen gilt. Dann dehnte er seine Herrschaft auf Bayern aus, nachdem er 794 Tassilo III., Herzog von Bayern, gezwungen hatte, auf jeden Anspruch auf seinen Titel zu verzichten. Sein Sohn Pippin wurde 795 zum Feldzug gegen die Awaren befohlen, da Karl der Große mit sächsischen Aufständen beschäftigt war. Schließlich endete die Awaren-Konföderation im Jahr 803, nachdem Karl der Große eine bayerische Armee nach Pannonien geschickt hatte. Er eroberte auch sächsische Gebiete in Kriegen und Aufständen von 772 bis 804, mit Ereignissen wie dem Massaker von Verden 782 und der Kodifizierung der Lex Saxonum 802. [5] [7]

Vor dem Tod Karls des Großen wurde das Reich auf verschiedene Mitglieder der karolingischen Dynastie aufgeteilt. Dazu gehörten König Karl der Jüngere, Sohn Karls des Großen, der Neustrien empfing König Ludwig der Fromme, der Aquitanien empfing, und König Pippin, der Italien empfing. Pepin starb 810 mit einem unehelichen Sohn, Bernard, und Karl starb 811 ohne Erben. Obwohl Bernhard Pepin als König von Italien nachfolgte, wurde Ludwig 813 zum Mitkaiser ernannt, und das gesamte Reich ging mit dem Tod Karls des Großen an ihn über Winter 814. [8]

Herrschaft Ludwigs des Frommen und der Bürgerkrieg (814–843) Bearbeiten

Die Herrschaft Ludwigs des Frommen als Kaiser war unerwartet, gelinde gesagt, als dritter Sohn Karls des Großen wurde er ursprünglich im Alter von drei Jahren zum König von Aquitanien gekrönt. [9] Mit dem Tod seiner älteren Geschwister wurde er von „einem Jungen, der König wurde, zu einem Mann, der Kaiser werden sollte“. [9] Obwohl seine Regierungszeit, wie sein Beiname sagt, größtenteils vom dynastischen Kampf und dem daraus resultierenden Bürgerkrieg überschattet wurde, war er stark an religiösen Fragen interessiert. Eines der ersten Dinge, die er tat, war, „das Volk nach dem Gesetz und mit dem Reichtum seiner Frömmigkeit zu regieren“, [10] nämlich durch die Wiederherstellung von Kirchen. „Der Astronom“ [b] erklärte, dass er während seines Königtums von Aquitanien „das Studium des Lesens und Singens und auch das Verständnis göttlicher und weltlicher Buchstaben schneller aufbaute, als man glauben würde.“ [11] Er auch unternahm erhebliche Anstrengungen, um viele Klöster zu restaurieren, die vor seiner Herrschaft verschwunden waren, und förderte neue. [9]

Der Herrschaft Ludwigs des Frommen fehlte es an Sicherheit, er musste oft kämpfen, um die Kontrolle über das Reich zu behalten. Sobald er vom Tod Karls des Großen hörte, eilte er nach Aachen, wo er viele der vertrauten Berater Karls des Großen wie Wala verbannte. Wala und seine Geschwister waren Kinder des jüngsten Sohnes von Charles Martel und somit eine Bedrohung als potenzielle alternative Herrscherfamilie. [12] Das klösterliche Exil war eine Taktik, die Louis in seiner frühen Regierungszeit stark einsetzte, um seine Position zu stärken und potenzielle Rivalen aus dem Weg zu räumen. [12] Im Jahr 817 rebellierte sein Neffe, König Bernhard von Italien, gegen ihn, weil er unzufrieden war, der Vasall von Lothar, dem ältesten Sohn Ludwigs, zu sein. [13] Die Rebellion wurde von Louis schnell niedergeschlagen, und 818 wurde Bernhard von Italien gefangen genommen und bestraft - die Todesstrafe wurde in Blendung umgewandelt. Das Trauma des Eingriffs tötete ihn jedoch zwei Tage später. [14] Italien wurde wieder unter kaiserliche Kontrolle gebracht. Im Jahr 822 reduzierte Ludwigs Buße für Bernhards Tod sein Ansehen als Kaiser beim Adel erheblich – einige meinen, es öffnete ihm die „klerikale Herrschaft“. [15] Dennoch hatte Ludwig 817 für seine Söhne aus erster Ehe drei neue karolingische Königtümer errichtet: Lothar wurde König von Italien und Mitkaiser, Pippin wurde König von Aquitanien und Ludwig der Deutsche König von Bayern. Seine Versuche im Jahr 823, seinen vierten Sohn (aus zweiter Ehe), Karl den Kahlen, in das Testament aufzunehmen, waren vom Widerstand seiner ältesten Söhne geprägt. Während dies ein Grund für den Streit unter Ludwigs Söhnen war, vermuten einige, dass es die Ernennung Bernhards von Septimania zum Kammerherrn war, die Unzufriedenheit mit Lothar auslöste, da er 829 seiner Mitkaiserschaft enthoben und nach Italien verbannt wurde ( obwohl nicht bekannt ist, warum Der Astronom einfach sagt, dass Ludwig 'seinen Sohn Lothar entließ, um nach Italien zurückzukehren' [16] ) und Bernhard seinen Platz als Stellvertreter des Kaisers einnahm. [12] Mit Bernhards Einfluss nicht nur auf den Kaiser, sondern auch auf die Kaiserin wurde weitere Zwietracht unter den prominenten Adeligen gesät. Auch Pepin, Louis' zweiter Sohn, war verärgert, dass er 827 in einen gescheiterten Militärfeldzug verwickelt worden war, und er hatte die anmaßende Beteiligung seines Vaters an der Herrschaft von Aquitanien satt. [12] Als solcher unterstützte der wütende Adel Pepin, während der Fastenzeit 830 brach ein Bürgerkrieg aus, und die letzten Jahre seiner Herrschaft wurden von Bürgerkriegen geplagt.

Kurz nach Ostern griffen seine Söhne Ludwigs Reich an und entthronten ihn zugunsten Lothars. Der Astronom sagte, Louis verbrachte den Sommer in der Obhut seines Sohnes, „einem Kaiser nur dem Namen nach“. [12] Im folgenden Jahr griff Ludwig die Königreiche seiner Söhne an, indem er neue Nachfolgepläne entwarf. Ludwig übergab Pippin Neustrien, entzog Lothar seinen Kaisertitel und verlieh Karl das Königreich Italien. Eine weitere Teilung im Jahr 832 schloss Pepin und Ludwig den Deutschen vollständig aus, was Lothar und Karl zu den alleinigen Wohltätern des Königreichs machte, was im selben Jahr einen Aufstand von Pepin und Ludwig dem Deutschen auslöste [12], gefolgt von Lothar im Jahr 833, und zusammen inhaftierten sie Louis der Fromme und Karl. Lothar holte Papst Gregor IV. aus Rom unter dem Deckmantel der Vermittlung, aber seine wahre Rolle bestand darin, die Herrschaft Lothars und seiner Brüder zu legitimieren, indem er Ludwig absetzte und exkommunizierte. [12] Bis 835 wurde Frieden innerhalb der Familie geschlossen und Ludwig wurde auf den kaiserlichen Thron in der Kirche St. Stephan in Metz zurückgebracht. Als Pepin 838 starb, krönte Ludwig Karl zum König von Aquitanien, während der Adel Pepins Sohn Pepin II. wählte, ein Konflikt, der erst 860 mit Pepins Tod beigelegt wurde. Als Ludwig der Fromme 840 schließlich starb, beanspruchte Lothar ungeachtet der Teilungen das gesamte Reich.

Infolgedessen zogen Karl und Ludwig der Deutsche gegen Lothar in den Krieg. Nach der verlorenen Schlacht bei Fontenay floh Lothar in seine Hauptstadt Aachen und stellte eine neue Armee auf, die der der jüngeren Brüder unterlegen war. In den Straßburger Eiden vereinbarten Karl und Ludwig 842, Lothar für den kaiserlichen Thron für untauglich zu erklären. Dies markierte die Ost-West-Aufteilung des Reiches zwischen Louis und Charles bis zum Vertrag von Verdun. Die Straßburger Eide gelten als Meilenstein der europäischen Geschichte und symbolisieren die Geburt Frankreichs und Deutschlands. Die Teilung des karolingischen Reiches wurde 843 von und zwischen den drei Söhnen Ludwigs des Frommen im Vertrag von Verdun endgültig geregelt. [18]

Nach dem Vertrag von Verdun (843–877) Bearbeiten

Lothar erhielt den Kaisertitel, das Königtum von Italien und das Gebiet zwischen Rhein und Rhone, zusammenfassend Mittelfränkisches Reich genannt. Ludwig wurde das Königtum aller Länder östlich des Rheins und nördlich und östlich von Italien garantiert, das als Ostfränkisches Reich bezeichnet wurde, das der Vorläufer des modernen Deutschlands war. Karl erhielt alle Ländereien westlich der Rhone, die als Westfränkisches Reich bezeichnet wurde.

Lothar zog Italien 844 an seinen ältesten Sohn Ludwig II. zurück und machte ihn 850 zum Mitkaiser. Lothar starb 855 und teilte sein Königreich in drei Teile: Das Gebiet, das Ludwig bereits besaß, blieb sein Eigentum, das Gebiet des ehemaligen Königreichs Burgund war seinem dritten Sohn Karl von Burgund, und das restliche Gebiet, für das es keinen traditionellen Namen gab, wurde seinem zweiten Sohn Lothar II.

Ludwig II., der unzufrieden war, nach dem Tod seines Vaters kein zusätzliches Territorium erhalten zu haben, verbündete sich 858 mit seinem Onkel Ludwig dem Deutschen gegen seinen Bruder Lothar und seinen Onkel Karl den Kahlen. Lothar versöhnte sich kurz darauf mit seinem Bruder und seinem Onkel. Charles war so unbeliebt, dass er keine Armee aufstellen konnte, um die Invasion zu bekämpfen, und floh stattdessen nach Burgund. Er wurde erst gerettet, als sich die Bischöfe weigerten, Ludwig zum deutschen König zu krönen. Im Jahr 860 drang Karl der Kahle in das Königreich von Karl von Burgund ein, wurde jedoch zurückgeschlagen. Lothar II. trat im Jahr 862 Land an Ludwig II. ab, um die Scheidung von seiner Frau zu unterstützen, was zu wiederholten Konflikten mit dem Papst und seinen Onkeln führte. Karl von Burgund starb 863 und sein Königreich wurde von Ludwig II. geerbt.

Lothar II. starb 869 ohne legitime Erben, und sein Königreich wurde 870 durch den Vertrag von Meerssen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Inzwischen war Ludwig der Deutsche in Streit mit seinen drei Söhnen verwickelt. Ludwig II. starb 875 und ernannte Karlmann, den ältesten Sohn Ludwigs des Deutschen, zu seinem Erben. Karl der Kahle wurde mit Unterstützung des Papstes sowohl zum König von Italien als auch zum Heiligen Römischen Kaiser gekrönt. Im folgenden Jahr starb Ludwig der Deutsche. Karl versuchte auch, sein Reich zu annektieren, wurde aber bei Andernach entscheidend geschlagen, und das Reich der Ostfranken wurde zwischen Ludwig dem Jüngeren, Karlmann von Bayern und Karl dem Dicken aufgeteilt.

Ablehnen (877–888) Bearbeiten

Das Reich wurde nach dem Tod Karls des Kahlen im Norden und Westen von den Wikingern angegriffen und war mit inneren Kämpfen von Italien bis zur Ostsee, von Ungarn im Osten bis nach Aquitanien im Westen konfrontiert. Karl der Kahle starb 877 beim Überqueren des Mont-Cenis-Passes und wurde von seinem Sohn Ludwig dem Stammler als König der Westfranken abgelöst, aber der Titel des Heiligen Römischen Kaisers verfiel. Ludwig der Stammler war körperlich schwach und starb zwei Jahre später. Sein Reich wurde zwischen seinen beiden ältesten Söhnen aufgeteilt: Ludwig III. gewann Neustrien und Franken und Karlmann gewann Aquitanien und Burgund. Das Königreich Italien wurde schließlich König Karlmann von Bayern zugesprochen, doch ein Schlaganfall zwang ihn, Italien an seinen Bruder Karl den Dicken und Bayern an Ludwig von Sachsen abzudanken. Ebenfalls 879 gründete Boso von Vienne das Königreich Niederburgund in der Provence.

881 wurde Karl der Dicke zum Heiligen Römischen Kaiser gekrönt, während im folgenden Jahr Ludwig III. von Sachsen und Ludwig III. von Franken starben. Sachsen und Bayern wurden mit dem Königreich Karls des Dicken vereinigt, und Franken und Neustrien wurden Karlmann von Aquitanien zugesprochen, der auch Niederburgund eroberte. Karlmann starb 884 nach einer turbulenten und ineffektiven Herrschaft bei einem Jagdunfall, und sein Land wurde von Karl dem Fetten geerbt, wodurch das Reich Karls des Großen effektiv wiederhergestellt wurde.

Charles, der an Epilepsie litt, konnte das Königreich nicht gegen Wikinger-Plünderer sichern und wurde nach dem Kauf ihres Rückzugs aus Paris im Jahr 886 vom Gericht als feige und inkompetent angesehen. Im folgenden Jahr erhob sein Neffe Arnulf von Kärnten, der uneheliche Sohn des Königs Karlmann von Bayern, die Fahne der Rebellion. Anstatt den Aufstand zu bekämpfen, floh Charles nach Neidingen und starb im folgenden Jahr 888.


Inhalt

Merseburg (1002) Bearbeiten

Nach dem Tod von Kaiser Otto III., Bayernherzog Heinrich IV. und Meißener Markgraf Eckard (Ekkehard) bewarb ich mich um die Nachfolge. [2] Als Eckard I. am 30. April 1002 in Pöhlde ermordet wurde, [3] übernahm der polnische Herzog Bolesław I. Chrobry, der Eckards Kandidatur unterstützt hatte, [2] die Markgrafschaft Meißen und die Marklausitz (Niederlausitz), Ländereien erst vor kurzem von Deutschen erobert und noch überwiegend von Slawen bewohnt, [4] wahrscheinlich mit Zustimmung der Familie Eckard. [5] Er übernahm die Kontrolle über Bautzen und Meißen, nachdem die Einwohner selbst die deutschen Truppen gezwungen hatten, die Stadt zu verlassen, während andere deutsche Ritter freiwillig Bolesławs Herrschaft in der Region anerkannten. [6] Inzwischen hatte Heinrich IV. seine Herrschaft gegen rivalisierende Kandidaten gefestigt und wurde im Juni als Heinrich II. zum König von Deutschland gekrönt. [6] [7]

Am 25. Juli 1002 [8] um a Hoftag (Kaiserversammlung) in Merseburg, [4] [8] wurde der Streit wie folgt beigelegt:

  • Heinrich II. gab den Lausitzer Marsch und den östlichen Teil des Meißener Marsches (Milzenerland, Oberlausitz) an Bolesław I. als Lehen, [4] [8]
  • Bolesław I. musste die abgeschnittene Markgrafschaft Meißen zurückgeben, [4]
  • Bolesław I. gelobte Heinrich II. zusammen mit dem sächsischen Adeligen die Treue. [8]

Als Bolesław I. Merseburg verließ, geriet er in einen Hinterhalt, konnte aber dank der Hilfe Heinrichs von Schweinfurt und des sächsischen Herzogs Bernhard I. den Angriff abwehren. [9] Heinrich II. schützte ihn weder, noch bestrafte er die Angreifer. [9]

Posen (1005) Bearbeiten

Im Jahr 1003 eroberte Bolesław I. das Herzogtum Böhmen, [4] sperrte dessen Přemysliden-Herzog Boleslaus III. [10] ein und verweigerte Heinrich II. den Treueeid für das Herzogtum. [4] Heinrich II. akzeptierte dies nicht, [11] und war entschlossen, die polnischen Ansprüche auf das böhmische Herzogtum anzufechten. [8] Bolesław I. hatte sich weiter mit der adligen deutschen Opposition gegen Heinrich II. verbündet. [4] Zu diesem Bündnis gehörten Heinrich von Schweinfurt, sein Cousin Ernst sowie Heinrichs II. Bruder Brun (Bruno), Bischof von Augsburg, die alle an den Hof Bolesławs flohen, als ihre Rebellion gegen Heinrich II. scheiterte. [4] Während Bolesław I. auf die Unterstützung vieler weltlicher sächsischer Adliger zurückgreifen konnte, konnte sich Heinrich II. auf den sächsischen Klerus verlassen. [9] Ebenfalls 1003 verbündete sich Heinrich II. mit dem Heiden Lutici gegen Bolesław I, [4] [8] [10] und startete 1004 einen Feldzug gegen diesen. [11] Im Zuge dieses Feldzuges vertrieb Heinrich II. Bolesław I. aus Böhmen und verlieh es 1004 dem Přemysliden-Herzog Jaromir [4] [10], bevor er Bautzen von Bolesław I von Sachsen. [12] Einige Monate später führte Heinrich II. zusammen mit Veleti und tschechischen Verbündeten einen weiteren Feldzug. [12] Er überquerte die Oder bei Krosno und rückte in Großpolen vor. Bolesław vermied jedoch eine offene Schlacht, bedrängte die Truppen des Kaisers mit Guerilla-Taktiken und verursachte laut zeitgenössischen deutschen Chronisten "große Verluste". [13] Die Kämpfe wurden 1005 beendet, [12] als der Magdeburger Erzbischof Tagino bei Posen einen Frieden vermittelte, [10] in dessen Folge Polen die Lausitz und Meißen aufgeben musste, die Slowakei und Mähren aber vorerst behielt. [13]

Der Friede war vorübergehend, da Heinrich II. weder bereit war, Bolesław I Die Selbstwahrnehmung war in dieser Hinsicht ähnlich. [12]

Merseburg (1013) Bearbeiten

Trotz des Friedens von Posen dauerte der Krieg zwischen Bolesław I. und Heinrich II. zwischen 1007 und 1013 an. [11] Im Jahr 1007 übernahm Bolesław I. mit der Festung Bautzen erneut die Kontrolle über die Lausitz. [10] Eine von Heinrich II. geführte Kampagne im Jahr 1010 war erfolglos. [10] Während dieses Feldzugs, der in Belgern begann, wurde Heinrich II. auf Schloss Jarina von einer Krankheit heimgesucht und kehrte mit einigen seiner Bischöfe zurück, während die verbliebenen Armeen die Umgebung verwüsteten. [12] Ein sächsischer Feldzug im Jahr 1012 war ebenfalls erfolglos. [10] Heinrich II. hatte den sächsischen Adel zu Feldzügen in seinem Namen mobilisiert, da er vor 1013, als seine Krönung in Rom geplant war, ein Friedensabkommen brauchte. [12]

So einigten sich Bolesław I. und Heinrich II. 1013 auf einen Frieden in Merseburg: [10] [11]

  • Heinrich II. übergab Bolesław I. erneut die Lausitzer Mark und die Oberlausitz als Lehen, [11]
  • Bolesław I. schwor erneut Heinrich II. die Treue, [11]
  • Bolesław I. versprach, den Feldzug Heinrichs II. nach Rom zu unterstützen, [11]
  • Heinrich II. versprach, den Feldzug Bolesławs I. nach Kiew mit 500 Rittern zu unterstützen. [14]

Der Vertrag wurde durch die Heirat von Richeza, einer Nichte Ottos III., mit Mieszko II., einem Sohn von Bolesław I., bestätigt. [14] Während der Zeremonie trug Bolesław I. für Heinrich II. das Schwert. [12]

Bolesław I. half Heinrich II. jedoch nicht bei seinem Italienfeldzug [15] und weigerte sich, die Lausitz und die Oberlausitz als seine einzigen Lehen anzuerkennen. [13] Stattdessen unterstützte er den Crescentian-Gegenpapst Gregor VI. und intrigierte gegen Heinrich II. in Italien, der Gregor in Pöhlde seine Unterstützung verweigert hatte. [15] Heinrich II. begann im Herbst 1013 seinen Italienfeldzug, besiegte die Verbündeten der Halbmonde und ließ sich am 14. Februar 1014 von Papst Benedikt VIII. in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches krönen I. Sohn Mieszko und übergab ihn Heinrich II., der ihn jedoch freiließ. [fünfzehn]

Militärische Operationen und politischer Hintergrund Bearbeiten

Im Juli 1015 erneuerte Heinrich II. mit seinen lutizischen Verbündeten den Krieg gegen Bolesław I. [11] [15], da dieser ihn in Italien nicht unterstützte. [11] Der Feldzug begann in Magdeburg, von wo aus Heinrichs II. Armee durch die Lausitz nach Krosno zog, wo sich ihm zwei weitere Armeen unter dem Kommando von Bernhard II. von Sachsen und Olrich (Udalrich) von Böhmen anschließen sollten. Der Plan scheiterte jedoch, da Bolesławs Manöver die beiden Armeen daran hinderten, sich zu vereinigen. Während der Kämpfe wurden Markgraf Gero sowie zweihundert andere deutsche Ritter von polnischen Bogenschützen getötet und Bolesław erlaubte dem Bischof von Meißen, Eido, die Leichen zur Bestattung zu bergen. [16] Als Folge dieser Rückschläge zog sich Heinrich II. zurück. [12] Spätere Verhandlungen mit Bolesław I scheiterten. [12] Heinrich II. marschierte 1017 mit einer Armee von Leitzkau nach Glogau (Glogau), wo Bolesław I. ihn erwartete, [12] entschied sich jedoch dafür, die Stadt nicht zu belagern, da sie zu stark befestigt war. [16] Stattdessen belagerte Heinrich das nahe gelegene Niemcza (Nemzi, Nimptsch), jedoch gelang es polnischen Verstärkungen zweimal, in die Stadt einzudringen, und die Belagerung war ohne Erfolg. Der zeitgenössische deutsche Chronist Thietmar von Merseburg, der den Polen im Allgemeinen ablehnend gegenüberstand, kommentierte bei dieser Gelegenheit den Mut und das Können der Verteidiger und bemerkte, dass sie weder jubelten, wenn sie erfolgreich waren, noch beklagten, wenn sie einen Rückschlag erlitten hatten. [17] Die Einwohner der Stadt errichteten auch ein Kreuz an der Mauer, das den heidnischen lutizischen Verbündeten des Kaisers gegenüberstand. [17] Schließlich brach Heinrich wegen einer Krankheit eines Teils seiner Armee die Belagerung ab und zog sich zurück, indem er den Weg nach Böhmen nahm, weil der Rückweg nach Deutschland von Boleslaws Hauptstreitkräften, die in Breslau stationiert waren, versperrt war. [12] [17]

Während dieser Feldzüge sah sich Heinrich II. mit der Opposition eines Teils des sächsischen Adels konfrontiert, darunter auch des Hauses Billung, die gute Beziehungen unterhielten und teilweise mit Bolesław I. verwandt waren. [8] Daher wandte sich Heinrich II. 1017 an Bolesław I "Staatsfeind" (hostis publicus) und verbot weitere Kontakte mit ihm. [8] Ende 1017 drangen polnische Truppen in deutsches Land zwischen Mulde und Elbe ein. [17]

Der Vertrag Bearbeiten

Am 30. Januar 1018 wurde in Bautzen Frieden geschlossen. [15] Bolesław I. hielt die Lausitzer Mark und die Oberlausitz (Milzenerland). Thietmar, der wichtigste deutsche Chronist der Zeit, machte keine genauen Angaben über die Bedingungen, unter denen Bolesław diese Ländereien behielt. Laut dem deutschen Historiker Schneidmüller hielt er sie als kaiserliches Lehen. [8] [15] Laut dem polnischen Historiker Pawel Jasienica wurden die Ländereien ohne Verpflichtung gegenüber dem Reich gehalten. Die Cambridge Medieval History gibt an, dass es sich um Bolesławs auf "rein nominellem Vasallenrecht" handelte. [18]

Der zeitgenössische deutsche Chronist Thietmar, der den Polen allgemein ablehnend gegenüberstand, [19] kommentierte den Frieden mit den Worten: "non ut decuit sed sicut fieri potuit", bedeutet „nicht so, wie es hätte sein sollen, sondern wie es unter den gegebenen Umständen möglich war“. [20] [21]

Beide Parteien tauschten auch Geiseln. [8] Heinrich II. nahm nicht daran teil und wiederholte die Feldzüge gegen Bolesław I danach nicht. [8] Der Friede wurde durch die Heirat von Oda von Meißen, Tochter Eckards I., mit Bolesław I Odas Bruder Hermann (Hermann) I. von Meißen. [3]

Heinrich verpflichtete sich auch, Bolesław im selben Jahr mit dreihundert Rittern bei der Expedition des polnischen Herrschers nach Kiew zu unterstützen. [17]


CHALONS, Sir Robert (d.1445), von Challonsleigh in Plympton, Devon.

S. und h. von Robert Chalons von Challonsleigh von Joan, da. von John Beauchamp. m. 1393, Blanche (c.1380-3 Sept. 1437, da. und coh. von Sir Hugh Waterton von Eaton Tregoes, Herefs., 2s. (1 d.v.p.) 2da. Kntd. 11. Okt. 1399.1

Büros gehalten

Kommr. von Oyer und Terminer, Devon Aug. 1401, Sept. 1412, Juli 1422 Untersuchung März 1410 (Nachlass von William Beaumont), Febr. 1429 (Mord) Array, Mdx. Mai 1418, Devon Apr. 1426, Mai 1427, um königliche Darlehen aufzunehmen, Mdx. Nov. 1419, Jan. 1420.

Sheriff, Devon 4. November 1409-29. November 1410, 16. November 1420-1. Mai 1422.

Biografie

Robert gehörte zu einer alten Devon-Familie und als ‘Le Fitz Chalons“, erscheint erstmals 1384-5 zusammen mit seinem Vater als Knappe von Edward, Earl of Devon. Im März 1387 war er im Gefolge des Earls und diente auf See unter Richard, Earl of Arundel, dem Admiral. Später im selben Jahr trat er jedoch in die Dienste von Henry of Bolingbroke, Earl of Derby, von dem er als einer seiner Handlanger ein Honorar von 4 £ erhielt. Drei Jahre später war er aktiv an den Vorbereitungen für Derbys Expedition nach Preußen beteiligt, wobei er selbst einer der ausgewählten Kompanien war. Nach seiner Rückkehr heiratete er die ältere Tochter eines der wichtigeren Gefolgsleute von Bolingbroke. Henry gewährte dem Paar eine Leibrente von 20 Mark, die dem Herzogtum Lancaster Manor of Brecon zugewiesen wurde, und bei seiner Thronbesteigung wählte er Chalons mit anderen seiner treuesten Anhänger aus, um am Vorabend seiner Krönung die Ehre des Ritters zu erhalten.2

Chalons blieb in Henrys unmittelbarer Anstellung. Im Herbst 1401 war er als Gesandter in Übersee tätig und wurde im September 1402 zum Ritter der Königskammer ernannt. Im Juni 1406 schuldete man ihm 21 6S.8D. „aufgrund des Haushaltseinkommens“. Zwei Landbewilligungen, die er in dieser Zeit erhielt, erfolgten, ohne dass ihm Gebühren für das große Siegel in Rechnung gestellt wurden. Im April 1415 schloss er einen Vertrag, mit Heinrich V. nach Frankreich zu gehen, und erhielt als Kontingent von drei Soldaten und neun Bogenschützen eine vorläufige Lizenz zur Verfügung über einen Goldpokal und zwei Schalen und ein Becken aus vergoldetem Silber, das an geliefert wurde ihn als Sicherheit für die Zahlung von £45 6S.10D., die Löhne seiner kleinen Truppe für das zweite Quartal des Jahres. Nach der erfolgreichen Belagerung von Harfleur blieb er als Mitglied der Burggarnison unter dem Kommando von Thomas, Earl of Dorset. Chalons war Anfang 1421,3 wieder mit dem königlichen Gefolge in der Normandie

Durch seine Heirat wurde Chalons mit der einflussreichen Familie von Waterton vereint: Blanche war die Tochter des Kammerherrn Heinrichs IV. und ihre Mutter war „Gouvernante“ von Heinrichs Tochter Philippa. Andere Mitglieder ihrer Familie bekleideten ebenfalls ein Amt im königlichen Haushalt, und es ist wahrscheinlich, dass Blanche selbst dort eine Position innehatte, denn sie erhielt nicht nur die Vormundschaft und die Heirat eines Herzogs von Lancaster-Pächter (im Jahr 1407), sondern sie war auch, im Jahr 1410 gewährte er eine Annuität von 20 £, die aus den in Norfolk, Suffolk, Hertfordshire und Essex gesammelten Stoffsubventionen zahlbar war. Dieser zweite Zuschuss wurde 1413 erneuert, und zwei Jahre später wurden die Bauern des Zuschusses angewiesen, ihre Rente „ungeachtet der Präferenz“ zu zahlen. dem König im Parlament übergeben“. Tatsächlich profitierte Blanche für den Rest ihres Lebens davon.4

Chalons Hingabe an das Haus Lancaster brachte ihm auch Belohnungen in Form von Landzuweisungen ein. Er hatte von seinem Vater kleine Besitztümer in Devon geerbt, darunter Challonsleigh in Plympton und die Herrenhäuser von Buckerell und Awliscombe, aber diese waren nach Schätzungen bei seinem Tod insgesamt kaum mehr als 5 Pfund pro Jahr wert. Doch am 18. Oktober 1399, speziell „zur Vermehrung seines Besitzes“, gewährte ihm der neue König die verfallenen Güter von Sir John Cary†, dem obersten Baron des Finanzministeriums, der 1388 nach Irland verbannt worden war Schloss und Herrenhaus von Great Torrington, viereinhalb Herrenhäuser und über 1.000 Morgen Land in Devon und andere Grundstücke in Somerset und Cornwall mit einem geschätzten Gesamtwert von etwa 230 £. Anfang 1400 brachen Räuber, zweifellos angestiftet von Carys Erben Robert*, in das Grundstück von Torrington und Cockington ein und entführten fünf Pferde im Wert von 40 Mark, fällen Bäume und nahmen Waren im Wert von 200 Pfund sowie 60 Pfund Geld mit. Das fragliche Anwesen schwand allmählich, als Robert Cary und andere aufgrund früherer königlicher Zuwendungen Rechte an verschiedenen Teilen davon beanspruchten, so dass Chalons bei seinem Tod keines der ihm ursprünglich von Heinrich IV. zugewiesenen Grundstücke besaß. Die von (Sir) Thomas Shelley* wegen Hochverrats verwirkten Mietskasernen in Charing (Middlesex), die zusammen mit den Gütern von Cary in die Bewilligung von 1399 aufgenommen worden waren, befanden sich jedoch 1405 noch in seinen Händen. Er und andere wurden dann bewilligt Pflaster, um die Straße von St. Mary, Strand, nach Charing Cross und vom St. Giles's Hospital nach Temple Bar zu reparieren, und es scheint nach dem öffentlichen Dienst, zu dem er noch 1420 in Middlesex berufen wurde, dass er die Shelleys Besitz, zumindest für mehrere Jahre.5 Neben der Gunst Heinrichs IV. genoss Chalons auch die Gunst des Neffen des Königs, John Holand, Earl of Huntingdon, der ihm und seiner Frau und ihren männlichen Erben im Februar 1420 das Herrenhaus des Flete Damarle und ein vierter Teil von Holbeton in Devon, die dementsprechend bis zum Tod von Sir Roberts Enkel im Jahr 1447 in der Familie Chalons verbleiben sollten. Währenddessen, als sein Schwiegervater 1410 gestorben war, Frau hatte 400 Mark als Anteil an seinen Gütern erhalten und c Huttels, zusammen mit einem Teil des Herrenhauses von Eaton Tregoes (Herefordshire). In den Jahren 1412-13 war er im Rahmen der Siedlungen nach der Heirat seiner Tochter Katherine mit John St. Aubyn* an Grundstückstransaktionen in Cornwall und Devon beteiligt. Chalons hatte auch eine Rente aus Upavon (Wiltshire) im Wert von 60 Pfund und Eigentum in Fonthill Gifford in derselben Grafschaft. 1412 soll sein Besitz in Devon £44 p.a. wert gewesen sein. Es überrascht nicht, dass dieser wohlhabende Ritter im späteren Verlauf seiner Karriere der Krone ein Darlehen von bis zu 100 Mark gewähren konnte.6

Vier Tage nach seiner Wahl in Exeter am 12. November 1420 zum Ritter der Grafschaft für Devon wurde Chalons (zum zweiten Mal) zum Sheriff der Grafschaft ernannt und bekleidete daher das Amt während der Parlamentssitzungen. Aufgrund seiner Ernennung hielt er die Bezirkswahlen zu beiden Parlamenten von 1421 ab. Nach dem Tod von Heinrich V. zog er sich offenbar aus dem königlichen Dienst zurück, um in Devon zu leben, wo er in Rangordnungskommissionen diente und 1434 den Eid ablegte, der den Unterhalt verhindern sollte von denen, die den Frieden gebrochen haben. Am Ende dieses Jahres wurde ihm und seiner Frau jedoch ein päpstliches Indult des vollen Ablasses als „von der Diözese Chichester“ adressiert. Chalons 'Frau starb 1437, aber er selbst überlebte bis zum 6. Februar 1445 und hinterließ dann als sein Erbe seinen Enkel John. Als dieser zwei Jahre später starb, ging das Land der Chalons an Sir Roberts zwei Enkeltöchter über, die Kinder von Katherine St. Aubyn.7

Ref.-Volumen: 1386-1421

Anmerkungen

Varianten: Chalounez, Chalouns.

CFR, xvi. 300 Reg.-Nr. Brantingham Hrsg. Hingeston-Randolph, 321, 373.


Eide nach dem Gesetz der Isle of Man

Die Isle of Man hat ihre eigenen Gesetze, die von ihrem Parlament Tynwald verkündet wurden, und das Common Law (historisch genannt „Brustrecht“) interpretiert vom alten Amt der Deemsters beim High Court of Justice. Wie die Gesetze und Verfahren in England und Wales hat der Mechanismus der Eidesleistung auf der Insel eine lange Geschichte. Der Customary Laws Act von 1422 bezieht sich auf das Ablegen von Versprechen unter Eid vor Gerichten in Manx.

Nach dem Manx-Gesetz ist der Eid unantastbar und die Abgabe einer eidesstattlichen Aussage, dass ein Beschuldigter weiß, dass er falsch ist oder nicht glaubt, dass er wahr ist, stellt eine Straftat nach dem Meineidgesetz von 1952 dar. Wie in England und Wales ist ein Eid erforderlich, um den Richtigkeit einer eidesstattlichen Erklärung eines Bevollmächtigten. Die eidesstattlichen Erklärungen, obwohl sie in Gerichtsverfahren inzwischen weitgehend durch Zeugenaussagen ersetzt wurden, erfüllen weiterhin eine wichtige Funktion. Zum Beispiel, um den Willen eines Manx-Gerichts zu aktivieren, das Extrem zu befehlen 'Atomwaffen' von Zivilprozessen (laut Donaldson LJ in Bank Mellat gegen Nikpour [1985] F.S.R. 87) in Form von Durchsuchungsanordnungen und einstweiligen Verfügungen sind nach den Regeln des High Court of Justice 2009 (Anlage 7.2(3)) eidesstattliche Beweise erforderlich.


Krieg der Rebellion: Serie 115 Seite 1422 KRIEGSGEFANGENE USW.

für die Anordnung der Sezession, und ich würde annehmen, dass sie so loyal und wahr ist wie jeder Mann im Land.

Cornelius White kommt aus dem Norden. Er lebt seit etwa zwölf oder fünfzehn Jahren in Virginia. Er ist Besitzer einer Farm in der Nähe des Gerichtsgebäudes und wird von allen, die ihn kennen, als harmloser, harmloser Mann angesehen. Er hat mir oft über seine Position in Bezug auf unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten gesprochen und einstimmig erklärt, dass er sich mit dem Süden indenitiert sehe und sein Schicksal teilen werde. Ich erinnere mich, dass im letzten Sommer, als die Armee in der Nachbarschaft war, ein Generalverdacht gegen die Nordmänner bestand, und dieser alte Mann auf meine Instanz hin, um sich von dem Verdacht zu befreien, legte den Treueeid auf die Konföderierten Staaten ab. Ich glaube nicht, dass er diese Verpflichtung verletzen würde.

Herr I. Wybert kommt aus dem Norden. Er ist Besitzer einer Farm. Ist ein beständiger, fleißiger Mann, und seit er ungefähr zehn oder zwölf Jahre in Virginia ist, hat er immer den Ruf eines guten Bürgers und eines zuverlässigen Mannes getragen.

Ich bin, Sir, sehr respektvoll,

H. W. THOMAS.

[Indossament.]

Ich kenne die von Herrn Thomas in der vorstehenden Erklärung genannten Personen seit einigen Jahren. Sie alle wohnen in der Grafschaft Fairfax und sind dort Grundbesitzer, anständige Männer und gute Bürger. Ich hatte letzten Sommer ein Gespräch mit Mr. Wybert, in dem er erklärte, dass alle seine Interessen in Virginia lägen und er dem Süden zur Seite stehen würde. Der Aussage von Herrn Thomas stimme ich grundsätzlich zu.

O. W. HUNTT.

AUFTRÄGE,

HDQRS. LOUISIANA-MILIZ, ADJT. BÜRO des Generals,

Zahlen 530.

New Orleans, 12. April 1862.

I. Dem Gouverneur und dem Oberbefehlshaber wurde mitgeteilt, dass in den Pfarreien Natchitoches und Sabine geheime Zusammenkünfte von illoyalen Männern und Vereine und Klubs bestehen, die aus Bürgern dieser Pfarreien bestehen, die jede Mitwirkung an unserer gegenwärtigen Revolution leugnen, aber den Wunsch geltend zu machen, die Union wiederherzustellen und verschiedene andere Akte der Unzufriedenheit und Untreue gegenüber der gegenwärtigen Regierung zu begehen, wird Brigadegeneral John B. Smith, der die Zehnte Brigade kommandiert, die Häuptlinge unter diesen Männern ermitteln – diejenigen, die auffällig und fleißig in der Verlockung waren andere in die Schlinge und führt sie zum Eingeständnis dieser verräterischen Pläne. Er wird die Rädelsführer verhaften und unter ausreichender Bewachung in dieses Hauptquartier schicken und, wenn es dies für notwendig erachtet, versuchen, diejenigen, die weniger aktiv waren, angemessen zu bestrafen.

II. Generalmajor John L. Lewis, Kommandant der Staatsmiliz, wird umgehend einen Befehl an Brigadegeneral John B. Smith erteilen.

Im Auftrag von Thos. O. Moore, Gouverneur und Oberbefehlshaber:

M. GRIVOT,

Adjutant und Generalinspekteur.

KRIEGSABTEILUNG, Richmond, 16. April 1862.

Brigadegeneral JOHN H. WINDER,

Kommandierend, &., Richmond, Va.

SIR: Sie werden veranlassen, dass die drei französischen Offiziere De Beaumont, Cypreini und Vifguerin jetzt in einer Sitzung vor das Untersuchungsgericht getragen werden.

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MACKERELL, Ralph (gest. 1436), Wilsthorpe, Derbys. und Clifton, Notts.

m. (1) bis November 1408, Katherine, da. von Sir John Cressy (D. August 1383) von Hodsock, Notts. und Melton in der Nähe von Barnbrough, Yorks., Schwestern. und koh. von Sir Hugh Cressy (c.1375-1408), Wid. von Sir John Clifton* (D.1403) von Clifton, 1 Kap. d.v.p. (2) von c. 1420, Margerie (fl. 1436), wahrscheinlich. da. und koh. von John Tansley*, 3s.2

Büros gehalten

Steuereintreiber, Notts. Nov. 1404, Dez. 1406.

Kommr. von Oyer und Terminer, Notts. Apr. 1410 (Entzug der Arbeitsdienste in Walkeringham) Untersuchung, Notts., Derbys. Jan. 1414 (Lollards at large), Notts. Nov. 1421 (Nachlass von Lord Scrope of Bolton), Feb. 1425 (Nachlass von Robert Waterton) Array Apr. 1418, März 1419, März 1427, um ein königliches Darlehen aufzunehmen Nov. 1419, Jan. 1420 Überführung französischer Gefangener aus London nach Nottingham und zurück Juli, November 1422 von Abwasserkanälen, Notts., Lincs., Yorks. Juli 1433.

Sheriff, Notts. und Derbys. 10. Dez. 1411-3. Nov. 1412, 23. Nov. 1419-16. Nov. 1420, 1. Mai 1422-14. Feb. 1423.

Escheator, Notts. und Derbys. 8. Dez. 1416-30. Nov. 1417, 24. Jan.-17. Dez. 1426.

Abt. Wächter von Nottingham Castle vom 8. Februar 1421-achtern. Nov. 1422,3

J.p. Nott. 12. Februar 1422 - Juli 1423.

Biografie

Obwohl es möglich ist, dass es sich um ein und dieselbe Person handelte, deuten Indizien und chronologische Beweise darauf hin, dass das Thema dieser Biografie entweder der Sohn oder ein Verwandter von Ralph Mackerell war, der in dem Jahrzehnt, das 1393 endete, als Steuereintreiber in Derbyshire diente Viele Informationen über sein frühes Leben sind erhalten geblieben, aber anscheinend erbte er Eigentum in und um Breaston, in derselben Grafschaft, das seit einigen Jahren in den Händen der Familie Mackerell war. Als er starb, wurde Mackerell auch das benachbarte Herrenhaus Wilsthorpe sowie Land in der Umgebung von Sandiacre beschlagnahmt und dies zusammen mit seinen umfangreichen Besitztümern bei Carlton in Lindrick, Blyth, Clipston, Fenton, Stretton, Hayton Muskham und anderswo in Nottinghamshire, möglicherweise ebenfalls, zumindest teilweise, zu ihm gekommen sein , im November 1404 wurde er zum Einzug der Gemeindesteuern ernannt. Obwohl Katherine damals nicht mehr als das Mitgiftland in Clifton besaß, auf das sie gewöhnlich Anspruch hatte, war Katherine möglicherweise eine Frau von einigem Reichtum, wie 1400, als klar wurde, dass er keine eigenen Nachkommen haben würde, ihr Bruder Sir Hugh Cressy, hatte sich für sie und ihre jüngere Schwester Elizabeth (D. bis 1408), die Frau von Richter Markham, beteiligt sich an der Rückgabe aller seiner Güter. Diese umfassten die Herrenhäuser Risegate, Claypole und Braytoft in Lincolnshire, Melton bei Barnbrough in Yorkshire und Hodsock in Nottinghamshire, die nach seinem Tod im Jahr 1408 ordnungsgemäß aufgeteilt wurden. Die Aufteilung des Eigentums erfolgte nicht ohne eine gewisse Groll, da die Markhams die ursprüngliche Vereinbarung bestritten und ein Schiedsgericht, darunter Sir Richard Stanhope*, in Zusammenarbeit mit den Verwandten und Freunden der beiden einberufen wurde Parteien. Eine ungewöhnliche Vergabe, bei der in Wachskugeln versteckte Grundstücke vergeben wurden, erwies sich jedoch als akzeptabel, vor allem aufgrund des Drucks der verschiedenen Vermittler. Der Gesamtwert von Katherines Purparty kann jetzt nicht festgestellt werden, aber 1412 war das Land, das sie Mackerell in Claypole mitbrachte, allein 20 Pfund wert, während seine Ländereien in Nottinghamshire für Steuerzwecke einen Wert von mindestens 40 Pfund pro Jahr hatten.5

Inzwischen, im Frühjahr 1408, erschien Mackerell als Angeklagter in einer Höhe von Roman Disseisin in Nottingham von (Sir) Nicholas Strelley* und anderen angeklagt, wahrscheinlich als Kollusionsklage, um ihren Eigentumstitel zu sichern. Zwei Jahre später und 1414 begann er ernsthaft mit den Geschäften der Kommunalverwaltung. Kurz vor Beginn seiner ersten Amtszeit als Sheriff nahm er an den Parlamentswahlen in Nottinghamshire teil. Ein Zeichen seines Ansehens zu dieser Zeit kann in der Verleihung eines päpstlichen Indults an ihn und seine Frau gefunden werden, die die Verwendung eines tragbaren Altars erlaubt, und es ist daher kaum verwunderlich, dass der örtliche Adel sich entschied, ihn als ihren Vertreter zum zweiten zurückzugeben Parlament von 1414. Im folgenden Jahr verpachteten Mackerell und seine Frau einen Teil ihrer Ländereien in Hodsock an einen benachbarten Farmer und gaben daraufhin dem Landbesitzer aus Staffordshire, Sir Robert Francis*, dessen Tochter inzwischen geheiratet hatte, alle rechtlichen Schritte frei Mackerells Stiefsohn Gervase Clifton. Bis zu seinem zweiten Erscheinen im House of Commons im Dezember 1420 war Mackerell für einen seiner Nachbarn im Schatzamt bürge und hatte auch eine Zeit lang Garnisonsdienst in Berwick-upon-Tweed unter dem Kommando von Richard, Lord Gray von Codnor. Seine Erfahrungen an der schottischen Grenze qualifizierten ihn mehr als für seine nächste Ernennung als stellvertretender Wärter von Nottingham Castle. Er war wahrscheinlich schon eine ganze Weile im Amt, als ihm im Februar 1421 von der Regierung ein Auftrag von 40 Pfund für notwendige Reparaturen erteilt wurde. Eine Reihe wichtiger Gefangener, die von Heinrich V. in Frankreich gefangen genommen wurden, waren in der Burg untergebracht, und Mackerell verbrachte während dieser Zeit einige Zeit damit, sie zur Untersuchung vor dem königlichen Rat nach und von London zu eskortieren, wobei Kosten von über £ 64 für Transport und Unterkunft anfielen. 6

In seiner Eigenschaft als Sheriff von Nottinghamshire war Mackerell für die Abhaltung der Parlamentswahlen von 1422 verantwortlich, bei denen sein enger Freund John Allestre zu einem der Abgeordneten des Bezirks Nottingham gewählt wurde. Allestre hatte ihn gerade zum Aufseher seines Testaments ernannt (der Geldbetrag belief sich auf fast 500 Pfund), obwohl er kaum Hilfe von außen benötigt haben kann, um einen Sitz in Westminster zu bekommen. Mackerell bescheinigte dem Parlament von Leicester von 1426 den Rückkehrbefehl für Nottinghamshire und stellte sich im folgenden Jahr als Kandidat vor. Die Umstände seiner Wahl am 25. August 1427 werfen einige interessante Fragen auf, denn obwohl er eindeutig eine populäre und einflussreiche Persönlichkeit in der Kreisgemeinde war, die er bereits zweimal vertreten hatte, war sein Verhalten bei dieser Gelegenheit offensichtlich verfassungswidrig . Der Sheriff, Sir Thomas Gresley*, wählte ihn und seinen Kollegen Hugh Willoughby nicht nur aus, ohne zuvor die erforderliche Vorladung erhalten zu haben, sondern weigerte sich auch, jede Form von Wahlen abzuhalten und verschlimmerte seine Beleidigung, indem er die Rückkehr unter seiner eigenes Siegel und nicht in Form des gesetzlich vorgeschriebenen Vertrages. In Übereinstimmung mit dem Statut von 1410 (das das Verfahren bei Wahlfehlern klar festlegte) wurde am 27. Februar 1428 in Nottingham eine Untersuchung vor eigens beauftragten Schwurrichtern eingeleitet, aber da das Parlament zu diesem Zeitpunkt schon lange in seiner In der zweiten Sitzung hatte das Urteil des Gerichts kaum eine praktische Auswirkung, außer dass Mackerell und Willoughby ihre Ausgaben beraubt wurden und Gresley die gesetzliche Geldstrafe von 100 £ verwirkte. Die Vorlage einer parlamentarischen Petition zu diesem Zeitpunkt, die darauf abzielte, die Rechtsposition sowohl der Sheriffs als auch der Grafschaftsritter zu schützen, deren Verhalten zu solchen Untersuchungen geführt hatte (und auch der erfolglose Versuch, die Ergebnisse solcher Untersuchungen aufzuheben) wurde eindeutig veranlasst durch Dies war nicht die einzige Angelegenheit von Commons, die Mackerells persönliche Aufmerksamkeit erforderte, denn er und seine zweite Frau Margery waren inzwischen in einen Wiedergutmachungsantrag gegen keinen Geringeren als Sir Thomas Gresley verwickelt, dessen Verhalten sich ihnen gegenüber innerhalb weniger Monate dramatisch verändert hatte. Obwohl Gresley bereit war, Mackerells Rückkehr ins Parlament im August 1427 zu bewerkstelligen, zeigte er seinem ehemaligen Freund nichts als Feindseligkeit, als er und Margery kurz darauf von Sir Thomas Rempston I. Es überrascht nicht, dass die Mackerells sich weigerten, eine atemberaubende Schadensersatzforderung von 2.000 Pfund zu akzeptieren, aber sie wurden auf Schritt und Tritt von Gresley frustriert, der seinen Einfluss als Sheriff nutzte, um die Aufnahme von Beweisen oder die Durchführung einer ordnungsgemäßen Untersuchung zu verhindern. Der Ausgang dieses Rechtsstreits wird nicht festgehalten, da er wahrscheinlich zu einer außergerichtlichen Einigung geführt hat. Weder Mackerell noch die Wähler von Nottinghamshire scheinen den dramatischen Ereignissen dieser Zeit viel Bedeutung beigemessen zu haben, denn er bezeugte 1432 erneut die Rückkehr der Abgeordneten ins Parlament und wurde auch als einer der führenden lokalen Adeligen aufgeführt, die den General übernehmen sollten Eid vom Mai 1434, dass sie niemanden unterstützen würden, der den Frieden störte. Er war auch nicht ohne starke eigene Verbindungen, wie eine Reihe komplexer Lehen seiner Güter zeigt, die darauf abzielen, eine Lehensrechte an seiner zweiten Frau zu begleichen. Zu den Treuhändern, denen er seinen Besitz in Nottinghamshire und Derbyshire übertrug, gehörten Henry, Kardinal Beaufort, Henry Chichele, Erzbischof von Canterbury, und Thomas Langley, Bischof von Durham, obwohl er auch die Dienste anderer, weniger angesehener Persönlichkeiten in seiner Nähe in Anspruch nahm.8

Als er im Januar 1436 starb, konnte Mackerell seiner Witwe fast alle seine umfangreichen Besitztümer sicher hinterlassen. Damit hinderte er die Krone daran, ihren Vormundschaftsanspruch während der Minderjährigkeit seines ältesten Sohnes Hugh, der damals 16 Jahre alt war und vermutlich das Kind seiner zweiten Ehe war, geltend zu machen. Der Junge hatte mindestens zwei jüngere Brüder, die beide als Nutznießer des Testaments ihrer Großmutter Alice (D.1439), die Witwe des Nottinghamer Kaufmanns John Tansley. Die Güter, die Mackerell im Eigentum seiner ersten Frau Katherine behalten hatte, fielen an seinen Stiefsohn mittleren Alters, Sir Gervase Clifton, zurück.9


Als größtes Nachfolgeland des mittelalterlichen Herzogtums Sachsen begann die heutige Region Sachsen als kleine Landansammlung um die Stadt Wittenburg. Sachsen wurde nach der Absetzung des Welfen Heinrich des Löwen an die Askanier gegeben. Die Askanier waren bereits Herren von Lauenburg und fügten ihrem Reich Sachsen hinzu. Als Sachsen und Lauenburg unter Brüdern geteilt wurden, beanspruchten beide Linien die sächsischen Wahlrechte. Dies führte zu Verwirrung, als die Reichswahlen stattfanden, möglicherweise am bekanntesten im Jahr 1314, als die beiden Zweige für gegensätzliche Kandidaten stimmten.

Das Problem wurde 1356 gelöst, als der luxemburgische Kaiser Karl IV. Sachsen-Wittenburg die sächsische Kurwürde zusprach.

Die Wittenburger Askanier Linie erlosch 1422. Trotz des Drucks von Sachsen-Lauenburg wurde Kursachsen an die Wettiner Markgrafen von Meißen abgegeben. 1485, nach dem Tod von Kurfürst Friedrich II., wurde Sachsen zwischen seinen Söhnen Ernst und Albert aufgeteilt. Ernst nahm als der Ältere einen Großteil des alten Sachsen-Wittenburg und Südthüringen sowie die kurfürstliche Macht ein, während Albert Meißen und Nordthüringen eroberte.

Die protestantische Reformation begann im ernestinischen Sachsen, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür des Wittenburger Doms nagelte. Die Reformation vertiefte nur die wachsende Rivalität zwischen den ernestinischen und albertinischen Zweigen, da das Albertinische Sachsen beharrlich katholisch blieb.

Tatsächlich würden sie sich auf gegnerischen Seiten dem Schmalkaldischen Krieg anschließen, und nach dem Sieg der Katholiken wurde ein Großteil des ernestinischen Sachsenlandes (zufällig einschließlich Wittenburg) und die Wahlmacht auf die albertinische Linie übertragen. Dem neuen kurfürstlichen Sachsen war auch die Erbteilung untersagt, ein Privileg, das sich nicht auf die ernestinische Linie erstreckte, die ihre Ländereien im Laufe der Jahrhunderte geteilt und halb wiedervereinigt sah.

Kursachsen war im Vierzigjährigen Krieg zunächst neutral, erklärte aber 1634 dem Evangelischen Bund den Krieg, als ein brandenburgisch-preußisches Heer Meißen plünderte. Sein Eingang wurde durch die fast gleichzeitige Kriegserklärung der ernestinischen Herzogtümer kontrolliert.

Die gegnerischen Sachsen bekämpften sich mit ungeheurer Brutalität und kämpften oft grausamer als gegen ihre wichtigsten gegnerischen Armeen. Als sich der Krieg hinzog, verlor er sein religiöses Element und wurde mehr zu einer Frage der "Rechnung". Die einzigen Dinge, die die Zusammenstöße beendeten, waren die Konkurse, die die wiederholte Plünderung und Plünderung beider Entitäten und der Hamburger Frieden von 1658 brachten.

Seit dem Vierzigjährigen Krieg engagiert sich Sachsen weiterhin in der Diplomatie außerhalb des Heiligen Römischen Reiches, was in der Wahl Friedrich Augusts I. durch den polnischen Sejm zum Commonwealth-Thron gipfelte. Um den Preußisch-Österreichischen Krieg zu nutzen, um Schlesien zu erobern und die Länder zu verbinden, erklärte sein Sohn Friedrich August II. den Krieg.

Trotz einiger relativ früher Erfolge bei einem Marsch auf Breslau sah sich Sachsen-Polen bald einer breiten, unerwarteten kaiserlichen Koalition gegenüber, die Österreich, Preußen, Luxemburg und die Hanse umfasste, Sachsen wurde schnell überrannt, und Warschau fiel einige Wochen später. Die Personalunion wurde im Frieden gebrochen, und beiden war es verboten, eine solche Vereinigung noch einmal zu machen.

Auf der Suche nach Rache schloss sich Kursachsen Napoleone di Buonaparte in den Napoleonischen Kriegen an, sah jedoch viel weniger Erfolg als ihr Verbündeter. Als Napoleons Italien 1857 fiel, wurde Sachsen der Lausitz beraubt und von Österreich eingenommen.

Seitdem hat Sachsen seine Sichtbarkeit abgeschwächt, begnügt sich mit den eher sporadischen Zeiten, in denen ein Wettiner zum Kaiser gewählt wird.


Sachsen

In Deutschland entstanden im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus die großen Stammesbünde der alamannischen Bayern, Thüringer, Franken, Friesen und Sachsen, die mit ihrer volkstümlichen Stammesregierung an die Stelle der zahlreichen Kleinstämme traten. Mit Ausnahme der Sachsen wurden alle diese Konföderationen von Königen regiert, die Sachsen wurden in eine Reihe unabhängiger Körperschaften unter verschiedenen Häuptern aufgeteilt und wählten in Kriegszeiten einen Herzog. Die Sachsen (lat., Sachsen) waren ursprünglich ein kleiner Stamm, der an der Nordsee zwischen Elbe und Eider im heutigen Holstein lebte. Ihr Name, abgeleitet von ihrer Waffe namens Sax, einem Steinmesser, wird erstmals von dem römischen Schriftsteller Claudius Ptolemäligus (ca. 130 n. Chr.) erwähnt. Im dritten und vierten Jahrhundert kämpften sich die Sachsen siegreich nach Westen, und ihr Name erhielt den großen Stammesbund, der sich nach Westen genau bis zur ehemaligen Grenze des Römischen Reiches, also fast bis zum Rhein erstreckte. Dem fränkischen Stamm blieb nur ein kleiner Landstreifen rechtsrheinisch. Nach Süden drangen die Sachsen bis zum Harz und zum Eichsfeld vor und nahmen in den folgenden Jahrhunderten den größten Teil Thüringens ein. Im Osten reichte ihre Macht zunächst bis an die Elbe und Saale, in den späteren Jahrhunderten sicher noch viel weiter. Die gesamte Küste des Deutschen Ozeans gehörte den Sachsen mit Ausnahme derjenigen westlich der Weser, die die Friesen behielten. Die Geschichte des mächtigen sächsischen Stammes ist auch die Geschichte der Bekehrung zum Christentum des zwischen Rhein und Oder liegenden Teils Deutschlands, also fast des gesamten heutigen Norddeutschlands. Ab dem 8. Jahrhundert wurden die Sachsen in die vier Unterabteilungen eingeteilt: Westfalen, zwischen Rhein und Weser die Engern oder Anger, beiderseits der Weser die Ostfalen, zwischen Weser und Elbe die Transalbinger, im heutigen Holstein. Von diesen Namen ist nur noch der Name Westfalen erhalten geblieben, der den Einwohnern der preußischen Provinz Westfalen gegeben wird.

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Zusammen mit dem deutschen Stamm der Angles siedelte sich ein Teil der Sachsen auf der Insel Britannien an, von der sich die Römer zurückgezogen hatten, wo sie als Angelsachsen, nachdem sie um 600 das Christentum angenommen hatten, den Grundstein für die angelsächsische Zivilisation legten und die Großbritannien präsentieren. Beim Versuch, Gallien auf dem Landweg zu erreichen, gerieten die Sachsen in heftige Auseinandersetzungen mit den am Rhein lebenden Franken. Der Frankenkönig Clovis (481-511) vereinte die verschiedenen Frankenstämme, eroberte das römische Gallien und nahm mit seinem Volk das Christentum an. Das neue Frankenreich konnte alle deutschen Stämme außer den Sachsen unter seine Herrschaft bringen und christlich machen. Über hundert Jahre lang herrschte fast ununterbrochen Krieg zwischen Frank und Sachsen. Viele angelsächsische christliche Missionare versuchten, die Sachsen zu bekehren, einige wurden getötet, einige vertrieben, die Namen von nur wenigen dieser Männer sind erhalten geblieben, wie St. Suitbert, St. Egnert, der Heilige namens Bruder Ewald, St. Lebuin , usw. Auch der hl. Bonifatius predigte ohne Erfolg bei den Sachsen. Die Sachsen wurden schließlich nach einem dreißigjährigen blutigen Kampf (772-804) durch den großen fränkischen Herrscher Karl den Großen unter die fränkische Oberhoheit gebracht. Auch Karl der Große konnte sie für das Christentum gewinnen, denn die Sachsen waren der letzte deutsche Stamm, der noch beharrlich am Glauben an die germanischen Götter festhielt. Zu verschiedenen Zeiten wurden die Sachsenkriege Karls des Großen als "Religionskriege" bezeichnet und die nicht beweisbare Behauptung aufgestellt, Papst Adrian habe Karl den Großen aufgefordert, die Sachsen gewaltsam zu bekehren.Die Feldzüge Karls des Großen sollten vor allem die Sachsen für ihre jährlichen Raubzüge an den Rhein bestrafen, bei denen sie Kirchen und Klöster niederbrannten, die Priester töteten und ihre Kriegsgefangenen den Göttern opferten. Der früheste Nachweis, dass Karl der Große die Eroberung der sächsischen Landstriche im Sinn hatte, ist 776. Es liegt auf der Hand, dass für einen dauerhaften Frieden der Sturz der Sachsen mit ihrer Bekehrung zum Christentum einhergehen muss. Die Notwendigkeit dazu lag auch im Wesen des Frankenreiches, in dem Politik und Religion nie getrennt wurden. Gleichzeitig ist es wahr, dass verschiedene Maßnahmen Karls des Großen, wie die Hinrichtung von 4500 Sachsen in Verdun im Jahr 782 und die harten Gesetze für die Unterworfenen, kurzsichtig und grausam waren. Die Kirche kann jedoch auf keinen Fall für diese Politik Karls des Großen verantwortlich gemacht werden, die sie nie genehmigt hat. Obwohl noch vor wenigen Jahrzehnten in sächsischen Gebieten der Widerstand gegen die christliche Lehre hartnäckig war, gewöhnten sich die Sachsen an das neue Leben. Die christliche Lebensauffassung versank tief in den Herzen der Menschen, und in wenig mehr als hundert Jahren waren die Sachsen die Boten und Verteidiger einer christlichen, deutschen Kultur unter den slawischen Stämmen. Die Bekehrung Sachsens wurde dem mit Karl dem Großen freundschaftlichen St. Sturmi und den Mönchen des von Sturmi gegründeten Klosters Fulda übertragen. Zu den erfolgreichen Missionaren des Glaubens gehörten auch St. Willihad, der erste Bischof von Bremen, und seine angelsächsischen Gefährten. Nach dem Tod St. Sturmis (779) wurde das Land der Sachsen in Missionsbezirke aufgeteilt, die jeweils einem fränkischen Bischof unterstellt wurden. Innerhalb der alten Gerichtsbezirke wurden Pfarreien gegründet. Mit großzügiger Hilfe Karls des Großen und seiner Adligen wurden zahlreiche Kirchen und Klöster gegründet, und sobald Ruhe in den verschiedenen Bezirken wiederhergestellt war, wurden ständige Bistümer gegründet.

Mit der Teilung des Frankenreiches durch den Verduner Vertrag (843) wurde aus dem ostrheinischen Gebiet das Ostfränkische Königreich, aus dem sich das heutige Deutschland entwickelt hat. Eine starke zentrale Autorität fehlte während der Herrschaft der schwachen ostfränkischen Könige der Karolinger. Jeder deutsche Stamm war gezwungen, sich gegen die Einfälle der Normannen aus dem Norden und der Slawen aus dem Osten zu verteidigen, und so wählten die Stämme wieder Herzöge als Herrscher. Der erste sächsische Herzog war Otto der Erlauchte (880-912) der Liudolfinger-Linie (Nachkommen von Liudolf). Otto konnte seine Macht über Thüringen ausdehnen. Ottos Sohn Heinrich wurde zum König von Deutschland gewählt (919-936) Heinrich wird zu Recht als der eigentliche Gründer des Deutschen Reiches bezeichnet. Sein Sohn Otto I. (936-973) erhielt als erster deutscher König vom Papst die römische Kaiserkrone (962). Als König und Kaiser folgte Otto I. sein Sohn Otto II. (973-983), dessen Nachfolger sein Sohn Otto III. (983-1002) wurde. Die Linie der sächsischen Kaiser erlosch mit Heinrich II. (1002-1024), der 1146 heilig gesprochen wurde. Heinrich I. war gleichzeitig König von Deutschland und Herzog von Sachsen gewesen. Vor allem um seines herzoglichen Besitzes willen hatte er an der Ostgrenze seines Landes einen langen und schwierigen Kampf mit den Slawen geführt. Der Kaiser Otto I. war auch den größten Teil seiner Regierungszeit Herzog von Sachsen. Otto I. brachte das slawische Gebiet am rechten Elbufer und Saaleufer unter deutsche Vorherrschaft und christliche Kultur. Er teilte das erworbene Gebiet in mehrere Markgrafschaften auf, die wichtigste davon: die Nordmark, aus der sich im Laufe der Zeit das heutige Königreich Preußen entwickelte, und die Mark Meißen, aus der das heutige Königreich Sachsen hervorgegangen ist . Jede Mark war in Bezirke eingeteilt, nicht nur aus militärischen und politischen, sondern auch aus kirchlichen Gründen: Der Mittelpunkt jedes Bezirks war eine befestigte Burg. Die ersten Kirchen, die in der Nähe dieser Burgen gebaut wurden, waren schlichte Gebäude aus Holz oder Bruchstein.

Otto I. legte die Grundlage für die Organisation der Kirche in diesem für die deutsche Rasse und das Christentum gewonnenen Gebiet, indem er die wichtigsten befestigten Orte, die er in den verschiedenen Mark errichtete, zu Bistümern der Diözesen machte. Die osmanischen Kaiser trugen auch viel dazu bei, das große slawische Volk, die Polen, die am rechten Oderufer lebten, zum Christentum zu bringen, da das polnische Land eine Zeitlang unter deutscher Oberhoheit stand. Leider wurden die vielversprechenden Anfänge der christlichen Zivilisation bei den Slawen durch die Gewalt der slawischen Aufstände in den Jahren 980 und 1060 weitgehend zerstört. Otto I. hatte 960 die herzogliche Gewalt über Sachsen an einen Grafen Hermann übertragen, der sich im Kampfe ausgezeichnet hatte mit den Slawen, und der Herzogstitel wurde in der Familie des Grafen Hermann erblich. Dieses alte Herzogtum Sachsen, wie es im Unterschied zum Herzogtum Sachsen-Wittenberg genannt wird, wurde zur Zeit der fränkischen oder salischen Kaiser zum Zentrum der Opposition der deutschen Fürsten gegen die Reichsmacht. Mit dem Tod von Herzog Magnus im Jahr 1106 erlosch die sächsische Herzogsfamilie, oft Billung-Linie genannt. Kaiser Heinrich V. (1106-25) übergab das Herzogtum Sachsen dem Grafen Lothar von Supplinburg, der 1125 König von Deutschland wurde, als Lehen und übertrug bei seinem Tod (1137) das Herzogtum Sachsen seinem Schwiegersohn. Herzog Heinrich der Stolze aus der Fürstenfamilie der Welfen. Der hundertjährige Krieg, den die Welfenfamilie mit den staufischen Kaisern führte, ist in der Geschichte berühmt. Der Sohn Heinrichs des Stolzen (gest. 1139) war Heinrich der Löwe (gest. 1195), der die deutsche Autorität und das Christentum auf das heutige Mecklenburg und Pommern ausdehnte und das Christentum in den von den slawischen Aufständen verwüsteten Gebieten wieder herstellte. Heinrich der Löwe weigerte sich 1176, Kaiser Friedrich I von Gelnhausen in viele kleine Portionen. Der größte Teil seines westlichen Teils wurde als Herzogtum Westfalen dem Erzbischof von Köln zugeteilt. Die sächsischen Bischöfe, die zuvor in ihren Territorien Hoheitsgewalt besessen hatten, allerdings unter der Oberhoheit des Herzogs von Sachsen, unterstanden nun nur noch der Reichsregierung, so war es auch mit einer Vielzahl weltlicher Grafschaften und Städte.

Der Landtag zu Gelnhausen ist von großer Bedeutung in der Geschichte Deutschlands. Der Kaiser Friedrich vollzog hier einen großen Rechtsakt. Doch die Aufspaltung des ausgedehnten Sachsenlandes in eine Vielzahl nur der Reichsregierung unterstellten Fürstentümer war eine der Ursachen für das Kleinstaatensystem, das sich in seiner späteren Geschichte für Deutschland als so nachteilig erwiesen hat. Das Gebiet des alten Herzogtums trug nie wieder den Namen Sachsen, der große westliche Teil erhielt den Namen Westfalen. Für die Kreise an der Unterelbe, also den nördlichen Teil der heutigen Provinz Sachsen, Hannover, Hamburg usw Sachsen, das heißt das heutige Königreich Sachsen, und Thüringen. Von der Bekehrung der Sachsen bis zum Aufstand des 16. Jahrhunderts entwickelte sich auf dem Gebiet des mittelalterlichen Herzogtums Sachsen ein reiches religiöses Leben. Kunst, Gelehrsamkeit, Poesie und Geschichtsschreibung erreichten in den vielen Klöstern ein hohes Maß an Perfektion. Zu den bekanntesten Lernorten zählten die Dom- und Klosterschule Corbie, Hildesheim, Paderborn und Münster. Diese Epoche brachte architektonisch schöne Kirchen im romanischen Stil hervor, die noch erhalten sind, wie die Dome von Goslar, Soest und Braunschweig, die Kapelle St. Bartholomäus zu Paderborn, die Stiftskirchen zu Quedlinburg, Kümlnigslutter, Gernrode usw. Hildesheim, die viel romanische Arbeit enthält, hat besonders schöne Kirchen dieses Stils. Die Dome zu Naumberg, Paderborn, Münster und Osnabrück sind markante Beispiele der Übergangszeit. Nur wenige dieser Gebäude gehören noch der katholischen Kirche.

II. KURS SACHSEN

Nach der Auflösung des mittelalterlichen Herzogtums Sachsen wurde der Name Sachsen erstmals auf einen kleinen Teil des an der Elbe gelegenen alten Herzogtums um Wittenberg verwendet. Diese wurde Bernhard von Askanien, dem zweiten Sohn von Albrecht dem Bären, dem Gründer der Mark Brandenburg, geschenkt, aus der das heutige Königreich Preußen hervorgegangen ist. Bernhards Sohn, Albert I., fügte diesem Gebiet die Herrschaft Lauenburg hinzu, und Alberts Söhne teilten die Besitzungen in Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg auf. Als Kaiser Karl IV. 1356 die Goldene Bulle herausgab, das Grundgesetz des Reiches, das die Wahl des deutschen Kaisers festlegte, wurde das Herzogtum Sachsen-Wittenberg zu einem der sieben Kurfürstentümer erklärt. Damit erhielt der Herzog als Kurfürst das Recht, gemeinsam mit den anderen sechs Kurfürsten den deutschen Kaiser zu wählen. Auf diese Weise erlangte das Land, obwohl flächenmäßig klein, eine einflussreiche Stellung. Die Wahlwürde hatte damit die Verpflichtung zum Erstgeburtsrecht verbunden, dh nur der älteste Sohn konnte als Herrscher nachfolgen, was die Aufteilung des Territoriums auf mehrere Erben und damit den Zerfall des Landes ausschloss. Die Bedeutung dieser Bestimmung zeigt die Geschichte der meisten deutschen Fürstentümer, die keine Kurfürsten waren. Die askanische Linie Sachsen-Wittenberg erlosch 1422. Kaiser Sigismund verlieh Markgraf Friedrich dem Tapferen von Meißen, einem Angehörigen der Wettiner Linie, die Landes- und Kurwürde. Wie bereits erwähnt, war die Markgrafschaft Meißen von Kaiser Otto I. gegründet worden. 1089 gelangte sie in den Besitz der Wettiner, die ab 1247 auch den östlichen Teil der Markgrafschaft Thüringen besaßen. 1422 wurden Sachsen-Wittenberg und die Markgrafen Meißen und Thüringen zu einem Land vereinigt, das nach und nach den Namen Sachsen erhielt. Kurfürst Friedrich der Tapfere starb 1464, seine beiden Söhne führten am 26. August 1485 eine Aufteilung seiner Gebiete bei Leipzig durch, die zur noch heute bestehenden Teilung der Wettiner in die ernestinische und albertinische Linie führte. Herzog Ernst, der Begründer der ernestinischen Linie, erhielt durch die Teilung Leipzig das Herzogtum Sachsen und die damit verbundene kurfürstliche Würde, neben der Landgrafschaft Thüringen erhielt Albert, der Begründer der albertinischen Linie, die Markgrafschaft Meißen. Somit schien die ernestinische Linie die größere Autorität zu haben. Im 16. Jahrhundert fiel jedoch die Kurwürde an die albertinische Linie, und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt sie auch den Königstitel.

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Der protestantische Aufstand des 16. Jahrhunderts erfolgte unter dem Schutz der Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg. Kurfürst Friedrich der Weise gründete 1502 in Wittenberg eine Universität, an der der Augustinermönch Martin Luther 1508 zum Professor der Philosophie berufen wurde und gleichzeitig einer der Prediger an der Wittenberger Schlosskirche wurde. Am 31. Oktober 1517 hängte er an dieser Kirche die 95 Thesen gegen den Ablass an, mit denen er die sogenannte Reformation begann. Der Kurfürst wurde nicht sofort Anhänger der neuen Anschauungen, sondern gewährte Luther seinen Schutz, folglich berief der Papst Luther auf Vermittlung des Kurfürsten nicht nach Rom (1518) auch auf Vermittlung des Kurfürsten erhielt Luther die kaiserliche Geleitschutz zum Reichstag zu Worms (1521). Als Luther in Worms zur Reichsacht erklärt wurde, ließ ihn der Kurfürst auf die Wartburg in Thüringen bringen. Die neue Lehre verbreitete sich zunächst in Sachsen-Wittenberg. Nachfolger Friedrich der Weise (gest. 1525) wurde sein Bruder Johann der Konstante (gest. 1532). Johannes war bereits ein eifriger Lutheraner, er übte die volle Autorität über die Kirche aus, führte das lutherische Bekenntnis ein, ordnete die Absetzung aller Priester an, die im katholischen Glauben blieben, und leitete den Gebrauch einer neuen, von Luther entworfenen Liturgie. 1531 bildete er mit einer Reihe anderer regierender Fürsten den Schmalkaldischen Bund, zur Aufrechterhaltung der protestantischen Lehre und zur gemeinsamen Verteidigung gegen den deutschen Kaiser Karl V., da Karl ein Gegner der neuen Lehre war. Der Sohn und Nachfolger von Johann dem Konstanten war Johann Friedrich der Großmütige (gest. 1554). Er war auch einer der Führer des Schmalkaldischen Bundes, der dem Kaiser und dem Katholizismus feindlich gegenüberstand. 1542 eroberte er das Bistum Naumburg-Zeitz und überfiel und plünderte die weltlichen Besitztümer der Bistümer Meißen und Hildesheim. Der katholische Glaube wurde in alle Richtungen gewaltsam unterdrückt und die Kirchen und Klöster wurden ausgeraubt. Johann Friedrich wurde am 24. April 1547 in der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe von Karl V. geschlagen und gefangen genommen. Bei der Kapitulation von Wittenberg am 19. Mai 1547 musste der Kurfürst Sachsen-Wittenberg und die kurfürstliche Würde Herzog Moritz abtreten von Sachsen-Meissen. Danach war der einzige Besitz der ernestinischen Linie der Wettiner Thüringen, das jedoch aufgrund wiederholter Erbteilungen bald in mehrere Herzogtümer aufgeteilt wurde. Die noch existierenden sind: das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, die Herzogtümer Sachsen-Coburg-Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg.

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Herzog Albert (gest. 1500) wurde im Herzogtum Sachsen-Meißen von seinem Sohn Georg dem Bärtigen (gest. 1539) abgelöst. Georg war ein starker Gegner der lutherischen Lehre und hatte wiederholt versucht, seine Vettern, die Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg, zugunsten der katholischen Kirche zu beeinflussen, aber Georgs Bruder und Nachfolger, Heinrich der Fromme (gest. 1541), wurde für den Protestantismus gewonnen durch den Einfluss seiner Frau Katharina von Mecklenburg, und damit ging auch Sachsen-Meißen an die Kirche verloren. Heinrichs Sohn und Nachfolger Maurice war eine der auffälligsten Persönlichkeiten der Reformationszeit. Obwohl er ein eifriger Protestant war, führte ihn der Ehrgeiz und der Wunsch, seinen Besitz zu vermehren, dazu, sich dem Kaiser gegen die Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes anzuschließen. Die Kapitulation von Wittenberg verlieh ihm, wie bereits erwähnt, die Kurwürde und Sachsen-Wittenberg, so dass das Kurfürstentum Sachsen nun aus Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Meissen zusammen bestand, unter der Autorität der albertinischen Linie der Wettiner. Teils aus Ressentiments, nicht auch die Überreste der ernestinischen Besitzungen zu erhalten, aber noch mehr bewegt von seinem Wunsch, ein protestantisches Reichsoberhaupt zu haben, fiel Moritz vom deutschen Kaiser ab. Er schloss mit Frankreich einen Vertrag (1551), in dem er die Diözesen Metz, Toul und Verdun in Lothringen an Frankreich übergab und heimlich an allen fürstlichen Verschwörungen gegen den nur durch die Flucht entgangenen Kaiser teilnahm und noch im selben Jahr die Der Kaiser wurde durch den Passauer Vertrag verpflichtet, den protestantischen Ständen Religionsfreiheit zu gewähren. Maurice starb 1553 im Alter von 32 Jahren. Sein Bruder und Nachfolger Kurfürst Augustus nahm die Bistümer Merseburg, Naumburg und Meißen an sich. Der letzte Bischof von Merseburg, Michael Helding, genannt Sidonius, starb 1561 in Wien. Der Kaiser verlangte die Wahl eines neuen Bischofs, doch Kurfürst Augustus erzwang die Wahl seines achtjährigen Sohnes Alexander zum Administrator, als Alexander starb 1565, er verwaltete die Diözese selbst. In gleicher Weise beschlagnahmte der Kurfürst nach dem Tod von Bischof Pflug (gest. 1564), dem letzten katholischen Bischof von Naumburg, das Bistum Naumburg und verbot die Ausübung des katholischen Glaubens. Die noch katholischen Domherren durften ihre Religion nur noch zehn Jahre ausüben.

1581 legte Johann von Haugwitz, der letzte Bischof von Meißen, sein Amt nieder und wurde 1587 evangelisch. Die bischöflichen Domänen fielen ebenfalls an Sachsen, und das Domkapitel erlosch. Unter Kurfürsten Augustus (gest. 1586) und Christian (gest. 1591) herrschte im Herzogtum eine freiere Form des Protestantismus, der Krypto-Calvinismus. Unter Christian II. (gest. 1611) wurde der Kanzler Crell, der die Lehre verbreitet hatte, gestürzt und geköpft (1601) und ein rigides Luthertum und damit ein religiöser Eid wieder eingeführt. Der große Religionskrieg, der als Dreißigjähriger Krieg (1618-48) bezeichnet wird, ereignete sich während der Regierungszeit von Kurfürst John George (1611-56). In diesem Kampf verhielt sich der Kurfürst zunächst neutral und hörte lange Zeit nicht auf die Ouvertüren des schwedischen Königs Gustav Adolf. Erst als der kaiserliche General Tilly in Sachsen vorrückte, schloss sich der Kurfürst Schweden an. Allerdings schloss der Kurfürst nach der Schlacht bei Nördllingen (1634) mit dem Kaiser den Prager Frieden (1635). Durch diesen Vertrag erhielt Sachsen die Markgrafen der Ober- und Niederlausitz als böhmisches Lehen, und der Zustand der säkularisierten Kirchenländer änderte sich nicht. Die Schweden jedoch rächen sich durch zehn Jahre Plünderung. Der Westfälische Frieden von 1648 nahm Sachsen für immer die Möglichkeit, sein Gebiet entlang des Unterlaufs der Elbe auszudehnen, und bestätigte das Übergewicht Preußens. 1653 fiel die Leitung des Corpus Evangelicorum an Sachsen, da der Kurfürst das Oberhaupt der Vereinigung der protestantischen Reichsstände wurde. Unter den folgenden Kurfürsten standen religiöse Fragen nicht so im Vordergrund, ein starres Luthertum blieb der vorherrschende Glaube, und die Ausübung anderer wurde strengstens verboten. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts ließen sich italienische Kaufleute, die ersten wieder im Land auftauchenden Katholiken, in Dresden, der Hauptstadt und in Leipzig, der wichtigsten Handelsstadt, nieder, die Ausübung der katholischen Religion war ihnen jedoch nicht gestattet.

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Eine Wende folgte, als Kurfürst Friedrich August I. (1694-1733) am 1. Juni 1697 zum katholischen Glauben zurückkehrte und bald darauf zum König von Polen gewählt wurde. Die Gründung einer katholischen Pfarrei und die private Ausübung des katholischen Glaubens war zumindest in Dresden erlaubt.Da die Rückkehr des Kurfürsten in die Kirche unter Lutheranern die Befürchtung weckte, dass nun in Sachsen die katholische Religion wiederhergestellt würde, übertrug der Kurfürst einem Regierungsrat, dem Geheimen Rat, die Autorität über die lutherischen Kirchen und Schulen, die bis damals vom Souverän ausgeübt worden war, wurde der Geheime Rat ausschließlich aus Protestanten gebildet. Auch nach seiner Bekehrung blieb der Kurfürst das Oberhaupt des Corpus Evangelicorum, ebenso wie seine katholischen Nachfolger bis 1806, als das Corpus gleichzeitig mit dem Heiligen Römischen Reich aufgelöst wurde. Sein Sohn, Kurfürst Friedrich August II. (1733-63), wurde am 28. November 1712 in Bologna, Italien, als Erbe in die katholische Kirche aufgenommen. Mit dieser Bekehrung, die wegen der aufgeregten Stimmung der lutherischen Bevölkerung fünf Jahre lang geheim gehalten werden musste, wurde die sächsische Herrscherfamilie wieder katholisch. Zuvor waren einzelne Mitglieder der albertinischen Linie in die Kirche zurückgekehrt, aber sie waren ohne Nachkommen gestorben, ebenso wie der letzte Herrscher von Sachsen-Weißenfels (gest. 1746). Eine weitere 1657 gegründete Nebenlinie war die von Sachsen-Naumburg-Zeitz, die 1759 erlosch. Die Katholiken dieser Linie waren Christian Augustus, Kardinal und Erzbischof von Gran in Ungarn (gest. 1725), und Maurice Adolphus, Bishop von Leitmeritz in Böhmen (gest. 1759). Die eifrigste Verfechterin des katholischen Glaubens in Sachsen war die österreichische Erzherzogin Maria Josepha, Tochter des Kaisers Joseph I., die 1719 Friedrich August, den späteren zweiten Kurfürsten dieses Namens, heiratete. Die Dresdner Hofkirche wurde 1739-51 vom italienischen Architekten Chiaveri im romanischen Barockstil erbaut und ist bis heute das schönste und imposanteste Kirchengebäude Sachsens und zählt zu den schönsten Kirchen Deutschlands. Trotz des Glaubens seiner Herrscher blieb Sachsen jedoch ein rein protestantisches Land, die wenigen Katholiken, die sich dort niederließen, blieben ohne politische oder bürgerliche Rechte. Als Napoleon 1806 einen Krieg mit Preußen begann, verbündete sich Sachsen zunächst mit Preußen, schloss sich dann aber Napoleon an und trat dem Rheinbund bei. Kurfürst Friedrich August III. (1763-1827) erhielt als Friedrich August I. den Titel König von Sachsen.

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III. DAS KÖNIGREICH SACHSEN

Das neue Königreich war in allen Napoleonischen Kriegen der Jahre 1807-13 ein Verbündeter Frankreichs. Zu Beginn des großen Befreiungskrieges (1813) stand der König weder auf der Seite Napoleons noch seiner verbündeten Gegner, sondern vereinigte seine Truppen mit denen Frankreichs, als Napoleon drohte, Sachsen als feindliches Land zu behandeln. In der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-18. Oktober 1813), als Napoleon völlig geschlagen wurde, desertierte der größte Teil der sächsischen Truppen zu den alliierten Streitkräften. Der König von Sachsen wurde als preußischer Gefangener auf das Schloss Friedrichsfeld bei Berlin gebracht. Der Wiener Kongress (1814-15) nahm Sachsen den größten Teil seines Landes und überließ es Preußen, nämlich 7800 Quadratmeilen mit etwa 850.000 Einwohnern dieses abgetretene Gebiet umfasste das ehemalige Herzogtum Sachsen-Wittenberg, die ehemaligen Besitztümer der Diözesen Merseburg und Naumburg, ein großer Teil der Lausitz usw. Was Preußen unter Hinzufügung einiger altpreußischer Bezirke erworben hatte, wurde zur Provinz Sachsen gebildet.

Das Königreich Sachsen hatte unter diesen Bedingungen nur eine Fläche von 5789 Quadratmeilen mit einer Bevölkerung von damals 1.500.000 Einwohnern hinterlassen und wurde Mitglied des 1815 gegründeten Deutschen Bundes. König Johann (1854-73) stand auf der Seite Österreichs Der Kampf zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Deutschland. Infolgedessen war im Krieg von 1866, als Preußen erfolgreich war, die Unabhängigkeit Sachsens wieder in Gefahr, nur das Eingreifen des österreichischen Kaisers rettete Sachsen vor der völligen Übernahme durch Preußen. Das Königreich war jedoch verpflichtet, dem Norddeutschen Bund beizutreten, dessen Spitze Preußen war. 1871 wurde Sachsen einer der Staaten des neugegründeten Deutschen Reiches. Auf König Johann folgte sein Sohn König Albert (1873-1902) Auf Albert folgte sein Bruder Georg (1902-04) der Sohn von Georg ist König Friedrich August III. (geb. 1865). Prinz Maximilian (geb. 1870), ein Bruder des heutigen Königs, wurde 1896 Priester, war in London und Nürnberg in der Pfarrei tätig und ist seit 1900 Professor für Kirchenrecht und Liturgie an der Universität Freiburg in der Schweiz . Das Königreich Sachsen ist das fünftgrößte Bundesland des Deutschen Reiches und das drittgrößte in der Bevölkerung im Jahr 1905 betrug die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Quadratmeile 778,8. Sachsen ist der am dichtesten bevölkerte Staat des Reiches, und zwar von ganz Europa aus der sehr großen Einwanderung aufgrund der Entwicklung der Manufaktur. Im Jahr 1910 betrug die Bevölkerung 5.302.485, davon 218.033 Katholiken. 4.250.398 evangelische Lutheraner 14.697 Juden und ein kleiner Teil anderer Konfessionen. Die katholische Bevölkerung Sachsens verdankt ihre heutige Zahl vor allem der Zuwanderung im 19. Jahrhundert. Katholizismus, der bis in die Zeit vor der Reformation zurückverfolgt werden kann, findet sich nur in einer Sektion, dem Regierungsamt Bautzen. Auch hier gibt es keinen durchgehenden katholischen Bezirk, aber es gibt eine Reihe von Dörfern, in denen die Bevölkerung fast ausschließlich katholisch ist, und zwei Städte (Ostritz und Schirgiswalde), in denen die Katholiken mehrheitlich sind. Erwähnenswert ist auch, dass etwa 1,5 der Einwohner Sachsens aus den Überresten eines slawischen Stammes bestehen, der von den Deutschen Wenden genannt wird, und in ihrer eigenen Sprache "Serbjo". Diese etwa 120.000 Einwohner zählenden Wenden, die in der sächsischen und preußischen Lausitz leben, sind vollständig von einer deutschen Bevölkerung umgeben, so dass durch den deutschen Einfluss die wendische Sprache, Sitten und Gebräuche allmählich verschwinden. Im Königreich Sachsen leben etwa 50.000 Wenden, davon gehören etwa 12.000 der katholischen Kirche an, etwa fünfzig wendische Dörfer sind vollständig katholisch. Auch in der Stadt Bautzen gibt es eine große wendische Bevölkerung, wo von 30.000 Einwohnern 7.000 Wenden sind.

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St. Genevieve

Warum zur Beichte gehen?

Katholisch ist das Königreich Sachsen in zwei Regierungsbezirke unterteilt: das Apostolische Vikariat Sachsen und die Apostolische Präfektur Sächsische Oberlausitz. Das Apostolische Vikariat umfasst die Erbländer, also die Teile Sachsens, die vor 1635 zum Kurfürstentum Sachsen gehörten und die der Wiener Vertrag von 1815 dem Land nicht wegnahm, zum Vikariat gehören auch das Herzogtum Sachsen-Altenburg, und die beiden Fürstentümer Reuss. Zur Apostolischen Präfektur Lausitz gehört die ehemalige Markgrafschaft Lausitz, die 1635 von Böhmen abgetrennt und seit dem Wiener Frieden von 1815 an Sachsen gegeben wurde, dieser Kirchenbezirk umfasst jedoch nur den sächsisch gebliebenen Teil der Oberlausitz, den heutigen 5. Sächsische Landesverwaltung Bautzen. Seit der Anpassung der Pfarreien 1904 umfasst das Apostolische Vikariat Sachsen (einschließlich der kleinen Fürstentümer Reuss und Sachsen-Altenburg ), 26 Pfarreien und 7 Auslegerstellen, mit 1909 55 Priestern Die Oberlausitz umfasst 16 Pfarreien, davon 7 Wendic und 2 Ausleger mit insgesamt 30 Priestern. Die Geistlichkeit wird im Wendischen Priesterseminar in Prag, der Hauptstadt Böhmens, ausgebildet. Dieses 1740 von zwei Wenden gegründete Seminar war ursprünglich nur für die Lausitz bestimmt, wird heute aber für ganz Sachsen genutzt. Seine Schüler besuchen zuerst das Prager Gymnasium und dann die dortige Universität.

Das Apostolische Vikariat Sachsen wurde 1763 von Papst Clemens XIII. errichtet, bevor die Beichtväter der Kurfürsten, die wie alle damaligen sächsischen Priester Jesuiten waren, die Geschäfte der Kirche unter dem Titel Oberer leiteten. Der berühmteste von ihnen war Pater Carlo Maurizio Voltor, ein Italiener, der Beichtvater des Kurfürsten und König Friedrich August I. Pater Voltor war auch ein bekannter Diplomat, der am Wiener Hof viel Einfluss hatte, zum Beispiel hatte er einiges an Erlangung des Titels König von Preußen (1701) für den protestantischen Kurfürsten von Brandenburg. Der erste Apostolische Vikar war Pater Augustin Eggs, S.J. aus unbekannten Gründen verließ er Sachsen nach dem Tod des Kurfürsten Friedrich Christian (1764). Ihm folgte Pater Franz Herz S.J., der sein Amt auch nach der Niederschlagung der Jesuiten 1773 weiterführte. Nach seinem Tod (1800) wurde Dr. Johann Alois Schneider (gest. 1818) zum Apostolischen Vikar ernannt. 1816 wurde Dr. Schneider als erster sächsischer Vikar zum Bischof von Argia geweiht. In der unruhigen Zeit von 1813/14 war er der treue Freund und Vertraute des Königshauses und begleitete auch den König, als dieser von Preußen inhaftiert wurde. Sein Nachfolger, Ignatz Bernhard Mauermann (gest. 1845), führte den Titel Titularbischof von Pellia. 1831 wählten die Domherren des Doms zu Bautzen Bischof Mauermann zum Domdekan von Bautzen. Nach dem Tod von Bischof Mauermann wurde diese Vereinigung der beiden höchsten kirchlichen Ämter Sachsens aufgelöst, doch seit dem Tod des Domdekans von Bautzen, Johann Kutschank (1844), hat der Bischof mit Ausnahme der Jahre 1900-04 beide Ämter inne. Nachfolger von Bischof Mauermann wurde sein älterer Bruder Franz Lorenz Mauermann (gest. 1845) mit dem Titel Bischof von Rama. Der nächste Bischof war Johann Dittrich (gest. 1853), Titularbischof von Korykus, der 1844 zum Domdekan von Bautzen gewählt worden war, ihm folgte Ludwig Forwerk (gest. 1875), Titularbischof von Leontopolis.

Nach dem Vatikanischen Konzil (1869-70) konnte Bischof Forwerk mit seinem Geschick die Ausbreitung des Altkatholizismus in Sachsen zu der Zeit verhindern, als die Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas zu seiner Entwicklung in Deutschland führte. Ihm folgte Franz Bernert (gest. 1890), Titularbischof von Azotus, gefolgt von Dr. Ludwig Wahl (gest. 1904), Titularbischof von Cocusus (Cocrun). Ab 1900 konnte dieser Bischof wegen schwerer Krankheit sein Amt in dieser Zeit nicht ausüben Verwalter für die Oberlausitz. 1904 wurde Wuschanski zum Apostolischen Vikar von Sachsen und zum Titularbischof von Samos ernannt. Bischof Wuschanski starb jedoch Ende 1905. 1906 wurde seine Stelle von Dr. Alois Schäumlfer besetzt. Dr. Schäumlfer wurde am 2. Mai 1853 in Dingelstätte in Eichfelde (Preußische Provinz Sachsen) geboren, seine Eltern ließen sich 1863 in Chemnitz im Königreich Sachsen nieder. 1878 wurde Dr. Schäumfer zum Priester geweiht und war zunächst in der Gemeindearbeit tätig 1881 wurde er 1885 zum Professor für Exegese am Lyzeum in Dillingen in Bayern ernannt 1894 wurde er Professor für neutestamentliche Exegese an der Universität Münster in Westfalen er war Professor derselben an der Universität Breslau und 1903 an der Universität Straßburg. Sein Titel ist: Titularbischof von Abila, Apostolischer Vikar im Königreich Sachsen, Administrator Ecclesiasticus in der sächsischen Oberlausitz. Der Apostolische Vikar wird auf Vorschlag des sächsischen Königs vom Papst ernannt. Nach der sächsischen Verfassung ist der Domdekan zu Bautzen ständiges Mitglied des Oberhauses des sächsischen Landtages, nicht aber der Apostolische Vikar als solcher, sondern nur weil die beiden Ämter in der Regel vereint sind. Die beiden kirchlichen Ämter werden aufgrund der Einnahmen zusammengelegt, und die Vereinigung erfolgt so: Das Domkapitel von Bautzen wählt den bereits für die sächsischen Erbgüter berufenen Apostolischen Vikar zum Dekan. Es sollte jedoch gesagt werden, dass die Vereinigung nur eine persönliche ist und dass die beiden Verwaltungsbezirke der Kirche nach wie vor der Vereinigung bestehen.

Zur Zeit der Reformation gehörte die Lausitz politisch, wie schon gesagt, zu Böhmen, also zu Österreich. Vor seinem Rücktritt übertrug der letzte Bischof von Meißen 1581 mit Zustimmung des Heiligen Stuhls die kirchliche Verwaltung der Lausitz an Johann Leisentritt von Juliusberg, Dekan des Domkapitels von Bautzen, als Administrator episcopatus. Mit dem Einzug der Reformation gelang es Dekan Leisentritt, zumindest einen Teil der Bevölkerung der katholischen Kirche treu zu halten. Die wichtigsten der katholisch gebliebenen Körperschaften waren: das Domkapitel St. Peter zu Bautzen die beiden berühmten Zisterzienserabteien für Frauen, Marienthal bei Ostritz an der Neiße und Marienstern zwischen den Städten Kamenz und Bautzen ein Teil der ehemaligen Pfarreien unter der Kontrolle der Klöster und einiger anderer unabhängiger Städte. Katholisch blieben nur noch der Dekan, der Senior, der Kantor und der Scholastikus der Propst, der nach der Stiftungsordnung vom Dom zu Meißen gewählt wurde, Lutheraner wurde . Seit dieser Zeit wird die Propstei von der sächsischen Regierung einem Protestanten, in der Regel einem der höheren Staatsbeamten, verliehen. Dieser weltliche Propst hat jedoch keinerlei Verbindung mit dem Domkapitel, er erhält vom Regierungsministerium die Einkünfte aus den der Propstei gehörenden Ländereien. Das Domkapitel besteht aus vier ortsansässigen und acht ehrenamtlichen Domherren bei vakanten Dekanaten liegt die Verwaltungsgewalt bei den Domkanonikern der Dekan wird von den ordentlichen und ehrenamtlichen Domherren im Beisein eines königlichen Kommissars gewählt und vom Apostolischer Stuhl. Der Dom St. Peter zu Bautzen ist die älteste Kirche der Lausitz und wurde 1215-21 am Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und stark verändert. Seit der Reformation gehört der Chor den Katholiken, der Rest des Doms, der durch ein Gitter vom Chor getrennt ist, gehört den Protestanten. Eine weitere von den Katholiken erhaltene Kirche in Bautzen ist die im 13. Jahrhundert erbaute Liebfrauenkirche, in der die Gottesdienste der katholischen Wenden abgehalten werden. Das Domkapitel hat das Patronatsrecht für sechs katholische Kirchengemeinden, das Berufungsrecht für das Katholische Priesterseminar Bautzen, das gleiche für die Domschule sowie das Patronatsrecht für fünf evangelische Kirchengemeinden. Das Mitte des 13. Jahrhunderts gegründete Kloster Marienstern im Wendischen Kreis Lausitz und das vor 1234 gegründete Kloster Marienthal in der deutschen Sektion haben viel zum Erhalt des katholischen Lebens in der Lausitz beigetragen. Die Seelsorge der beiden Klöster wird seit Jahrhunderten von Priestern des Zisterzienserklosters Osseg in Böhmen ausgeübt. Eine vor allem von Wenden viel besuchte Wallfahrtskirche befindet sich in Rosenthal in der wendischen Gemeinde Ralbitz. Im sächsisch-österreichischen Vertrag vom 13. Mai 1635, durch den die Lausitz an Sachsen überging, wurde der sächsische Kurfürst verpflichtet, den katholischen Gemeinden der Lausitz und den beiden Klöstern seinen besonderen Hoheitsschutz zu gewähren, wobei der Kaiser als Lehnsherr das oberste Schutzrecht. Die Katholiken der Lausitz hatten das Recht auf freie Religionsausübung, jedoch in Übereinstimmung mit den früheren gesetzlichen Rechten der Landeskirche nur insoweit, als sie einer der alten Kirchengemeinden angehörten. Katholiken, die innerhalb der Grenzen evangelischer Kirchengemeinden lebten, waren verpflichtet, bei allen Taufen, Trauungen und Beerdigungen den evangelischen Pfarrer der Gemeinde beizuziehen oder zumindest die üblichen Gebühren zu zahlen. Dieser Zwang, der auf die Katholiken in evangelischen Kirchengemeinden ausgeübt wurde, wurde für die Lausitz erst 1863 aufgehoben.

Durch einen Friedensvertrag zwischen Sachsen und Frankreich, der am 11. Dezember 1806 in Posen unterzeichnet wurde, wurde Sachsen ein Königreich und trat in den Rheinbund ein. Dieser Vertrag gewährte den Katholiken Sachsens nominell, wenn auch nicht in Wirklichkeit, bürgerliche und politische Gleichberechtigung mit den Lutheranern. Der fünfte Artikel des Vertrages erklärte, dass die Gottesdienste der römisch-katholischen Kirche mit den Gottesdiensten der Augsburger und der alliierten Konfessionen absolut gleichgestellt seien und Untertanen beider Religionen bürgerliche Rechte genießen sollten. Jetzt konnten zum ersten Mal die Glocken der Dresdner Hofkirche geläutet werden, die fünfzig Jahre lang stumm im Turm gehangen hatten. Die Zugeständnisse an Saxo


Inhalt

Nach der Auflösung des mittelalterlichen Herzogtums Sachsen wurde der Name Sachsen wurde zunächst auf ein kleines Gebiet in der Mitte der Elbe um die Stadt Wittenberg, das früher zur Mark Lausitz gehört hatte, angewendet. Um 1157 wurde es von Albrecht dem Bären, dem ersten Markgrafen von Brandenburg, gehalten. Als Kaiser Friedrich Barbarossa 1180 den sächsischen Herzog Heinrich den Löwen absetzte, gehörten die Wittenberger Ländereien Alberts jüngstem Sohn, dem Grafen Bernhard von Anhalt, der den sächsischen Herzogstitel annahm. Bernhards ältester Sohn, Albert I., überließ das als Anhalt bekannte Gebiet seinem jüngeren Bruder Heinrich unter Beibehaltung des herzoglichen Titels und gliederte diesem Gebiet die Herrschaft Lauenburg an. Seine Söhne teilten das Gebiet in die Herzogtümer Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg auf. Beide Linien beanspruchten die sächsische Wahlwürde oder Privileg, das bei der Wahl des Wittelsbacher Herzogs Ludwig von Bayern zum König der Römer 1314 gegen seinen habsburgischen Rivalen Herzog Friedrich den Schönen von Österreich zu Verwirrung führte, da beide Kandidaten je eine Stimme von den beiden rivalisierenden Askaniern erhielten Geäst.

Auf Ludwig folgte der luxemburgische König Karl von Böhmen. Nach seiner Krönung zum Heiligen Römischen Kaiser im Jahr 1355 gab Karl die Goldene Bulle von 1356, das Grundgesetz des Imperiums, das die Methode der Wahl der Deutscher König von sieben Kurfürsten. Die rivalisierenden Dynastien Wittelsbach und Habsburg bekamen nichts, stattdessen erhielt der Herzog von Sachsen-Wittenberg, Erzmarschall des Reiches, das Recht, zusammen mit sechs weiteren Kurfürsten des Reiches den König der Römer und den zukünftigen Kaiser zu wählen. So gewann das Land, obwohl flächenmäßig klein, weit über seine Ausdehnung hinaus an Einfluss. [4]

Das Wahlprivileg beinhaltete auch die Verpflichtung zur Erstgeburt des Mannes. Das heißt, nur der älteste Sohn konnte als Herrscher erfolgreich sein. Es verbot daher die Aufteilung des Territoriums auf mehrere Erben, um den Zerfall des Landes zu verhindern. Die Bedeutung dieser Bestimmung zeigt die Geschichte der meisten zersplitterten deutschen Fürstentümer (z. B. des sächsischen Herzogtums Braunschweig-Lüneburg), die nicht als Kurfürsten konstituiert wurden. [4]

Die askanische Linie Sachsen-Wittenberg erlosch mit dem Tod von Kurfürst Albrecht III. im Jahr 1422, woraufhin Kaiser Sigismund dem Markgrafen Friedrich IV. Der askanische Verwandte des verstorbenen Albert, Herzog Erich V. von Sachsen-Lauenburg, protestierte vergeblich.Friedrich, einer der sieben Kurfürsten, war Mitglied des Hauses Wettin, das seit 1089 über die angrenzende elbaufwärts gelegene Markgrafschaft Meißen - gegründet 965 unter Kaiser Otto I. - und auch über die Landgrafschaft Thüringen herrschte seit 1242. So wurden 1423 Sachsen-Wittenberg, die Markgrafschaft Meißen und Thüringen unter einem Herrscher vereint und als Einheitsgebiet nach und nach bekannt als: Obersachsen. [5]

Als Kurfürst Friedrich II. 1464 starb, setzten seine beiden überlebenden Söhne die Erstgeburtsprinzip und teilte seine Gebiete durch den Frieden von Leipzig am 26. August 1485 auf. Dies führte dazu, dass das bereits getrennte Haus der Wettiner in die ernestinischen und albertinischen Zweige überging. Der ältere Ernest, Gründer der Ernestinische Linie, erhielt große Teile des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Wittenberg mit dem damit verbundenen Kurprivileg und die südliche Landgrafschaft Thüringen. Während der jüngere Albert, Gründer der Albertinische Linie, erhielt Nordthüringen und die Ländereien der ehemaligen Markgrafschaft Meißen. Somit, obwohl die Ernestinische Linie hatte bis zur Schlacht bei Mühlberg 1547 zunächst größere Autorität, dann fielen das kurfürstliche Privileg und das Territorium an die Albertinische Linie, das später auch Königshaus wurde, als Sachsen im 19. Jahrhundert zum Königreich ausgerufen wurde. Diese Teilung sollte die Wettiner gegenüber dem damals aufstrebenden Haus Hohenzollern entscheidend schwächen. Es hatte schon sein eigenes erreicht Wahlprivileg als Markgrafen von Brandenburg seit 1415. [4]

Die protestantische Bewegung des 16. Jahrhunderts breitete sich weitgehend unter dem Schutz der sächsischen Herrscher aus. Ernsts Sohn, Kurfürst Friedrich der Weise, gründete 1502 die Wittenberger Universität, wo der Augustinermönch Martin Luther 1508 zum Professor der Philosophie ernannt wurde. Gleichzeitig wurde er einer der Prediger an der Wittenberger Schlosskirche. Am 31. Oktober 1517 legte er in einem Protestbrief an Albert von Brandenburg, den Erzbischof von Mainz, Die fünfundneunzig Thesen gegen den Ablasshandel und andere katholische Praktiken, eine Aktion, die den Beginn der sogenannten Reformation. Obwohl der Kurfürst die neue Haltung zunächst nicht teilte, gewährte er Luther seinen Schutz trotzdem. Aufgrund dieser Intervention entschied sich Papst Leo X. 1518 gegen eine Vorladung Luthers nach Rom, und der Kurfürst sicherte Luther 1521 kaiserliches Geleit zum Reichstag zu Worms zu. Als Luther von Kaiser Karl V Der Kurfürst ließ ihn auf seinem thüringischen Gut auf die Wartburg holen. Lutherische Lehren verbreiteten sich zuerst in Ernestin Sachsen. [4]

Im Jahr 1525 starb Friedrich, möglicherweise nie offiziell die katholische Kirche verlassen, es sei denn auf seinem Sterbebett im Jahr 1525, aber er war zum Zeitpunkt seines Todes mit dem Luthertum sympathisiert. [6] Ihm folgte sein Bruder Johannes der Konstante. Johannes war bereits ein eifriger Lutheraner. Er übte die volle Autorität über die neue Kirche als "Lutherisches Bekenntnis" eingeführt und die Entlassung aller Priester angeordnet, die im katholischen Glauben blieben. Er leitete die Verwendung der Landestypische Liturgie von Luther verfasst. 1531 bildete er mit einer Reihe anderer regierender Fürsten den Schmalkaldischen Bund zur Fortführung der Protestantische Lehre und für eine gemeinsame Verteidigung gegen den habsburgischen Kaiser Karl V., einen erbitterten Gegner der Reformation. Auf Johann folgte 1532 sein Sohn Johann Friedrich der Großmütige (gestorben 1554), der auch einer der Führer des Schmalkaldischen Bundes war. 1542 beschlagnahmte er das Bistum Naumburg-Zeitz und beschlagnahmte die weltlichen Besitztümer der Bistümer Meißen und Hildesheim. Das Luthertum, wie es in Sachsen organisiert wurde, sollte als Vorbild für zukünftige protestantische Staaten in ganz Europa dienen. [4] [7]

Das Kurfürstentum Sachsen war jedoch nicht das erste Land, das das Luthertum als Staatsreligion etablierte. Andere Staaten, wie das Herzogtum Preußen (1525) und die Landgrafschaft Hessen (1526), ​​gingen ihrer offiziellen Gründung in Sachsen (1527) voraus.

Inzwischen in der Albertine Ländereien Herzog Alberts Sohn Georg (1500–39), Gründer der Katholischen Liga von Dessau, war ein starker Gegner der lutherischen Lehre und hatte wiederholt versucht, seine Ernestin Cousinen zugunsten der katholischen Kirche. Doch Georgs Bruder und Nachfolger, Herzog Heinrich IV. von Sachsen (1539–41), wurde schließlich unter dem Einfluss seiner Frau Katharina von Mecklenburg für den Protestantismus gewonnen und damit das katholische Bistum Meißen abgeschafft. Heinrichs Sohn und Nachfolger Herzog Maurice war eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Reformationszeit. Obwohl er ein eifriger Protestant war, führte ihn sein Ehrgeiz und der Wunsch, seinen Reichtum zu vermehren, dazu, sich dem Kaiser gegen den von ihm gegründeten Schmalkaldischen Bund anzuschließen Ernestin Cousin Johann Friedrich.

Nach Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges wurde Kurfürst Johann Friedrich am 24. April 1547 in der Schlacht bei Mühlberg von Kaiser Karl V. endgültig besiegt und gefangen genommen. Die Kapitulation Wittenbergs vom 19. Mai zwang ihn zur Abtretung der ehemaligen Sachsen- Wittenberg mit seinem Wahlprivileg Albertine Cousin, Duke Maurice, der die Seiten gewechselt hatte, als sich das Schicksal umgekehrt hatte. Nach der Kapitulation behielt der ernestinische Zweig der Wettiner nur seine Besitzungen in Thüringen, das durch wiederholte Erbteilungen ab 1572 bald in die ernestinischen Kleinherzogtümer Sachsen-Weimar, Sachsen-Coburg-Eisenach u al. [4] Zur Zeit der Deutschen Revolution 1918 nach dem Ersten Weltkrieg existierten noch das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und die Herzogtümer Sachsen-Coburg-Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg.

Nach der Wittenberger Kapitulation bestand das sächsische Kurfürstentum aus dem ehemaligen Sachsen-Wittenberg und Meißen nun vereint und blieb unter der Herrschaft des Albertinische Linie der Familie Wettin. Maurice entfremdete sich wieder von Karl V., zum Teil aus Ressentiments, dass er nicht die Reste der ernestinischen Besitzungen erhielt, aber noch mehr wegen seiner Motivation, einen Protestanten an der Spitze des Reiches zu sehen. Nachdem der Kaiser das Augsburger Interim erlassen hatte, schloss Moritz ein Bündnis mit König Heinrich II. von Frankreich und trat durch den Vertrag von Chambord 1552 die drei lothringischen Bistümer Metz, Toul und Verdun an Frankreich ab. Maurice beteiligte sich heimlich an allen fürstlichen Verschwörungen gegen den Kaiser, der nur durch Flucht der Gefangennahme entging. Im selben Jahr wurde Karl V. durch den Passauer Frieden verpflichtet, den protestantischen Ländern Religionsfreiheit zu gewähren. [4]

Maurice starb 1553 im Alter von 32 Jahren. Sein Bruder und Nachfolger, Kurfürst Augustus, bemächtigte sich der katholischen Bistümer Merseburg und Naumburg-Zeitz. Der letzte Bischof von Merseburg, Michael Helding genannt Sidonius, starb 1561 in Wien. Der Kaiser verlangte die Wahl eines neuen Bischofs, Augustus erzwang jedoch die Wahl seines achtjährigen Sohnes Alexander zum Administrator. Nachdem Alexander 1565 gestorben war, verwaltete er das Bistum selbst. Auch nach dem Tod des letzten katholischen Naumburger Bischofs Julius von Pflug im Jahr 1564 beschlagnahmte der Kurfürst das Bistum und verbot die katholische Religion. Die noch katholischen Domherren durften ihre Religion nur noch zehn Jahre ausüben. 1581 legte Johann von Haugwitz, der letzte Bischof von Meißen, sein Amt nieder. 1587 wurde er Protestant. Die bischöflichen Domänen fielen ebenfalls an Sachsen, und das Domkapitel erlosch. [4]

Während der Regierungszeiten des Kurfürsten Augustus (1553-86) und Christian (1586-91) gewann eine Bewegung namens Krypto-Calvinismus in der Wählerschaft an Stärke. Da Christian II. (1591–1611) zu jung war, um zu regieren, wurde seine Mutter Sophie von Brandenburg 1591 Regentin und war die einzige Frau, die als "Kurfürstin" fungierte. Sie lehnte die "neue" Bewegung vehement ab. Als ihr kleiner Sohn 1601 die Macht übernahm, wurde der sächsische Reichskanzler Nikolaus Krell, der die andere protestantische Lehre verbreitet hatte, 1601 gestürzt und enthauptet es ist ein religiöser Eid. [4]


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